BY:Landesparteitag 2012.2/Antragsfabrik/Positionspapier "2. S-Bahn-Stammstrecke München"
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- Positionspapier Antrag Nr.
- (offen)
- Beantragt von
- unbekannt
- Titel
- 2.te S-Bahn-Stammstrecke München
- Antrag
Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Die Planungen der Staatsregierung
Die Piratenpartei Bayern sieht die bisherigen Planungen der 2ten Stammstrecke in München kritisch und fordert die vollständige Beendigung der bestehenden Planungen. Diese Planungen werden trotz Investitionen jenseits der 2 MRD € nicht zu einem besserem S-Bahn-Verkehr in der Wirtschaftsmetropole München führen, sondern diesen verschlechtern:
Insbesondere kritisiert die Piratenpartei Bayern die geplante Aufgabe des attraktiven 10/20 Minuten-Takt für einem 15/30 Minuten-Takt als teuerste Standortschädigung Münchens und als schweren politischen Vandalismus am S-Bahn-Netz. In Summe sollen auch mit der zweiten Stammstrecke kaum mehr Züge durch die Innenstadt fahren.
Die geplanten Express-S-Bahnen kritisiert die Piratenpartei Bayern, da diese das Angebot für viele Fahrgäste nicht verbessern werden. Der Großteil der Fahrgäste entsteht innerhalb des MVV-Ringes 6 und 7. Eine Fahrzeitverkürzung für die Ringe 8 bis 12 zu Lasten der Kapazitäten innerhalb der Ringe 1-7 ist jedoch eine falsche Prioritätensetzung, da diese nur Fahrgäste in der entfernten Peripherie ansprechen, aber die sehr dicht bevölkerten Gebiete an den Stadtgrenzen nicht oder nur kaum bedienen. Damit wird für das kleinere Fahrgastpotenzial ein sehr kilometeraufwändiges Angebot erstellt.
Außerdem dauert der „Genehmigungszirkus“ seit mehreren Jahren an: Nach einer ersten Kostenschätzung sollte der zweite Stammstreckentunnel 500 Mio. Euro kosten. In diesem Preis waren zahlreiche Zwischenbahnhöfe enthalten. Außerdem war eine wendefreie Einfahrtsmöglichkeit, also eine Tunnelverzweigung, nach Giesing vorgesehen. Mit 500 Mio. Euro wurde damals der zweite Stammstreckentunnel gleich teuer geschätzt, wie der Maximalausbau des Südringes und damit der Südring verworfen. Doch die 500 Mio. Euro für die zweite Stammstrecke konnten die Planer nicht lange halten. Deswegen wurde die Tunnelverzweigung nach Giesing aufgegeben, etliche Zwischenbahnhöfe wieder gestrichen und an weiteren Stellschrauben die zweite Stammstreckentunnel verbilligt. Trotzdem deutet heute alles darauf hin, dass der Tunnel über 2 MRD Euro kosten wird. Außerdem ist keiner der Abschnitte endgültig planfestgestellt, da alle nochmal zur Verringerung der Kosten umgeplant wurden. Die Piratenpartei Bayern erklärt, dass dieses Vorgehen der Bürgerverwirrung statt Aufklärung und Bürgerbeteiligung nicht hinnehmbar und tragbar ist. Es soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gebildet werden, der prüfen soll, ob schuldhaft und taktisch die Kosten für den zweiten Stammstreckentunnel erst so niedrig angesetzt wurden um einen Ausbau des Südringes zu verhindern und wer die Verantwortung für diese inzwischen 10 jährige Verspätung des Netzausbaus durch den Planungszirkus trägt.
2. Ziele der Piratenpartei
Die Piratenpartei tritt dafür ein, dass auf jedem S-Bahn-Ast ein 10 Minutentakt eingerichtet wird. Die bestehende Stammstrecke soll für einen 100-Sekunden-Takt der Züge ausgerüstet werden und der Südring soll ins Netz der S-Bahn einbezogen werden. Anstelle der Express-S-Bahnen soll ein Teil der Regionalbahnen und Regionalexpresszüge die Haltestellenpolitik des ehemaligen Nahverkehrsproduktes „Stadtexpress“ im Stadtgebiet wieder anwenden und einige wichtige Stationen mit vielen Zu- / Umsteigern bedienen.
Im einzelnen bedeutet dies:
2.1. bestehende Stammstrecke
Die bestehende Stammstrecke soll eine Nachrüstung mit einer leistungsfähigeren Linienzugbeeinflussung und eine Verlängerung der Linienzugbeeinflussung bis zu jeweils der Station, ab der nur noch eine Linie verkehrt bekommen. Die Piratenpartei Bayern möchte dass die Abfertigungsprozesse verbessert werden, insbesondere soll durch „Automatisches Fahren und Bremsen“ (AFB) der Triebzug an der immer gleichen Stelle zum Stehen kommen. Dadurch wird es möglich, Einstiegs- und Aussteigsbereiche auf den Bahnsteigen zum Beispiel durch im Boden eingelassene Beleuchtungen zu kennzeichnen und dadurch insbesondere am Ostbahnhof, Rosenheimer Platz und Isartor, Donnersberger Brücke, Hirschgarten, Laim und Pasing den Aus- und Einstiegsprozess zu beschleunigen. Die Haltestelle Hackerbrücke soll wie die Stationen Marienplatz, Hauptbahnhof oder Stachus mit doppelten Bahnsteigen für die „Wiesn“ ausgestattet werden. Zusammen mit dem punktgenauen Halt der Triebzüge lassen sich somit Sperren am Bahnsteig errichten, womit das Gleissturzrisiko alkoholisierter Personen nahezu gänzlich ausgeschlossen wird.
Weiterhin sollen auf der bestehenden Stammstrecke die Türen nicht mehr lichtschrankengesteuert und dezentral geschlossen werden, sondern durch das am Bahnsteig arbeitende Abfertigungspersonal zentral ein Schließbefehl erteilt werden. Da das Abfertigungspersonal sicherstellt, dass alle Türen frei sind, kann ohne die Lichtschrankenautomatik und somit deutlich schneller geschlossen werden. Verzögerungen wegen blockierenden Fahrgästen werden weiter minimiert. Die leistungsfähigere LZB sowie die Veränderungen bei der Abfertigung können eine feste Zugfolgezeit von 100 Sekunden ermöglichen und damit deutlich mehr S-Bahnen durch die Stammstrecke führen.
2.2. neue Stammstrecke, der Südring
Die Piratenpartei Bayern tritt dafür ein, kurzfristig den von Stefan Baumgartner und Thomas Kantke vorgeschlagenen „Teilausbau Südring“ zu realisieren. Dabei soll auf einen ggf. langfristig folgenden Vollausbau des Südringes Rücksicht genommen werden. Fehlende Grundstücke entlang des Südrings sind zu sichern.
Weiterhin soll mit Weichenverbindungen in den Gleisvorfeldern von Ostbahnhof und Pasing/Laim, sowie durch eine leistungsfähige LZB am Südring die Möglichkeit entstehen, im Störungsfall der bestehenden Stammstrecke einen Großteil des S-Bahn-Verkehrs auf den Südring umzuschwenken. Dadurch sollen die Kapazitäten am Südring für die aus der U-Bahn umsteigenden Passagiere geschaffen werden und ein Auseinanderbrechen des S-Bahn-Netzes in zwei Hälften verhindert werden.
Durch die neuen S-Bahn-Haltestellen Poccistraße, Kolumbusplatz und Friedenheimer Brücke sowie einen neuen Bahnsteig am Heimeranplatz entstehen neue Umsteigeverbindungen und es werden neue Gebiete in München attraktiv erschlossen. Insbesondere am Heimeranplatz entwickelten sich in jüngster Zeit mehrere Tausend Arbeitsplätze durch größere Büroneubauten, wie beispielsweise das Fraunhofer Institut oder den ADAC und weitere Gelände erwarten eine Neubebauung. Die geplante 2te Stammstrecke der Staatsregierung erschließt lediglich bereits mit der S-Bahn gut erschlossene Gebiete in der Innenstadt und würde damit das Preisgefälle weiter fördern. Der ohnehin gentrifizierungskranke Patient „München“ käme dem Gentrifizierungstot durch den Stammstreckentunnel der Staatsregierung deutlich näher.
2.3. Außenbereich Münchens
Weiterhin tritt die Piratenpartei dafür ein, im Außenbereich den Ausbau schneller voranzutreiben.
Hierbei sollen eingleisige Abschnitte, die bislang dafür sorgen, dass aus München kommende S-Bahnen die nach München fahrenden S-Bahnen an Kreuzungsbahnhöfen verzögern, so ausgebaut werden, dass eine aus München kommende, bis zu 10 Minuten verspätete S-Bahn, keine Verspätungsauswirkung auf nach München fahrende S-Bahnen durch Kreuzungskonflikte oder Fahrstraßenkonflikte ausübt. Um die Entkopplung zu vollenden, fordert die Piratenpartei, dass jede S-Bahn nach Fahrplan vor Beginn der Fahrt mindestens 10 Minuten bereit steht. Durch diese Entkopplung von Verspätungen der beiden Fahrrichtungen, kommen mehr S-Bahnen pünktlich an den Einfädelungsorten der Stammstrecke und des Südringes an und die Gesamtpünktlichkeit erhöht sich.
Außerdem soll der 10-Minutentakt zur Hauptverkehrszeit auf alle Linien (außer S20, S27) ausgedehnt werden, da der Großraum München weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum vorweist. Auf den Strecken mit Mischbetrieb sieht die Piratenpartei Verbesserungspotenzial im Bereich der Signaldichte um engere Blockabstände zu ermöglichen und auf den Strecken nach Fürstenfeldbruck, Neufahrn sowie Markt Schwaben dringend weiteren Baubedarf.
2.4. Stadtexpress statt Express-S-Bahnen
Die Piratenpartei fordert anstelle der Express-S-Bahnen, dass ein Teil der Regionalbahnen und Regionalexpresszüge die Haltestellenpolitik des ehemaligen Nahverkehrsproduktes „Stadtexpress“ (SE) anwendet. Die Haltestellenpolitik des SE sieht außerhalb von Ballungszentren einen Express-Verkehr vor und hält in Ballungszentren an weiteren wichtigen Umsteige- bzw. Quell- und Zielbahnhöfen. Im Umland von München hat zum Beispiel die Bayerische Oberlandbahn die Haltestellenpolitik des SE beibehalten und hält in München auch an Siemenswerke, Harras und Donnersberger Brücke. Diese Halte haben jeweils eine Umsteigemöglichkeit zu einer U-Bahnlinie oder mit bahnsteiggleichem Übergang in die S-Bahnen der Stammstrecke.
Die Piratenpartei Bayern spricht sich aus Fahrplantechnischen Überlegungen gegen Express-S-Bahnen aus: S-Bahnen können einander nicht überholen. Inklusive der Zeit, die beim Beschleunigen und Bremsen gebraucht wird, kann man sagen, dass jede Haltestelle etwa 2 Minuten kostet. Wenn eine Express-S-Bahn 4 Haltestellen auslässt, wird ein attraktiver 10-Minutentakt schon wieder unmöglich, da dann die Express-S-Bahn auf die reguläre S-Bahn zu dicht auffahren würde. Doch im direkten Umland von München wohnen deutlich mehr Personen und somit potenzielle Fahrgäste. Express-S-Bahnen würden somit der attraktiven Bedienung des deutlich größeren Fahrgastpotenzials wiedersprechen.
- Begründung
Erarbeitet aus den Positionen zum attraktiven Nahverkehr.
Visualisierung der geplanten Tunnellösung und dem Südring sowie den Taktungen:
www.tunnelaktion.de/Start-Folder/OffenerAufruf/PlanA-Takte-Kosten.pdf
http://www.stadtkreation.de/munich/suedring.html
Inhaltsverzeichnis
Unterstützung / Ablehnung
Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen
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Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen
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Piraten, die sich vrstl. enthalten
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Diskussion
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