BY:S71/Drucker
Eines schon einmal vorweg: Es geht hier um eine Druckeranschaffung. Die Ausdrucke sollen und müssen vom jeweiligen Nutzer (Land, Bezirk, KV, AG, SG etc) bezahlt werden um die Anschaffungskosten zu refinanzieren. Es ist nicht geplant, dass man in der LGS umsonst druckt.
1. Der Drucker steht angeblich schon in der LGS; es wäre gut, wenn mal breit kommuniziert würde, wie er dort hinkommt.
> Der Drucker steht schon seit der Übernahme der Räumlichkeiten in der LGS. Er stand schon vorher dort wohlgemerkt, weil es der Leasingdrucker des Vormieters war. Da der Vormieter vorzeitig aus dem Mietvertrag der Räumlichkeiten ausgestiegen ist um seine zwei Standorte in München zusammenzulegen hatte er keinen Bedarf mehr für einen zweiten Leasingdrucker und hat das Gerät ebenfalls vorzeitig aus dem Leasingverhältnis austragen lassen. Jedoch ist er aufgrund einer dreimonatigen Kündigungsfrist gezwungen bis 31.03.2012 der Leasingvertrag zu erfüllen. Das Gerät hatte einen Leasingvertrag von 5 Jahren, der 2 Jahre vor Ablauf nun aufgekündigt wurde. Die Gesamteinsatzdauer der Geräts ist also 3 Jahre.
2. Existiert für diesen Plan bereits ein Kaufvertrag? Wenn ja: Wo kann ich den einsehen? > Es gibt eine Rechnung der Leasingfirma Zwerger & Sohn in München in der das Gerät zum Preis von 3.678,54€ an den Vermieter der der LGS Räumlichkeiten aufgeführt wird. Das Gerät gehört im Augenblick dem Vermieter der Büroräumlichkeiten in der Schopenhauerstr. 71.
3. Um was für ein Gerät handelt es sich genau? (Fabrikat, Modell) > Sharp MX 2300N. Das ist ein Drucker-, Scanner- und Kopiersystem welches in Copyshops zum Einsatz kommt.
4. Für wieviele Betriebsstunden ist der Drucker ausgelegt? > Dieser Frage ist kaufmännisch und kalkulatorisch nicht zielführend und unüblich. Drucker werden nach Anschaffungskosten und Druckleistung hin gekauft, sprich wieviele Seiten schon damit gedruckt worden sind oder im Monat gedruckt werden sollten. Um hier die Frage gleich korrekt zu Beantworten: 35000 Seiten Druckvolumen in drei Jahren bei einer monatlichen Leasingrate von 200€ über nun drei Jahre. Abschlagszahlung bei Anschaffung nicht bekannt nur der augenblickliche Verkaufspreis von 3.678,54€ wie unter 1. beschrieben. Die 1.500€ sind ein Angebot der Vermieters an uns. Die Kaufunterlagen unseres Vermieters konnten unter Zeugen eingesehen werden, liegen uns aber im Augenblick nicht als Kopie vor.
5. Wieviele Betriebsstunden ist er schon gelaufen? > Siehe Vorfrage. Aber das bisherige Druckvolumen gesamt beläuft sich auf 35.000 Seiten und wie im Punkt 1. beschrieben in einem Zeitraum von 3 Jahren.
6. Wieviel Blatt können pro Tonerkartusche gedruckt werden? > 18.000 Seiten bei reinem Schwarz/Weissdruck, 15.000 Seiten Farbe (drei Kartuschen)
7. Was für Tonerkartuschen werden benötigt?
- Einzeln für jede Farbe und Schwarz? - Eine Kartusche für alles?
> Jeder der Grundfarben hat eine eigene Kartusche und kann unabhängig vom Verbrauchsgrad der anderen Kartuschen ausgewechselt werden. Es sind also vier Kartuschen (Schwarz plus die drei Druckgrundfarben Cyano, Magenta und Gelb) parallel im Einsatz.
8. Was kostet eine Tonerkartusche? > Schwarz : 66€ Die anderen Farben jeweils 137€. Also Voll bestückt kostet ein Tonersatz 477€. Dem Gerät liegt noch ein kompletter Tonersatz ungeöffnet bei. Also ist in den 1.500€ schon ein Tonersatz für 477€ enthalten.
9. Wer macht die Wartung?
- Wie hoch sind die zu erwartenden Kosten dafür? (Bitte
ehrenamtliche Arbeitsstunden nicht mit 0 Euro veranschlagen) >Bei einem Restwert von 1500€ muss der Drucker einen kompletten Tonersatz halten um sich komplett zu refinanzieren. Bei einem Gerät bei so einer geringen Druckleistung und Einsatzdauer ein vertretbares kaufmännisches Risiko keinen Wartungsvertrag abzuschliessen und ggf. Reperaturkosten selber zu tragen.
10. Entsorgung von angefallenem Abfall:
- Welche Kosten entstehen für Entsorgung der Tonerkartuschen und des
Resttonerbehälters (so vorhanden)? Keine. Können bei Händlern zurückgegeben werden. Also ggf. Portokosten.
11. Wurden Angebote eingeholt für:
- Miete eines gleichwertigen Druckers inkl. Wartung? - Wartung und Pflege dieses Druckers?
Wie in 1. erwähnt. 200€ pro Monat also 2.400€ im Jahr . Im Vergleich steht dazu der Drucker der BGS in Berlin mit 2.900€ Leasing pro Jahr. Aufgrund dieser Kalkulation und des Preises von 1.500€ macht ein Kauf hier mehr Sinn.
12. Wenn die antwort auf die letzten beiden Fragen "ja" lautet: Wo kann man die Angebote einsehen? > Wir haben ein telefonisches Angebot uns von der Leasingfirma geben lassen für ein neuwertiges Gerät in der selben Leistungsklasse wie das jetzt zum Kauf vorgesehene. Daher die 200€ Leasing pro Monat.
13. Und: Gibt es für die Anschaffung des Druckers irgendeine Grundlage wie beispielsweise einen Vorstandsbeschluß? Wir reden hier ja mal nicht über 50 Euro, sondern über eine Summe, die ich persönlich schon deswegen als signifikant ansehe, weil ich für das Geld etwas mehr als zwei Monate arbeiten müßte.
> Mit verlaub. Wir reden hier von einem Geschäftsdrucker und nicht von einem Privatdrucker für Familienbedarf. Das Anforderungsprofil eines Druckers einer Geschäftsstelle, die Anfragen und Anforderungen von knapp 5.000 Mitgliedern, der interessierten Öffentlichkeit, Arbeitsgruppen sowie drei Gliederungen genügen muss. Das Gerät hatte vor drei Jahren einen Neuwert von 15.0000€ und wir haben die Möglichkeit dasselbe Gerät in einem unserer Meinung nach sehr guten Zustand für 1.500€ zu übernehmen. Der Drucker ist laut Hersteller auf 35.000 Seiten Druckvolumen im Monat ausgelegt. Das ist das Gesamtvolumen, das der Vorbesitzer in drei Jahren grade mal so hinbekommen hat. Es geht hier darum, wie wir verantwortungs- und sinnvolle Investitionen mit Mitgliedsbeiträgen machen. Wenn 1.500€ immer noch ein inakzeptabler Anschaffungspreis oder ein zu hohes Anschaffungsrisiko aufgrund des Druckvolumen der vergangen drei Jahre ist dann können wir hier auch argumentativ nichts mehr ändern. Das ist dann der persönliche Geschmack von jedem einzelnen.
Zum guten Schluß:
"Mit diesem Gerät könnten wir unsere Flyer selber drucken" ist definitv kein Argument, denn es ist nicht gesagt, dass die Flyer dann wirklich billiger werden; außerdem würden wir mit dem Druck in Eigenregie nochmals (ehrenamtliche) Arbeitsstunden von Piraten binden, die anderweitig mit Sicherheit besser investiert werden könnten. Abgesehen davon ist es mit dem Druck allein ja nicht getan, Flyer müssen ja öfter mal noch gefaltet oder geschnitten werden. Dafür müßten dann auch entsprechende Gerätschaften her oder viel, viel Zeit investiert werden.
> Das war unklar formuliert. Es ging hier um Kleinserienflyer bis 500 Stück. Erst ab dieser Grössenordnung machen Bestellungen bei einem Professionellen Drucker Sinn. Für Aktionen um Stammtische, Einzelveranstaltungen oder ähnliches zu flyern ist man auf S/W Drucker oder Farbdrucker angewiesen. Vorallem zeitkritisches Drucken ist nur mit hohen Overnight Gebühren bei Druckerfirmen zu haben.
Ebensowenig zieht bei mir das Argument, der Drucker sei ja so gut wie finanziert, weil wir das Geld ja über die Parteienfinanzierung zurückbekämen. Egal, wie man es dreht und wendet: Erst einmal muss da Geld von der Piratenpartei zu anderen Leuten fließen - und bis wir es auf dem Weg der Parteienfinanzierung wiederbekommen, geht ziemlich viel Zeit ins Land.
> Richtig. Es geht um Vorfinanzierung und einem ROI (Return of Inverstment). Wenn Du solche Modelle per se für die Piratenpartei ablehnst dann weiss ich nicht wie wir weiter mit den an uns gestellten Anforderungen umgehen sollen. Das ist letztendlich die Forderung, dass wir nicht investieren oder in Vorleistung gehen können, sollen und dürfen. Wir wachsen weiter. Und mit diesem Wachstum sind die Anforderungen in die Zukunft zu stellen. Wir sind der Meinung dieses Gerät erfüllt diese Anforderungen. Auch in absehbarer Zukunft. Nur jetzt muss der Drucker finanziert werden, damit wir ein Leistungsfähiges Gerät in Zukunft haben.
Ich verstehe sehr gut, dass diejenigen, die in der LGS arbeiten, gern vernünftiges Arbeitsgerät zur Verfügung haben wollen und habe auch wirklich nichts dagegen. Allerdings klang die Mail, die offensichtlich nach einem gewissen Zufallsprinzip quer über die Mailinglisten verteilt wurde, nicht, als ob die Angelegenheit vollständig zu Ende gedacht gewesen wäre. Das ist der Grund, aus dem ich jetzt erst einmal diese Rückfragen stelle.
> Nein. Wir sind kein kleiner Verein mehr. Wir haben aktuell knapp 5.000 Mitglieder. Mit zunehmender Größe werden die Anforderungen an die Gerätschaften immer grösser. Die Zeit in der wir mit Consumer Produkten unseren Laden am laufen gehalten haben ist schon lange vorbei. Der Frust, die Zeit und die Mühen die uns unterdimensionierte Geräte (ein Drucker ist davon nur ein Beispiel) bereiten werden zu einem operativen Risiko, das dann einzelne Mitglieder in ihrer ehrenamtlichen Zeit bei Versagen ausbaden dürfen. Zeit ist das wertvollste was unsere Mitglieder und Aktive mitbringen. Die Verteilung der Mail war unglücklich. Aber sicherlich nicht aus niederen Beweggründen wie Selbstsucht, Raffgier oder Unüberlegtheit.
Übrigens werde ich am Montag ein Gespräch mit einem Menschen aus unserem Printshop führen (so der Gute dann wieder gesund ist), um herauszufinden, ob es noch weiteres zu bedenken gibt, wenn man eine derartige Anschaffung tätigt.
> Hierzu nur einen Randbemerkung: Ich kenne persönlich Geschäftsstellen anderer Parteien, die schon auf Kreisebene drei von solchen Geräten in dieser Leistungsklasse rumstehen haben. Und hier geht es um ein Gerät für uns auf Landesebene mit zwei weiteren Gliederungen im Tross. Es geht um ein Gerät in Preis- und Leistungsklasse welches bereits in der BGS steht und wir mit einem akzeptablen (im Sinne von abschätzbaren) Risiko für 1.500€ übernehmen können. Nicht mehr. Nicht weniger.