Benutzer:Enno Lenze/Bewerbung/Landesliste berlin 2012
Ich bewerbe mich um einen Listenplatz der Berliner Piratenpartei für die Bundestagswahl 2013. Hier meine Bewerbung und Platz für Fragen.
Inhaltsverzeichnis
Was ich kann
Pressearbeit
Ich habe gut 10 Jahre Erfahrung mit Pressearbeit und bin derzeit stellvertretender Pressesprecher des LV Berlin.
Parteiarbeit
Ich bin seit 2009 Mitglied der Piratenpartei, war im Ruhrgebiet aber wenig aktiv. Nachdem ich im März 2011 wieder nach Berlin gezogen bin, hatte ich noch bis Ende August ein Geschichtsfestival sowie größere Umstrukturierungen in meinem Unternehmen zu meistern. Direkt nach der Organisation des Historiale-Festivals ging es nahtlos in die Parteiarbeit. Ich arbeite seitdem intensiv im Presseteam des LV Berlin und bewache eines der Pressehandys, bin seit ihrer Gründung Mitglied der SG Presse und habe im November 2011 die Crew "Spätrömische Dekadenz" gegründet, mit der wir eine sehr aktive, selbstorganisierende Plattform von sehr aktiven, selbstorganisierenden Piraten im LV haben. Ich war bei vielen überregionalen Treffen, z.B. beim Bundespressetreffen in Bremerhaven, auf den Bundesparteitagen, und habe mich dort aktiv miteingebracht bei allem, was zu tun war. Das werde ich auch in Zukunft tun. Für Afelias Video-Projekt LiquidBroadcast habe ich die Location besorgt und die ersten Videos mit ihr eingesprochen. Ich versuche, meine Stärken einzubringen wo es geht, und halte die Partei für ein geniales Projekt, das es bis zur Weltherrschaft schaffen muss.
Ehrenamt
Ich bin seit 1997 im CCC aktiv und beantworte dort unter anderem die öffentlichen Anfragen, helfe als „Engel" (Helfer) bzw. „Erzengel" (Teamleiter) bei den Events und habe 2002 einen Zug zum CCC Congress gechartert. Meine Tätigkeit als Vorstand des Historiale e.V. ist ebenfalls ehrenamtlich. Ich kenne Shitstorms in live, am Telefon und per Mail und kann mit schlechter Presse leben. Ich weiß auch, was es heißt, auf Dauer Verantwortung zu übernehmen.
Umgang mit Menschen
Ich versuche, allen Menschen gegenüber offen zu sein, und meine, dass es nur sehr wenige gibt, mit denen man nicht mal reden sollte. Auch wenn ein Journalist gerade einen schlechten Artikel über einen geschrieben hat, bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Kommunikation ist alles – besonders, wenn es Probleme gibt. Oft lassen sich so aufkeimende Konflikte ganz schnell lösen. Politisch rede ich auch mit vielen verschiedenen Lagern. Von politisch Linken bis Rechten, mit Soldaten, Politikern, Unternehmern, Lobbyisten und einfach Menschen auf der Straße. Ich denke, dass weder Beschimpfungen noch falsches Zitieren oder Schlechtreden irgendetwas bringt. Mir fällt kein Konflikt ein, der dadurch gelöst wurde. Nur der Kontakt in alle Richtungen kann dabei helfen. Ich habe eine grobe Liste, mit was für Leuten ich Kontakt habe oder hatte online, damit man eine Vorstellung hat, was ich mache.
Keine düstere Vergangenheit
Ich habe keine dubiosen Beziehungen in der Vergangenheit gehabt und auch keine nennenswerten Bar-Kredite von Freunden bekommen, die nachbeglaubigt werden mussten. Es fällt mir insgesamt nichts ein, was ich in der Vergangenheit getan habe und nicht vertreten kann. Ich halte viel vom Schutz der Privatsphäre, gebe über mich selber aber viel preis. Daher kann man in meinem Blog bis 2003 zurücklesen, was ich getan habe. Große Geheimnisse auszugraben fällt daher schwer.
Zu mir
Ich bin in Bochum geboren, habe aber in Ruanda gelebt, bis ich fünf war. Ich bin oft umgezogen, habe vieles im Leben gemacht an Jobs und Hobbies. Zur Zeit fahre ich gerne Motorrad, reise viel und liebe es zu socializen. Ich interessiere mich für obskure Dinge jeglicher Art, habe mal Jura angefangen zu studieren und diversen Kram in der IT-Sicherheit gemacht. Einen Lebenslauf gibt es hier http://enno-lenze.de/lebenslauf/ Blogs:http://enno.verbrennung.org (Privates) und http://ennolenze.de (Piratenrelevantes)
Was möchte ich machen?
Ich interessiere mich sehr für Krisengebiete und versuche den Kontakt zu Leuten aufzubauen, die sich vor Ort auskennen. In Belfast war ich mit einem Bürgerrechtler unterwegs, der mir viel von dem Konflikt vor Ort erklärte. In Kurdistan-Irak habe ich unter anderem mit dem Verteidigungsminister über die Geschichte der Region geredet und viel vom Land gesehen. Eine Rundreise durch Israel (von Gaza bis zum toten Meer, Jordanien, Syrien und Libanon) machte ich mir einem ehemaligen IDF-Soldaten. Auch hatte ich die Möglichkeit mit UN-Mitarbeitern über diverse Missionen zu sprechen. Den Kosovo möchte ich noch besuchen, habe aber in der Vergangenheit mit KFOR und UCK-Soldaten über die Situation in den letzten 30 Jahren geredet. Berufsbedingt kenne ich mich mit dem Urheberrecht und den ganzen praktischen Problemen in diesem Bereich aus und bringe mich auch hier gerne ein, aber das Thema ist im Vergleich zu den Krisengebieten einfach weniger emotional.
Was spricht für mich?
Ich habe viel in Teams gearbeitet. Sowohl selbst gewählte als auch welche, in die ich gesteckt wurde. Ich engagiere mich seit Jahren in Ehrenämtern, auch wenn sie nervig sind. Ich bin seit Jahren Arbeitgeber, weiß also, wie ich mir meine Angestellten aussuchen würde. Seit 2006 organisiere ich das Geschichtsfestival Historiale (bis 300 Mitarbeiter, bis 90.000 Besucher). Für das Berliner Abgeordnetenhaus habe ich 2007 und 2008 die Veranstaltungen zur Langen Nacht der Museen organisiert. Von 2008 an habe ich als Geschäftsführer der 3Gstore.de GmbH „iPhones ohne Vertrag" verkauft, die Marke und Filialen aufgebaut und lustiges Marketing gemacht. Seit 2010 gehört mir der Berlin Story Verlag, der sich auf Bücher über Berlin spezialisiert hat.
Was spricht gegen mich?
Ich habe bisher ein Unternehmen, das die meiste meiner Zeit frisst. Dort habe ich bereits geklärt, wie ich einen nahtlosen Übergang realisieren kann. Ansonsten habe ich zwar ein zeitintensives Ehrenamt im Vorstand des Historiale e.V., doch auch hier habe ich bereits mit den anderen Vorstandsmitgliedern geredet.
Warum ich das (nicht) machen möchte
(Aufgrund einer Nachfrage gerade ergänzt)
Ich habe derzeit ein bequemes Leben. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter eines gut laufenden Unternehmens. Ich muss zwar viel arbeiten, kann mir die Zeit aber frei einteilen und meine Arbeit selbst gestalten. Das war auch der Grund, warum ich lange von einem Mandat nichts wissen wollte. Da bin ich meinem Gewissen verpflichtet, habe aber 35.000 Piraten hinter mir, die sich vertreten sehen wollen, und eine Fraktion um ich rum, mit der ich arbeiten muss. Dazu einige hundert Polit-Profis, die mal mit uns, meistens aber gegen uns arbeiten. Ich hätte maximal vier Jahre etwas zu tun und danach eine unklare Zukunft. Außerdem müsste ich in der Zeit mein Unternehmen jemand anderem anvertrauen. Also warum sollte man sich das antun?
Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Ich bin ich großer Fan von Primärquellen. Wenn ich mir die arabische Welt angucke, dann möchte ich wissen, was da los ist. Wenn ich die Menschenrechtsverletzungen in China sehe, dann möchte ich das System verstehen. Und wenn ich von Entwicklungshilfe lese, dann möchte ich wissen, wie viel da wem geholfen wird. Da meine Eltern mehrere Jahre (mit mir) als Entwicklungshelfer in Ruanda waren, habe ich davon zumindest etwas mitbekommen. Ich habe vor rund zehn Jahren mit unserem Generalkonsul in Shanghai über die Situation in China reden können. Letztes Jahr habe ich mit Regierungsmitgliedern der kurdischen Regierung in Erbil reden können. Dort habe ich mich unter anderem derüber unterhalten, wie deutsche Unternehmen das Giftgasprogramm fü Saddam bauten. Vor einigen Monaten habe ich mir mit einem ehemaligen israelischen Elitesoldaten Israel angesehen. Während wir den Luxus von Grenzen zu unseren Nachbarn haben, standen wir dort oft an Waffenstillstandslinien, die als de facto-Grenze dienen.
Bei all diesen Treffen habe ich viel über das Leid vor Ort und über Einzelschicksale gelernt. Und fast immer waren deutsche Waffen, deutsche Lieferanten oder deutsche Zwischenhändler beteiligt. Ich kann darüber bloggen, twittern und bei Facebook schreiben, mit Leuten reden und mich aufregen. Aber ändern kann ich nichts. Es zu verstehen war der erste Schritt. Nun will ich in den Bundestag und so in die Gremien, die diese Dinge zulassen. Ich möchte mit "nein" stimmen können, ich möchte mit mehr Medienaufmerksamkeit darüber reden, wie unsere Waffen im Ausland Menschen töten, Familien zerreißen und Diktatoren stärken mit dem Argument, dass wir hier Arbeitsplätze erhalten müssen. Polemisch könnte man hoch rechnen wie viele Tote für einen Arbeitsplatz stehen.
Die Piraten wollen ein friedliches Miteinander, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht die Wirtschaft. Wir können unseren Luxus nicht auf den Gräbern im Ausland begründen. Ich möchte nicht mehr mit den Leuten in den Länder darüber reden müssen, wie Familienmitglieder von ihnen durch deutsche Technik umgebracht wurde. Jetzt habe ich die Chance, etwas zu ändern, und die möchte ich gerne nutzen. Und dieser Punkt ist mir wichitger als der Luxus, ausschlafen und meine Arbeitszeit frei einteilen zu können.
Fragen
Ansonsten fällt mir nicht viel ein, ihr könnt aber gerne Fragen stellen.
Fragen von F0O0
Hallo Enno.
Ich habe einige Fragen, die ich gern stellen würde. Oder die andere Menschen stellen wollen. Ich hab da ein pad, wo jede ihre Frage eintragen kann. Solange die Fragen neutral und respektvoll an alle Kandidatinnen gestellt werden. Es sollen sachliche Fragen zur Frage "Warum willst du in den Bundestag?" sein. Sollte ich also später noch weitere Fragen stellen, sind die auch aus diesem pad. Fragen von mir sind mit einem * am Ende gekennzeichnet. Stephan
Wie lange hast du dich mit deinem möglichen zukünftigen Arbeitsumfeld schon auseinandergesetzt? (Gern eine Angabe in Stunden, die du dich mit dem Thema beschäftigt hast)*
Mit Politik, Bundestag usw.? Keine Ahnung, aber sehr viel. Ich bin seit Jahren regelmäßig im Bundestag und gucke mir verschiedene Sitzungen an. Ich rede viel mit Politikern über Themen, die mir wichtig sind (auch vor der Piratenzeit), und bekomme, gerade seitdem die Berliner Piraten im Abgeordnetenhaus sitzen, noch viel mehr von den ganzen Details und Problemen mit, die man vorher halt nicht kannte. Ich würde es auf mehrere hundert Stunden schätzen, so grob seit 10 Jahren immer wieder.
Weißt du schon, welche Ausschüsse du gern besetzen möchtest?* Welche ich möchte: Klar. Aber ich denke, das wird ein großes Geknobel am Ende und man muss sehen, was man bekommt. Ständige Ausschüsse: “Zivile Krisenprävention und vernetzte Sicherheit” und Unterausschuss “Vereinte Nationen, internationale Organisationen und Globalisierung”. Ansonsten derzeit “Gremium nach § 23c Absatz 8 des Zollfahndungsdienstgesetzes” eher bekannt als “Kriegswaffenkontrolle”
Weißt du, wie oft und wann deine Lieblingsausschüsse tagen?* Ohne nach zu sehen hätte ich gesagt 1x im Monat im Schnitt. Mit nachsehen sehe ich: Etwa alle 4 Wochen. Also war ich ganz gut dran, denke ich.
Hast du sie schon besucht oder anderweitig verfolgt und kennst die aktuell behandelten Themen?* Ausgerechnet diese Ausschüsse nicht. Durch meinen Hausausweis und die räumliche Nähe (ich laufe keine 10 Minuten zu den großen Bundestagsgebäuden) habe ich mir viel angesehen. Oft wurde ich im vergangenen Jahr von Piraten auf Veranstaltungen hingewiesen, zu denen ich dann gegangen bin. Wie so ein Ausschuss abläuft und wie oft man nicht rein kommt weiß ich also. Ansonsten sehe ich mir zu "meinen" Ausschüssen unregelmäßig die Tagesordnungen an.
Stichwort Tranzparenz (ja ich schreib das immer so): Hast du schon Ideen oder Konzepte, wie du deine Arbeit im Bundestag transparent gestalten wirst?* Diese Problematik ist für mich nichts neues, denn ich kenne sie z.B. aus meiner Arbeit als Stellvertretender Landespressesprecher: Alleine meine Pressekontakte ordentlich zu melden, stellt mich oft genug vor ein Problem. Auch meine freiwillige Liste "Mit wem ich mich treffe" ist ungewollt lückenhaft. Am einfachsten: Gucken, wie es die anderen machen: Im AGH gibt es genau dafür Leute. man sollte also eine Mischung aus selber melden, persönliche Mitarbeiter nacharbeiten lassen und Fraktionsangestellte, die das bündeln und nachlesbar machen, haben. Z.B.: Ich twittere es grob, wie bisher. Ich hatte schon überlegt, ob man einfach eine Kalender App nimmt und da dann unterwegs Stichpunkte zu einträgt. Jeder, der mag, kann dann durch den Kalender scrollen und sich das angucken. Im Sekretariat sollte dann noch jemand aus gängigen Abkürzungen ganze Worte und Sätze bilden oder zu Namen noch deren Funktion, das Unternehmen, die Partei oder so ergänzen. Und dann eben abwarten, was man an Feedback bekommt, was noch gewünscht wird.
Was genau verstehst du unter Tranzparenz?* Transparenz an sich: Wenn etwas durchsichtig ist ;) Aber im Bezug auf Politik: Jeder muss nachvollziehen können, warum ich als Politiker welche Entscheidungen treffe. Ich muss also erklären, warum ich in welcher Abstimmung wie meine Stimme vergeben habe. Und man muss Hintergrundinformationen haben: Mit wem treffe ich mich? Von wo bekomme ich Geld oder andere interessante Dinge?
Stichwort Arbeitgeberin: Du wirst im Bundestag nicht nur Abgeordnete, sondern auch Arbeitgeberin sein. Inwieweit hast du dich auf diesen Aspekt deiner möglichen zukünftigen Tätigkeit vorbereitet?* Ich beschäftige derzeit rund 20 Mitarbeiter in meinem Unternehmen. Seit 2008 bin ich Arbeitgeber in Wirtschaftsunternehmen gewesen. Ich habe mit Festangestellten (Vollzeit, Teilzeit), freien Mitarbeiten (Lektorat, Design, Handwerker) und mit allen möglichen Kooperationen, Lizenzmodellen und Performance-Deals zu tun gehabt. Daher denke ich, dass ich in dem Punkt fit bin.
Ehrliche Frage, die ich gern ehrlich beantwortet hätte: Bewirbst du dich auf eine Kandidatur des Geldes wegen?* Nein. Ich habe als Unternehmer auch so ein gutes Auskommen, ich habe keinen Chef über mir und ich mag meinen Job. Aber mit einem Verlag und einem Souvenirladen verändert man die Welt nicht, daher möchte ich in den Bundestag.
Nenne einen Programmpunkt aus dem Bundeswahlprogramm und erkläre ihn in 3 Sätzen. Das Bedingungsgslose Grundeinkommen ist eine weitreichende Idee, die beschreibt, wie wir in Zukunft zusammenleben können. Jede(r) soll einen Grundbetrag erhalten, von dem man rudimentär leben kann, ähnlich wie die heutige Grundsicherung. Alle zusätzlichen Einnahmen kann man behalten, um so ein nach oben offenes Einkommen zu haben, ohne den Druck, nach unten ins Bodenlose fallen zu können.
Wie stehst du zur Vermögenssteuer? Ab einem gewissen Einkommen finde ich sie gut. Wer in Deutschland reich wurde, muss an der Allgemeinheit irgendwie verdient haben. Also kann er einen Teil auch wieder abgeben. Im Detail kommt es auf die jeweiligen Zahlen an. Vorschläge von 50% und mehr ab einem gewissen Einkommen halte ich für kontraproduktiv. Wer so viel verdient, kann es meist auch im Ausland versteuern. Man muss also eine Balance finden, mit der man an mehr Geld kommt, aber niemanden verjagt, der dann keine Steuern mehr zahlt.
Wie stehst du zum Thema Umverteilung? An sich sollte das von selbst funktionieren, aber wir wissen ja, dass es nicht geht. Das sehe ich wie bei der Unternehmenssteuer. Ich gönne es jedem reichen Menschen, nichts tun zu müssen und im Luxus zu leben. Aber solange es Leute gibt, die ein Minimum an sozialer Teilhabe nicht erreichen, müssen wir hin und her verteilen, um das zu ändern. Eine komplette Nivellierung aller halte ich allerdings für nicht praktikabel. Dann fehlt dem einzelnen der finanzielle Anreiz, mehr zu tun (was einfach nach wie vor der häufigste Grund ist), oder die Leute wandern ab.
Wie stehst du zur Frauenquote? Sehr kompliziert. An sich halte ich nichts von Quoten in jeglicher Form, da ich sie bedingt als unnütz empfinde. Es gibt immer Bereiche, in denen mehr Frauen oder Männer arbeiten und wo beide Seiten mit zufrieden sind, z.B. KFZ-Mechaniker oder Sekretärin. KFZ-Mechanikerinnen und Sekretäre sind weiterhin seltener. Da würde ich keinen Handlungsbedarf sehen, weil mir bisher nicht bekannt wäre, dass es dort ein besonderes Problem gibt. Anders ist es, wenn Frauen Positionen möchten, diese aber scheinbar oder offensichtlich aufgrund ihres Geschlechts nicht bekommen. In dem Fall halte ich eine Quote für das notwendige Übel - aber nur so lange, bis die Leute verstanden haben, dass das Geschlecht in dem Fall keine Rolle spielen sollte. Also als Brückentechnologie leider nötig, aber ich glaube, dass es nach ihrem Erfolg für alle Beteiligten ohne Quote angenehmer ist.
Wie stehst du zur Extremismusklausel? Halte ich für gut. Ich finde Extremismus in keiner Form sinnvoll. Solange andere (vor allem demokratische) Wege möglich sind, muss man die benutzen. Und wenn man nicht immer eine Mehrheit für seine Meinung bekommt, dann muss man damit leben. Da wir in Europa noch auf der Insel der Glückseligen leben, ist es aber auch einfach gesagt. Ich verstehe jeden, der z.B. derzeit in Syrien, auch mit Waffengewalt, gegen das Regime vorgeht. Das sehe ich als legitim, da die Demokratie keine Chance mehr hat.
Wie stehst du zu Feminismus? Feminismus verstehe ich als eine Art Interessenvertretung von Frauen, die sich gegen unverschuldete Diskriminierung stellen und diese beseitigen wollen. Wie in allen Fällen, in denen Leute sich gegen Diskriminierung stellen, finde ich das gut. Der Begriff ist allerdings (ich glaube, gerade bei den Piraten) zwar noch nicht verbrannt, aber wenigstens angekokelt, da das Thema von einzelnen beider Seiten zu heiß diskutiert wurde. Aber auch wenn man es anders nennen würde: Das Problem bleibt und daran muss gearbeitet werden.
Welche politische Richtung siehst du in der Partei am meisten vertreten? Links am ehesten, aber auch sozial und liberal. Bisher habe ich das Gefühl, dass die jeweiligen Aspekte ausgewogen vertreten sind.
Wo siehst du unsere Partei in 5 Jahren? Wenn ich mir die letzten Jahre ansehe, denke ich: In einem guten Zustand. Die Arbeit in den Parlamenten ist Alltag geworden und die Anfangsschwierigkeiten sind weg. Wir haben Systeme etabliert, um Trolle, Rechte und andere Störende entweder zu sinnvollen Parteimitgliedern zu machen oder sie loszuwerden. Die Shitstorm-Mentalität haben wir hinter uns gelassen und die Piraten haben sich daran gewöhnt, dass man nicht immer einer Meinung ist, und Minderheitenschutz, Basisdemokratie und Transparenz unter einen Hut gebracht. Hoffentlich haben wir bis dahin auch die Parteitage im Griff und können zwischen dem Rederecht, langen Parteitagen, zu vielen Anträgen und zu wenig Zeit einen guten Kompromiss finden.
Mußt du Begriffe, wie Lookism, Ableism, cisgender und ähnliche Begriffe googlen?* Cis bzw cisgender kannte ich. Lookism und Ableism musste ich googlen, kenne ich natürlich auch. Aber es gibt immer neue Begriffe, die dafür verwendet werden, wie nun diese Anglizismen. Auch wird es sicher in Zukunft neue Wortschöpfungen im Bereich der Diskriminierung geben, die ich nicht sofort kenne. Aber ich finde es nicht wichtig, den aktuellen Begriff zu kennen, sondern viel wichtiger, einfach gegen Diskriminierung jeglicher Art zu sein.
Fragen aus dem LQFB Pirat-O-Mat-Fragenkatalog #928
Bist Du Bereit den Verlust an Privatsphäre und Lebensqualität durch das Mandat hinzunehmen
Ich arbeite auch jetzt schon viel öffentlich, blogge/twittere/facebooke viel von meinem Leben und sehe das Feedback. Ich denke daher, dass ich das ganze im Kleinen schon kenne und habe da keine Sorge.
Kannst Du mit Leuten zusammen arbeiten die Dir unsympathisch sind?
Ja, habe ich oft gemacht. Ist nicht immer einfach und kommt vor allem darauf an, ob mein Gegenüber es auch kann. Ich muss bei den Presseanfragen immer wieder mit oder über Leute reden, deren Meinung ich nicht vertrete oder die ich persönlich nicht mag. Auch habe ich im Laufe der diversen Jobs immer wieder in Teams gearbeitet, in denen ich mich nicht so wohl fühlte. Passiert halt.
Hast Du Erfahrungen im Erfassen und Bearbeiten von komplizierten Sachverhalten?
Ja. Ich habe in einer technischen Unternehmensberatung mit kurzer Einarbeitungszeit gearbeitet, ich habe ein Handelsunternehmen aufgebaut und filialisiert, ohne das vorher schonmal gemacht zu haben, habe große Events mit wechselnden Themen organisiert und bin gerade dabei, einen Verlag zukunftsfähig zu machen, ohne das vorher je gemacht zu haben. Ansonsten war ich lange SysAdmin, wobei man auch immer wieder schnell kaputte (Computer-) Systeme verstehen muss, die man selber kaputt gemacht hat.
Hast Du Erfahrungen in professioneller heterogener Teamarbeit?
Ja. In der technischen Unternehmensberatung und im Außendienst beim Warten von Steuerhardware/-software für Liniearbeschleuniger. Dort musste es schnell und zuverlässig geen in zusammengewürfelten Teams in verschiedenen Sprachen.
Gibt es Gründe Liquid-Entscheidungen zu Ignorieren?
Selten, aber ja. Wenn sie offencihtlich von "Stimmvieh" manipuliert wurde oder wenn ich sie kein bisschen mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Mir fällt aber ad hoc keine Entscheidung ein, die bisher durchs lqfb lief, die das rechtfertigen würde. Bisher scheint die Schwarmintelligenz richtig zu laufen :)
Hast Du Erfahrungen mit komplexen Gesetzestexten und Verwaltungsvorgängen?
Teilweise. Ich habe 4 Semester Jura studiert und somit grundsätlich gelernt, mit Gesetzen um zu gehen. Ich habe selber immer wieder mit Gerichtsverfahren zu tun gehabt und kenne daher auch den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Ich habe immer wieder UN-Resolutionen oder Gesetzesentwürfe gelesen und sie meist auch verstanden oder jemanden gefunden, der sie mir erklärt. Im Bundestag wird es sicherlich schlimmer, aber die Basiscs sollte ich drauf haben.
Hast Du innerhalb des letzten Vierteljahres regelmäßig mindestens einen Squad besucht?
Außer bei krankheitsbedingten Ausgällen das Pressequad.
Hast Du schon mal eine Führungsposition besetzt?
Seit fast 5 Jahren Geschäftsführer bzw. geschäftsführender Gesellschafter von Unternehmen mit 10-20 Angestellten. Dazu einige Jahre Projektleiter.
Hast Du schon mal eine BVV-/AGH-Sitzung besucht?
Etliche. In den letzten 15 Jahren diverse BVV-, Bundestags-, Landtags-, AGH-, Stadtrats- und was weiß ich was für Sitzungen.
Hast Du innerhalb des letzten Vierteljahres regelmäßig mindestens eine Crew besucht?
Alle (wenigen) Treffen der "Spätrömischen Dekadenz", oft Kinski (falls das zählt).
Kandidierst Du auch dann, wenn Du bereits ein Mandat besitzt?
Habe kein Mandat, würde dann aber auch kein weiteres anstreben.
Hast Du Fremdsprachenkenntnisse/Spezialkenntnisse/Expertise für die Bundestagsarbeit?
Außer dem üblichen Englisch keine Framdsprachen. Ich kann z.B. Leuten über Probleme reden und Lösungen finden, Dinge zusammenfassen und erklären, bin relativ stressresistent und habe einfach viel in großen anstrengenden Projekten gearbeitet.
Bist Du vorbestraft oder hast Du laufende Verfahren?
Weder das eine noch das andere.
Hast Du eine abgeschlossene Ausbildung?
Ja. IT-Systemkaufmann.
Würdest Du vertrauliche Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, wenn diese politisch brisant sind?
Ist eine Einzelfallentscheidung. Aber prinzipiell ja, wenn ich meine, dass die Öffentlichkeit es wissen muss. Und wenn aus meinem näheren Umfeld niemand meint, dass es totaler Blödsinn sei.
Bist Du in der Lage ein eigenes Publikationsmedium zu organisieren?
Denke schon, alleine weil ich selber Verleger bin. Ansonsten mache ich seit vielen Jahren Pressearbeit.
Warst Du mindestens 3 Jahre durchweg berufstätig?
Ja. Seitdem ich 10 bin, habe ich durchgehend wenigstens Nebenjobs (z.B. Schauspieler) gehabt. Aber Arbeit, von der ich eigeneständig leben kann, seit vielen Jahren.
Ist Dir klar, wie ein Parlament funktioniert?
Ja. Ich habe es auch oft anderen Leuten erklären müssen.
Möchtest Du in einer Fraktion eine Verantwortungs/Führungsposition übernehmen?
Wenn man das von mir möchte: Klar. Aber drum reißen würde ich mich nicht. Ich denke, dass dann sehr viel Zeit in die Verwaltung geht und man weniger für die inhaltliche Politik hat.
Hast Du schon mal LQFB benutzt, um über die Fraktion im AGH einen Antrag einzureichen?
Nein. Aber ich habe immer wieder direkt mit Abgeordneten über Dinge geredet, die mir wichtig waren.
Bist Du schon mal mit geltendem Recht aneinander gestoßen oder hast Dich in einer rechtlichen Grauzone bewegt?
Ja. Verschiedener Kleinkram (z.B. zu schnell gefahren) und eine komplexe Geschichte, die man ganz lesen muss (http://enno.verbrennung.org/2008-10-20-urteil-ohne-folgen/). Unterm Strich einmal 4 Wochen den Führerschein abgegeben, sonst nie zu etwas verurteilt worden.
Hast Du Erfahrung im erstellen von längeren, zusammenhängenden Texten?
Ja. Ich habe oft Dokumentationen zu eigenen Projekten schreiben müssen, Artikel für diverse Zwecke, Ausarbeitungen für die Uni, usw.
Wirst Du einen Teil Deiner Diät an die Partei spenden?
Ja. Ca 10% vom Netto (nach Krankenkasse, etc) halte ich bei der Einkommenshöhe für sinnvoll.
Schwertliste
- Verena Henssen
- Nutella 20:05, 31. Dez. 2012 (CET)
- VinzentEppelt 20:40, 31. Dez. 2012 (CET) schwert schild und speer
- Richard Joos Feder bzw. Tastatur
- Patrick Schiffer (NRW)
- Skinnerbox 07:50, 3. Jan. 2013 (CET)
- Martl 13:44, 3. Jan. 2013 (CET)
- E-laine 18:39, 3. Jan. 2013 (CET)
- megarosaelefant Köln