BW:Bundestagwahl 2013/Kandidatenfragen/Migrationspolitik
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Sollte Ausländern nach 3-5-jährigem Studium in Deutschland grundsätzlich die Möglichkeit eingeräumt werden, gleich nach ihrem Abschluss die deutsche Staatsbürgerschaft durch entsprechende Tests zu erwerben? Begründe deine Meinung aus 4 verschiedenen Perspektiven.
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Stefan Urbat
Da wir auf viele gut ausgebildete junge Leute in Deutschland angewiesen sind, wäre es für deren Verbleib hierzulande förderlich, ausländischen Studenten die deutsche Staatsangehörigkeit nach einer solchen Zeit anzubieten.
Diese Maßnahme kann das Studium in Deutschland für ausländische Interessenten attraktiver machen und damit auch das Studieren aller an den Unis abwechslungsreicher gestalten.
Dies würde auch zum Ansatz passen, länger hier in Deutschland arbeitenden Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit anzubieten, was ebenfalls sinnvoll wäre.
Es ist schade, wenn eine langjährige, teure Studienausbildung in Deutschland letztlich nur dem Herkunftsland zurückkehrender Studenten zugute kommt.
Frank Schröder
Ausländer, die in Deutschland erfolgreich ein Studium absolviert haben, sollten auf jeden Fall in Deutschland bleiben dürfen und einen freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten. Ob sie zusätzlich ein sofortiges Anrecht auf eine deutsche Staatsbürgerschaft erhalten sollen, ist eine schwierige Frage, bei der ich selbst noch unentschlossen bin. Sollte es hierzu eine Entscheidung der Basis geben, werde ich sie entsprechend vertreten. Hier meine eigenen Anregungen:
- Andere gut integrierte Ausländer könnten sich ungerecht behandelt fühlen, wenn ein Studium zu einer bevorzugten Behandlung führt. Das könnte den sozialen Frieden beeinträchtigen, beispielsweise wenn Geschwister unterschiedlich behandelt werden, weil eine studiert und die andere nicht.
- Müsste man dann nicht auch in vielen anderen Fällen eine bevorzugte Behandlung in Betracht ziehen, z.B. bei einer anderen hoch-qualifizierenden Ausbildung oder wenn jemand einen Meister macht?
- Auf der anderen Seite ist es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, hoch-qualifizierte Fachkräfte im Inland zu halten. Die Möglichkeit, direkt nach dem Studium die Staatsbürgerschaft erhalten zu können, ist eine Geste des Willkommenheißens.
- Zu berücksichtigen ist schließlich der außenpolitische Aspekt. Denn neue Deutsche sind ggf. ja auch neue EU-Bürger und genießen deren Rechte. Daher sollte jede Neuregelung der Einbürgerung möglichst zwischen allen EU-Ländern abgestimmt werden.
Jan Lüdtke-Reißmann
Das Angebot einer deutschen Staatsbürgerschaft an hoch und höchstqualifizierte ist ein Gebot der Stunde des 21. Jahrhunderts. Nicht primär aus egoistischen Gründen einer einzelnen Region, sondern vielmehr aus Gründen einer Fortentwicklung der Menschheit. Ich strebe eine Welt an, die es, gekennzeichnet durch ein ökonomisches Gleichgewicht, allen Menschen ermöglicht dort zu leben wo sie es möchten. Dies ist meine liberale Sicht, ich kann sie als Pirat eigentlich nicht in Perspektiven begründen. Wenn ich deine Fragestellung betrachte, finden sich schnell egozentrische, unpiratige Begründungen. Erkennbar wird dies in den Perspektiven die ich im weiteren wähle.
Vor dem Hintergrund deiner Frage ist aus meiner Sicht als erstes auf die Perspektive Entwicklungspolitik zu schauen. Menschen verlasen aus meiner Sicht ihre Geburtsregion nur aus wenigen Gründen: Verfolgung, Perspektivlosigkeit oder Liebe. Den ersten Aspekt regelt das Asylrecht, den letzten Aspekt klammere ich mal aus ;) . Gibt man also Menschen, die aus Perspektivlosigkeit ihre Geburtsregion verlassen eine Ausbildung oder ermöglicht ihnen ein Studium, so ist dies aus meiner Sicht in erster Linie Entwicklungspolitik. Durch die Rückwanderung der ausgebildeten oder Studierten Menschen schafft man Möglichkeiten benachteiligte, von Perspektivlosigkeit gekennzeichneten Regionen der Erde zu entwickeln. In einem zweiten Schritt werden diese Regionen dann ihren Bedarf decken, sicherlich auch in Europa und Deutschland. Quasi eine „Bedingungslose Entwicklungspolitik“ als Hilfe zur Selbsthilfe. Hierzu im krassen Gegensatz steht die momentane Entwicklungspolitik der FDP unter dem Kredo „Wer zahlt schafft an , Geld nur unter Bedingungen“.
Diese Überlegungen bringen mich zur monetäre, finanzpolitische Perspektive. Wenn Menschen in Deutschland ihr Studium erfolgreich beenden, kommt man spontan auf die Idee: Das war teuer, die Studenten sollen etwas zur Entwicklung des Landes beitragen, welches ein erfolgreiches Leben ermöglicht. Werte Schaffen und Steuern zahlen. Dies ist eine schnelle, neoliberale, kurzsichtige Betrachtung. Es hat Züge von Neo-Kolonialismus. Nach Arbeitssklaven und Bodenschätzen werden jetzt die kognitive Ressourcen einer Region ausgebeutet.
Als dritte schaue ich auf die außenpolitische Perspektive. Diese Perspektive ist nicht durch unpiratische Egozentrik gekennzeichnet. Wenn Menschen aus verschiedenen Regionen der Erde „unter einem Dach“ gemeinsam arbeiten und dazu Politik bestimmen und gestalten, kann Deutschland die für Europa geographisch bereits bestehende Vermittlerrolle auch Weltweit einnehmen, da verschiedene ethnische Kompetenzen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Als viertes möchte ich auf die naheliegende arbeitspolitische Perspektive schauen. Ich glaube nicht, dass in der Zukunft primär studierte Menschen den Mangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt darstellen werden. Vielmehr fehlen den Betrieben bereits kurz bis mittelfristig die gut ausgebildeten Spezialisten und Facharbeiter. Aus dieser Sicht ist es geboten auch dieser Qualifizierungsebene eine Staatsbürgerschaft anzubieten.
Um den Konflikt zwischen kognitiver Ausbeutung und Entwicklung der Region Europa aufzulösen, müssen die neuen deutschen Staatsbürger Unterstützung für Projekte finden, in denen sie ihre Geburtsregionen aus der neuen Heimat unterstützen können.