Benutzer:Duesenberg/Blog

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24.April 2012 - Das kenn ich aber jetzt irgendwoher ...

Das ist jedem schon passiert, man hört ein Lied und denkt: " ...das aber jetzt geklaut, das kenn ich doch irgendwoher, verflixt ich komm nicht drauf.."
Das liegt einfach daran, daß in unserem Empfinden, welches kulturell gprägt ist, bestimmte harmonische Wendungen Gefühlsmuster in uns auslösen, die uns vertraut sind.
Diese kulturellen Prägungen entscheiden auch, ob uns etwas gefällt, also gefällig ist oder nicht. Das harmonische Verständnis eines japanischen Kioto-Künstlers kann da durchaus erschreckend für einen abendländischen Zuhörer sein, während fernöstliche Kodo-Trommler als kraftvoll, leidenschaftlich und belebend wahrgenommen werden.
Man kann das dadurch erklären, daß rhytmischer Ausdruck einem Urinstinkt folg, während harmonisches Empfinden erlernt wird.
Dies wiederum unterliegt einem beständigen Wandel; über Beethovens Qarten rümpfte man seinerzeit die Nase, wurden sie doch als primitiv verpönt, während Quinten als höchste Schaffenskraft angesehen wurden. Die heutige Pop.- und Rockmusik käme ohne Qarten nicht weit, noch dazu man damals auch schlichtweg ignorierte, daß strengenommen Quinten und Qaurten das gleiche harmonische Ereignis sind.
Daraus kann man nun folgern, daß es keine umwerfend neue Musik mehr erdacht werden wird, die letzten bahnbrechenden neuen Musikstile hatten alle rhytmische Hintergründe zusammen mit neuen Klängen und bei den Rhytmen bin ich mir ziemlich sicher, daß auch diese Beats schoneinmal getreten, gestampft oder geklatscht worden sind.
Aber das soll dies nicht abwerten, ganz im Gegenteil, es zeugt davon, daß Künstler ihr Lebensgefühl reflektieren und sich den Mitteln bedienen, welche sie zur Verfügung haben, dadurch werden Gemeinschaften gebildet, die sich sehr stark miteinander verbunden fühlen.
Dieses künstlerische Ideen nehmen immer mehr Gestalt an, je mehr Menschen diese wahrnehmen und annehmen und einige fangen an, diese Ideen darüber hinaus weiterzuentwickeln und halten diese damit am Leben.
Materielle Dinge verfallen, während geistige Dinge, sofern sie der qualitativen Auslese widerstehen sich erhalten und fortwährend gestalten.
Und jetzt betrachten wir die monitären Aspekte der vorangegangenen Überlegungen: Heavy Metal zB. verzeichnet seit Jahren ein konstantes und stabiles wirtschaftliche Wachstum, ohne daß dies groß in den Charts oder in den wohlfeilen Medien stattfinden würde. Auch andere Nischen existieren stabil, wenn auch auf niedrigerem Niveau, weil es Menschen gibt denen diese Musik sehr viel bedeutet und diese für ihr Lebensgefühl unverzichtbar ist.
Allerdings wird der gefühlt 250te "Superstar" eher als eine Art Wegwerfartikel betrachtet (ich persönlich finde das furchtbar, wie da Menschen verheizt werden) und niemand entwickelt daran eine anhaltende Identifikation und gibt dafür Geld aus; wenn man es irgendwo umsonst herbekommt OK, aber das wars dann auch.
Der Musikmarkt wird mit unfassbar vielen Produkten überschwemmt und inzwischen bekomme ich den Eindruck, daß man das immer in der Hoffnung tut, irgendetwas wird wohl zünden.
Es ist weder neu noch besonders originell an dieser Stelle zu beaupten, daß die Musikindustrie ein massives Qualitätsproblem hat und nun versucht sich mit Hilfe rechtliche Sanktionen zu retten, man darf gespannt sein, ob dies gelingt. Es gilt zu verhindern, daß hier kreative Monokulturen entstehen und die kulturelle Vielfalt zu erhalten.
Genau da macht die Musikindustrie den entscheidenden Fehler!
Gerade aus den Nischen kamen letztlich immer wieder die Impulse für neue einträgliche Künstler und Musikstile.
Weil die Industrie dies nicht erkennt und gezielt fördert entzieht sie sich selber den Nährboden, da helfen auch keine restriktiven Leistungsschutzrechte, da hilft die Kriminalisierung von Konsumenten nicht oder das Einführen von Kontrollen.
Duesenberg 10:26, 24. Apr. 2012 (CEST)


Diskussion / Kommentare



21.April 2012, ...es ist nicht immer leicht...

...ein Pirat zu sein.

Heute Nacht habe ich dann wirklich schlecht geschlafen, 1.000 Gedanken sprangen im Kopf umher und zankten sich.
Ist das alles richtig so, tust du vielleicht nicht unrecht, ist es übertrieben, hast du überreagiert, haben die Anderen vielleicht doch recht...
Nachdem nun aber auf meiner Wikiseite meine Motivationen mit denen eines Roland Freislers verglichen wurde, der Richter, welche unter anderem die Geschwister Scholl zum Tode verurteilt und wie kein Zweiter das Recht gebeugt hat, weis ich, daß es richtig war so zu handeln. Ich bin darüber einfach nur entsetzt, noch dazu es dem, natürlich anonymen Verfassers gelingt in diesem "Beitrag" Beate Klarsfeld einzubringen.
Es geht hier nicht um Mobbing und es geht auch nicht um Hetze, sondern es geht darum sich immer wieder und wieder für Bodo Thiesen seit Jahren rechtfertigen zu müssen, daß dies einfach müßig ist und das zB. das GEMA ./.Youtube Urteil gestern darin einfach unter ging. Es geht darum sich Landkarten anschauen zu müssen in denen bei RLP ´Freunde von Bodo` steht, oder sich diese Frage im Wiki gefallen lassen muss. Nein ich bin kein Freund von Bodo.
Noch dazu er sich kein Stück einsichtig zeigt:

  • Unter Tarzuns Durchsage zB. vergleicht er die Toten des Naziterrors mit den Toten am Hindukusch.

Dazu der Anwurf dies aus populistischen Gründen zu tun und weil ja BuVo-Wahlkampf wäre; ich muss mich also plötzlich für meine zutiefst Empfundenen Werte rechtfertigen? Das ist für mich neu.
Bleibt erstmal so ein blödes Gefühl der Hilflosigkeit zurück.

Update: Wenn jemand den offenen Brief nicht unterstützt, warum auch immer, so heist das für mich automatisch NICHT, daß ich denke, er gehöre zu den "Anderen".

Kommentare:

"Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht hat." Kurt Tucholsky Bei Nazis habe ich Null Verdacht, dass sie recht haben könnten, daher Null Toleranz!

Und da die Aussagen von Herrn Bodo Thiesen eindeutig und mehrmals über einen längeren Zeitraum erfolgt sind, tust du, tun wir die Unterzeichner des Aufrufs ihm kein Unrecht, wenn wir ihn als Nazi oder Nazisympathisant einordnen. Als solcher hat er in der Piratenpartei nichts zu suchen.

Bin zu kurz dabei, um es genau beurteilen zu können. Aber wenn wir schlaflose Nächte haben sollten, dann nur, weil es ein Fehler gewesen ist, das wir erst jetzt, auch auf äußeren Druck reagieren.

Gruss

--Pirat Parzival 20:31, 21. Apr. 2012 (CEST)

17.April 2012, Urteil zum PAV Bodo

...und dann rückt ein Herr Wichtig die Geschichte wieder richtig....

Ich habe diese Textzeile aus „Sage Nein“ von Konstantin Wecker und Hannes Wader vorangestellt, weil diese Worte nie ihre Aktualität verloren haben in all den Jahren, ... leider.

Bodo Thiesen ist so ein Herr Wichtig, der unfähig die humanitäre Seite der Geschichte mit einzubeziehen, immer wieder besserwisserisch auf formale Rechte pocht und borniert auf einer Meinungsfreiheit beharrt, die für viele Menschen unerträglich erscheint. Dennoch kann es nicht sein, daß ein Gericht populistische oder ideologische Urteile fällt. Dies hat nun das Bundesschiedsgericht der Piratenpartei nun eben auch nicht getan und Bodo Theissen verbleibt in der Piratenpartei, sofern er nicht selber austritt.

Man muss auch verstehen, daß ein Parteiausschlußverfahren ein höchst komplexer juristischer Vorgang ist, und das ist auch gut so, damit ein solches Verfahren nicht ideologisch instrumentalisiert und mißbraucht werden kann. Dieses Verfahren wurde im Vorfeld auf Landesebene von Laien betrieben, welche sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst waren und entsprechend damit umgegangen sind, man kann ihnen die formalen Mängel, welche das Bundesschiedsgericht nun anführt nicht zum Vorwurf machen. Auch hat der damalige verantwortliche Bundesvorstand nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Man wird daraus für die Zukunft lernen müssen. Bodo Thiesen ist bereits verurteilt, er ist isoliert und er weis, daß er eine Persona non grata in der Piratenpartei ist.

Das sehr professionelle und fundierte Urteil des Bundesschiedsgerichtes der Piratenpartei Deutschland zeigt auch auf, wo sich Bodo Thiesen von seinen Thesen distanziert hat; ich persönlich vermisse allerdings immer noch die Einsicht, daß Schicksale wie die des Paters Maximilian Kolbes, einer Anne Frank oder eines Georg Elser letztlich jedem Relativieren entgegenstehen.

„... ihr habt geschrien, wo andere schwiegen...“ aus: „die weiße Rose“ von Konstantin Wecker

Ich werde Bodo auf dem Bundesparteitag eine weiße Rose schenken...