BY:Wahl2013/Formalia/Wahlverfahren Alternative2
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Inhaltsverzeichnis
Wahlverfahren
Alternatives Aufstellungsversammlung zur Landesliste Bayern (BTW 2013)
Sinn und Zweck
Dieser Text beschreibt den modifizierten Vorschlag des Orga-Teams zum Versammlungsablauf der Aufstellungsversammlung für die Bundestagsliste im Landesverband Bayern. Er ist ein Vorschlag und keine Beschlusslage der Partei.
Grundgedanken
Beim Design des Vorschlages wurde darauf geachtet, dass die Kandidaten frühzeitig ein Feedback über ihre Chancen erhalten. Dies soll aussichtslose Kandidaturen aufzeigen und sie zum Nachdenken anregen, da jeder Kandidat der zurück zieht am Ende Zeit erspart. Des weiteren soll das Wahlsystem zukunftsfest sein, um es bei späteren Bundestagswahlen wieder anwenden zu können. Das heißt, dass die Versammlung gewisse Parameter (z.B. wie viele Plätze besetzt werden) festlegen können soll. Ebenfalls wurde ein Augenmerk auf einen minimalen Minderheitenschutz gelegt. Das Wahlverfahren wurde so ausgewählt, dass eine 50%+X Mehrheit den Rest nicht gnadenlos wegstimmen kann, sondern dass sich regionale Minderheiten (z.B. Niederbayern) oder thematische Minderheiten (BGE) prinzipiell schützen können. Nach Parteiengesetz müssen Beschlüsse mit einer einfachen Mehrheit gefällt werden. Dies wird durch eine Endbestätigung der ganzen Liste erledigt. Dadurch können wir vorher ein alternatives Wahlsystem einsetzen.
Prinzipieller Ablauf der Versammlung
- Versammlungseröffnung
- es wird eine Geschäftsordnung beschlossen
- Vertrauenspersonen (Gesetzlich notwendig, Vertretungsberchtigt gegenüber Landeswahlleiter) und Versammlungsleitung werden bestimmt
- Kandidatenliste wird geschlossen
- Kandidaten werden per Zufall sortiert (Los, ggf. schon vor Versammlungsbeginn)
- Vorstellung der Kandidaten
- Es wird ein geheimer Stimmungstest durchgeführt
- Stimmungtest erlaubt jeden Piraten bei jedem Kandidaten festzuhalten: Bekommt stimmen von mir/Weiß noch nicht sicher/ Bekommt keine Stimmen von mir
- Kandidatenvorstellung beginnt schon während der Auszählung des Stimmungstests
- Jeder Wähler erhält ein Notizblatt mit dem Namen aller Kandidaten in der Reihenfolge der Vorstellung, um sich für jeden Notizen machen zu können.
- Bewerber sollen in möglichst 3 Minuten (Stoppuhr sichtbar) sich und ihr Programm vorstellen, höchstens jedoch 10 Minuten Redezeit - dabei sind keine Nachfragen erlaubt.
- Nach jeder Vorstellung gibt es die Möglichkeit Fragen an den Kandidaten zu stellen. DIe Versammlung beschliesst, ob sie Fragen stellen will. Falls sie positiv abstimmt, stimmt sie per offener Akzeptanzwahl ab, ob die eigene Redezeit für den Kandidaten auf insgesamt mindestens 1, mindestens 3 oder maximal 5 Minuten beschränkt werden soll. Währenddessen können Piraten ihre Aktreditierungsnummer in die Urne einwerfen. Fragende werden, soweit vorhanden, nacheinander ausgelost. Die Versammlung kann für jeden Kandidaten beschliessen diese jeweils zu verlängern. Der Fragende hat bis zu 30 Sekunden zum Stellen seiner Frage, der Kandidat maximal 60 Sekunden um auf diese zu antworten.
- Ergebnisse des Stimmungstest werden öffentlich vorgestellt sobald verfügbar
- Es wird ein geheimer Stimmungstest durchgeführt
- Wahl der Kandidaten
- es wird eine geheime Bewertungswahl aller Kandidaten durchgeführt. Die Kandidaten können für jeden Kandidaten eine Zahl zwischen 1 und 9 vergeben oder keine Bewertung (als 0 gewertet) abgeben.
- die Stimmen werden von mehreren Wahlhelfern in eine Tabelle im Computer übertragen, unabhängig überprüft und für alle Mitglieder online zugänglich gemacht (zur unabhängigen Auswertung). Die Wahlhelfer bilden am besten mehrere 3er Teams (Vorleser,Eintipper,Überprüfer) zur Übertragung. Da die meisten Wähler wohl nur wenigen Kandidaten mehr als 0 Punkte geben, dürfte die Auswertung eines Stimmzettels bei 90 Kandidaten durchschnittlich max. 30-40sec dauern. Um die Gesamtdauer auf ca. 30min zu beschränken kann die Anzahl der benötigten Teams abgeschätzt werden. z.B. für 400 Stimmzettel a 40sec = 4,4h -> 8 Teams.
- mit Hilfe des "reweighted range voting" Auswertungsverfahrens wird die Rangefolge aller Kandidaten bestimmt. Bei Punktgleichheit (sehr unwahrscheinlich) entscheidet das Los.
- Listengröße
- die Rangefolge wird öffentlich bekannt gegeben.
- Die Wähler bestimmen nun in offener Abstimmung nach einem binary search angelehnten Verfahren die Listengrösse. Dazu wird bei jeder Abstimmung gefrägt, ob die Liste kürzer oder länger als eine gewisse Position sein soll. Die Position wird als mittlere Position zwischen einem Minimal und Maximalrang (Anfangs 1. und letzter Rang) ermittelt. Ergibt die Abstimmung "kürzer", so wird der Maximalrang auf die Position, ansonsten der Minimalrang auf die Position+1 gesetzt. Ist die Differenz zwischen Maximum- und Minimalrang 1, sowird der Minimalrang als Listengrösse gewählt.
- Listenbestätigung
- Es gibt noch einen geheimen Wahlgang, auf den alle Piraten abstimmen können ob sie die gesamte Liste bestätigen möchten oder nicht.
- Wenn diese Abstimmung fehlschlägt, gehe zu 3
- Schließe die Veranstaltung und feiere eine Party
Beispiele Versammlungsablauf
Anmerkungen zur Bewertungswahl
Jemand äusserte Bedenken, dass die Wähler strategisch wählen könnten und kleinere Bezirke keine Chance auf eigene Kandidaten in oberen Listenpositionen hätten. Das RRV Verfahren berücksichtigt aber genau das. Hier das Ergebnis einer Simulation:
Annahmen: insgesamt 400 Wähler erscheinen proportional zum Anteil der zahlenden Mitglieder aus alle Bezirken. Die Anzahl der Kandidaten pro Bezirk entspricht der aktuellen Liste. Alle Wähler seien bornierte Lokalpatrioten und geben den Kandidaten aus anderen Bezirken immer 0 Punkte. Wähler aus einem Bezirks geben ihren Kandidaten mindestens 5 Punkte. Für die ersten 4 besten Kandidaten aus ihrer Bezirkseigenen Liste vergeben sie alle absteigend 9,8,7,6 Punkte.
Ergebnis: in Klammern jeweils Anzahl (Kandidaten/Wähler) aus dem Bezirk. Nur Plätze, bis alle Bezirke einen Kandidaten stellen werden gelistet.
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Mittelfranken (16/62)
- Platz Schwaben (7/53)
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Unterfranken (4/29)
- Platz Oberfranken (6/29)
- Platz Mittelfranken (16/62)
- Platz Oberpfalz (7/26)
- Platz Schwaben (7/53)
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Oberbayern (44/177)
- Platz Niederbayern (3/19)
Wie man sieht, hätte selbst der allerkleinste Bezirk einen Kandidaten auf dem 14. Platz. Das Ergebnis ist ähnlich, wenn alle ihren Bezirkskandidaten 9 Punkte geben, oder nur der grösste Bezirk (Oberbayern) das macht.