Benutzer:JD/Redenotizen
Warum ich kandidiere -> Warum ich Mitglied geworden bin
Am 18.6. wurden das Zugangserschwerungsgesetz beschlossen. Ich sah die Übertragung live, und wusste nicht wie mir geschah. Obwohl mir der Ausgang von vorn herein klar war, brannte mir das Gesicht als würde ich gerade einer Katastrophe zusehen.
Eine Frage beschäftigt mich: Wenn man heutzutage die Leute fragt, so behaupten fast alle, sie wären wenn sie damals gelebt hätten aktiv gegen das Naziregime gewesen. Im Nachhinein ist man immer klüger. Woran aber merkt man konkret, dass die Zeit zum Widerstand gekommen ist? Welche Grenze muss überschritten werden, damit man aufsteht, so wie es die Leute in der DDR getan haben?
An welcher Stelle ich zu einem subversiven Widerstand außerhalb des Systems stoßen würde, darauf habe ich keine Antwort. Aber mir ist klar, dass die Grenze zum Widerstand innerhalb des Systems nun überschritten ist.
Ich bin mit dem Ziel in die Piratenpartei eingetreten, etwas zu ändern. Nicht länger zuzulassen, dass aus undurchsichtigen bishin zu pseudokorrupten Gründen der Grundpfeiler der Demokratie, die Bürgerrechte, in unserem Land mit Füßen getreten werden. Ich war bisher politisch zwar interessiert, aber kein bisschen engagiert. Jetzt strebe ich in die Parlamente, nicht aus dem Streben nach Macht, sondern aus dem beklemmenden Gefühl heraus, es zu MÜSSEN.
Mein Bundesland, in dem ein Jürgen Rüttgers oder ein Andreas Pinkwart die Fäden in der Hand halten, ist wie geschaffen dafür, mit den Änderungen zu beginnen, angefangen damit, Untaten wie die Polizeigesetze oder die Studiengebühren rückgängig zu machen.
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Hallo liebe Piraten,
vor kurzem habe ich in einem Weblog eine Beschreibung der Piratenpartei gelesen, die ich so gelungen fand, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte: "Die Grünen waren die politische Manifestation einer Bewegung der radikalen Infragestellung. Die Piraten dagegen sind eigentlich stockbrav. Sie haben in Sozialkunde aufgepasst und fordern die Einhaltung der Regeln ein, die man ihnen beigebracht hat. Ihre Existenz ist zweifellos das schönste Kompliment, das der alten Dame Grundgesetz zum 60sten gemacht werden konnte."
So schmeichelhaft dieses Zitat für uns auch sein mag, so bin ich doch anderer Ansicht. Das schönste Kompliment, das man der alten Dame Grundgesetz zum 60ten hätte machen können, wären Einhaltung und Respekt gewesen. Wie uns die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, mangelt es an beidem. Das Grundgesetz wird nicht als die Sammlung von Prinzipien angesehen, die den zentralen Kern unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens ausmacht, sondern als eine nicht mehr zeitgemäße Ansammlung von Hindernissen für Gesetze nach dem Geschmack der etablierten Politik. Es wird bis zum zerbersten ausgereizt, und wenn das, was man vorhat nun gar nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dann wird es halt geändert.
Dementsprechend unverständig bis fassungslos stehen wir dem gegenüber, wenn von eben jenen Kräften das Grundgesetz aufgeweicht wird, die sich eigentlich ihren Schutz auf die Fahnen geschrieben haben. Ich spreche hier von Ingo Wolf, dem Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, seines Zeichens FDP Mitglied und der Mann, dem es besonders wichtig war, dass dieses Land eine Vorreiterrolle im Bereich der Onlineüberwachung einnimmt. Der ein Gesetz auf den Weg gebracht hat, welches von seinem eigenen Parteikollegen, dem altverdienten Bürgerrechtler und ehemaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum vor dem Verfassungsgericht zum Kippen gebracht wurde. Ich spreche von Andreas Pinkwart, ebenfalls FDP, Innovationsminister des Landes, welcher die Federführung bei der Regelung zu Studiengebühren übernommen hat.
Diesen Kräften müssen wir gegenüber treten. Wer, wenn nicht wir? Hierfür wählen wir heute diejenigen aus unseren Reihen, denen wir dies am ehesten zutrauen. Ich selbst traue mir das zu. Und ich hoffe, dass ihr das auch tut. Vielen Dank.