Benutzer:JD/Fragenkatalog Grey Pearl/Entwurf
Inhaltsverzeichnis
- 1 Warum möchtest du in den Landtag?
- 2 Für welches Piratenthema fühlst du dich besonders geeignet uns zu repräsentieren?
- 3 In welchen Auschüssen würdest du arbeiten wollen? In welchen als aktives Mitglied und in welchen als eher passives Mitglied?
- 4 Was qualifiziert dich in diesen Themen zu arbeiten?
- 5 Hast du dich in den Themen aus 2) und 6) eingelesen, wie stehst du zu diesen?
- 6 Welches nicht piratige Thema liegt dir besonders am Herzen? Was würdest du dort erreichen wollen?
- 7 Wie verstehst du Transparenz im Bezug auf deiner Arbeit als Abgeordneter?
- 8 Hast du schon konkrete Pläne, z.B. Gesetzesentwürfe, die du stellen würdest, falls du gewählt wärst?
- 9 Was hälst du vom Fraktionszwang bzw. Fraktionsdisziplin?
- 10 Was denkst du wäre das richtige Verfahren, falls ihr über ein Gesetz abstimmen müsst, das keines unserer Kernthemen berührt und zu dem zusätzlich über die Hälfte der Piratenabgeordneten keine Meinung haben und die restlichen sehr zerstritten sind?
- 11 Welche Piratenthemen sind auf Landesebene deiner Meinung nach umsetzbar?
- 12 Angenommen ein bekannter Nazi sitzt im NRW Parlament, und schlägt ein Gesetz vor das es verbietet von Maut-Kameras eingelesene PKW-Nummernschilder zu speichern. Würdest du für das Gesetz stimmen und wieso würdest du dich so entscheiden?
- 13 Denkst du, dass das Einkommen, oder zumindest dessen Gesamthöhe, eine private Information ist? Gibt es für dich eine(n) Test(frage) um zu erkunden ob Daten privat oder öffentlich sind?
- 14 Fallst du eine Frage zu dieser Liste hinzufügen müsstest, welche wäre es? Bitte beantworte sie auch gleich.
- 15 (Auf diese Frage ruhig etwa eine Woche vor dem LPT antworten) Welche von den anderen Kandidaten gegebene Antwort auf die vorherige Frage war am interessantesten? Wie würdest du darauf antworten?
Warum möchtest du in den Landtag?
Diese Frage ist für mich untrennbar mit der Frage verbunden, warum ich überhaupt Pirat geworden bin.
Durch die Diskussion um das Internetstoppschild bin ich das erste mal mit der Piratenpartei ernstlich in Kontakt gekommen. Ich hatte mich bis dato nicht mit ihr beschäftigt, kannte deshalb ihre Positionen nicht. Durch einen Forenkommentar wurde ich dann auf sie aufmerksam gemacht, was mich schnell dazu brachte, sie bei der anstehenden Europawahl zu wählen. Knapp zwei Wochen später kam dann der Gesetzesbeschluss zu besagtem Stoppschild. Ich verfolgte die Debatte über Livestream, und obwohl der Ausgang besagter Debatte von vorn herein fest stand, ging etwas merkwürdiges in mir vor: Mein Gesicht brannte, als ich die Reden von SPD und CDU hörte, so als würde ich gerade einer Katastrophe mit Todesopfern zusehen. Obwohl ich nichts hörte was mich überraschte war ich doch extrem schockiert und fühlte mich unglaublich hilflos. Als das Gesetz dann durchgewunken war, war eine Veränderung in mir vorgegangen.
Ich war bis dahin ein sog. "schlafendes Mitglied" der FDP gewesen. Ich war Mitglied, war aber nicht einmal zu irgendwelchen Treffen, Sitzungen oder Aktivitäten erschienen. Vor allem deswegen, weil mir obgleich ich politisch sehr interessiert bin, niemals eine aktive Rolle in der Politik vorschwebte. Das hatte sich zu dem Zeitpunkt schlagartig geändert. Ich wollte nicht in die Politik gehen. Ich musste in die Politik gehen. Ich hatte (und habe immer noch) das Gefühl, dass wenn ich nicht aktiv würde, dann passierten auch in Zukunft so schlimme Dinge, wie das Stoppschildgesetz. Wie das BKA-Gesetz. Wie die Überwachungsgesetze nach dem 11. September. Wie der große Lauschangriff. Auf einmal waren alle diese Einschnitte in die Bürgerrechte wieder extrem präsent in meinem Kopf.
Oder eben auch die Online-Durchsuchung, bei der mein Land Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle - und das ausgerechnet unter einem Innenminister der angeblich freiheitlichen FDP - eingenommen hatte. Ich warf der FDP meine Mitgliedschaft vor die Füße und trat in die Piratenpartei ein. Zunächst hatte ich zwar die Bundespolitik im Blickfeld, dann sah ich jedoch die Möglichkeit, in diesem Land aktiv zu werden, und verspürte den Wunsch dafür zu sorgen, dass mein Land abermals eine Vorreiterrolle einnimmt. Diesmal allerdings soll dies die Vorreiterrolle auf dem Weg zurück zur Achtung der Bürgerrechte sein. Auch auf Länderebene werden die Bürgerrechte aufs gröbste verletzt, und ausgerechnet NRW ist hier mit schlechtem Beispiel voran gegangen.
Ich möchte es erreichen, dass NRW nach der Wahl stattdessen mit gutem Beispiel voran geht.