BW:Arbeitsgruppen/Landespolitik/Bildung/Bologna

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Bologna-Prozess

  • Titel: Bologna-Prozess
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  • Status: In Arbeit
  • Ansprechpartner: Öli
  • Sub-AG: Bildung
  • Dieser Vorschlag ist keine offizielle Aussage der Piratenpartei
Noch nicht abgestimmt

Dieser Text ist ein Entwurf, wird aktuell von der LAG-Landespolitik diskutiert und ist noch nicht verabschiedet. Er kann bearbeitet werden. Möglicherweise repräsentiert dieser Vorschlag nur Einzel- oder Minderheitenmeinungen in der AG, in keinem Fall aber ist er eine offizielle Aussage der AG oder der Partei.


 

Kurzfassung

Rückkehr zu selbstständigem Studium: Keine unnötige Verschulung der Universitäten.

Verhinderung der Abwertung durch den "zweitklassigen" Bachelor-Abschluss durch ausreichende Tiefe gegenüber dem nur wenigen möglichen Master-Abschluss, die Barrieren für den letzteren sind zu senken (Quote und Anforderungen).

Unabhängigkeit der Hochschulausbildung von Wirtschaftsforderungen

Bessere Rahmenbedingungen für Auslandssemester durch landesweite Anpassung der Semestertermine an internationale Standards.

Bearbeiter

Vorschlag

Das Diplom steht für die Fähigkeit, sich Fachkenntnisse in Eigenverantwortung zu erarbeiten und diese authentisch zu präsentieren. Deshalb genießt es im In- und Ausland höchstes Ansehen. Der in Deutschland erworbene Master-Abschluss muss diese Standards halten. Für den Bachelor-Abschluss gilt das selbe auf einem fachlich (!) niedrigerem Niveau.

Der Kerngedanke des Bologna-Prozesses muss auch in den äußeren Rahmenbedingungen - wie Semestertermine - verwirklicht werden.

Der zeitliche Rahmen des Bologna-Prozesses muss auch in den äußeren Rahmenbedingungen - wie Semesteranzahl -Rahmen der Regelstudienzeit: 4+2J, statt wie in Deutschland gehandhabt 3+1J - verwirklicht werden.

Ausreichende Masterstudienpläte für alls Bachelorabsoventen

Verschulung

Ist vs Soll

Die Modularisierung des Bachelor-/Master-Studiums bedingt schulähnliche Zustände an Universitäten, das heißt Leistungsdruck anstelle von Eigenverantwortung. Eine Credit-Points-Sammel-Mentalität wirkt der Erkenntnis von umfassenden Zusammenhängen der Themengebiete entgegen. Durch zeitnahes abprüfen jedes Moduls (Dauer: Höchstens 2 Semester) wird das Leistungsniveau gesenkt, weil der Stoff vor der Prüfung nicht in Zusammenhang mit anderen Themen behandelt werden kann (einseitige Perspektive). Mündliche Prüfungen, in denen neben dem Fachwissen auch die Kommunizierfähigkeit zählt, wurden in manchen Studiengängen vollständig abgeschafft.

Pro-Ist = Contra-Soll

  • Zeitnahes prüfen kurzer Module erleichtert den Studiengangwechsel und den Wechsel des Studienortes: Was man geprüft hat, das hat man in der Tasche.
  •  ?Bessere Leistungen, weil das Fachwissen noch präsent ist.
  • Viele "kleine" Prüfungen machen die Gesamtnote "tagesformunabhängiger"
  • Die Studienzeitvorgaben des Bologna-Vorschlages wurden bei der Umsetzung in Deutschland "Regelstudien" zeitreduziert, um den Ansprüchen von Wirtschaft und Industrie auf den Mangel von Fachkräften zu entsprechen.
  • Der Diplom- Magister Hochschulabschluss, soll laut Aussage von Minister Frankenberg auf lange Zeit durch "praxisorientierten" die Bachelor- Masterabschlüsse in Deutsch abgelöst werden.
  • Die Arbeit der Hochschulprofessoren bindet über die neuen Akkreditierungs- und Evaluierungsmassnahmen der Zentralstellen der Qualitätssicherung in übergeblichem Maße die Arbeitskreaft, die in die Lehre investierbar wäre.Der Lehrauftrag wird dadurch in erprobten Schienen weitergeführt, wodurch die Motivation am Lehrauftrag selbst verlorengeht (vergl. Briefe an die Fachbereiche und Antworten der Lehrenden an der Uni Tübingen im Bildungsstreik)

Contra-Ist = Pro-Soll

  •  ?Bessere Leistungen ergeben sich, wenn sich Studentinnen und Studenten lange (=über mehrere Semester) mit dem Stoff vertraut machen, bevor man ihn prüft.
  • Kurze Module und punktuelle Prüfungen verhindern das Verinnerlichen themenübergreifender Zusammenhänge (Tunnelblick auf die nächsten Prüfungen). Wer Zusammenhänge erkennt, profitiert von zeitlich ausgedehnten Modulen.
  • Eigenverantwortung im Studium = Organisation (z.B. Reihenfolge) und Selbstständigkeit (z.B. Einschätzung der Prüfungsfähigkeit)
  • Regelmäßiger Prüfungsstau = Dauerstress verschlechtert die Bedingungen für zusätzliche Aktivitäten (z.B. Kulturelles, studentische Gruppierungen, fachfremde Fortbildung)
  • Was hier als Soll-Zustand bezeichnet wird ist näher am Diplom und würde deshalb das Image von Bachelor/Master aufwerten.
  • Regelstudienzeiten für die Bachelor- und Masterabschlüsse müssen auf die Modelle 4+2 oder 3+1+2 erweitert werden. Wobei 3+1 Der Erweiterung durch ein Praxisjahr zwischen Bachelor und Master entspricht.
  • Die Entwicklungs- und Forschungs- -orientierten auf die Erlangung von theoretischem Wissen und der Grundlagenqualitätssicherung basierende Hochschulabschlüsse der Diplom- und Masterstudiengänge müssen gleichberechtigt zu den Bachelor- und Masterabschlüssen weiterbestehen, damit Hochschulausbildung weiter bildungsorientiert, statt wirtschaftsorientiert (ausbildungsorientiert)weiterbestehen kann.
  • Die Arbeitszeit von Hochschulprofessoren darf nicht "lehrfremd" in Evaluationsmassnahmen gebunden werden. Alternativen sind die "Wiedereinführung von Hochschulsekretärinnen)

Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

  • Prüfungen über mehrere Module (ist das durch irgendein Gesetz verhindert?)
  • Erhöhung der zulässigen Zahl an Leistungspunkten pro Modul (wo ist das bis jetzt festgelegt?)
  • Entschärfen der Bedingungen der Prüfungszulassung
  • Teilweise Rückkehr zur mündlichen Leistungsabrage (Steht irgendwo, dass die Modulprüfungen schriftlich sein müssen?)
  • Die Arbeitszeitbindung durch Evaluationsformulierungen an die Qualitätssicherungszentren kann durch die "Wiedereinführung von Hochschulsekretärinnen, minimiert werden.
  • (Dein Vorschlag)

"zweitklassiger" Bachelor

Bemerkungen

In einem derart kurzen Bachelorstudiengang (idR 6 Semester) können unmöglich dieselben Inhalte wie im Diplomstudium vermittelt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Grundausbildung (also die Vermittlung von Grundlagenkenntnissen) nicht unter diesem Zeitdruck leidet. Auf einem wackligen Fundament lässt sich kein Haus bauen. Nur fundierte Grundkenntnisse erlauben eine spätere Weiterbildung.Die Massnahmen der Wirtschaft einen ökonomischeren Studiengang, entsprechend der Fachhochschulausbildung zu etablieren, ohne die Kosten einer Lehre im Vorraum durch Industrie und Wirtschaft investieren zu müssen, darf nicht primäres Ziel einer Reform der Hochschulausbildung "neueren deutschen Standards" werden. Auf die Zukunft hin ausgerichtet, ist damit zu Rechnen, dass die Fachhochschulausbildungen in ihrer Anerkennung für die Berufsanstellung verlieren und in der deutschen Bildungslandschaft gänzlich verschwinden werden.

Ein Aufbaustudium zum Master muss grundsätzlich jedem offen stehen, der dieses mit ernsthaftem Interesse angeht. Die Bachelorprüfung kann als sinnvolle Hürde gesehen werden, zu deren Überwindung einige Anstrengung erforderlich ist. Damit stellt sie auch eine Orientierungshilfe dar (Ist der Master wirklich das richtige für mich?). Das aber nur Menschen mit "überdurchschnittlicher Studienleistung" (Quelle! Das steht irgendwo) zum Masterstudium zugelassen werden, ist nicht akzeptabel und steht in krassem Gegensatz zum Diplom, das für alle Studienanfänger erreichbar war, die ihr Vordiplom geschafft hatten. In Link-Text der HRK zum Hochschulrahmengesetz steht für alle Länder verpflichtend, dass die Hochschulen in der Regel zusätzliche Zulassungsbedingungen für den Masterzugängen erlassen können, mit Blick auf das spezielle Profil des Masterstudiengangs. Das beschlussfähige Gremium hierfür ist der jeweilige Universitäztssenat. Hier müssen standarisierte Richtlinien für alle Universitäten gleichsam gelten.

Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

  • Hervorhebung der Wichtigkeit von Theorie und abstrakten Grundlagen im Hochschulrahmengesetz, entsprechend der Ausbildungsrahmen der Diplom- und Magisterabschlüsse.
  • Unis daran erinnern, dass der Bachelor auch 8 Semester und der Master 2 Semester dauern darf
  • Entschärfung der Quoten für das Masterstudium von "überdurchschnittlich" auf "durchschnittlich"
  • Der Bund sollte verpflichtende Bestimmungen für alle Universitäten Deutschlands als Richtlinien-Katalog für den Senat, zur Bestimmung der Masterzugangsberechtigung erlassen (Umsetzung der Hochschulrektorenkonferenz zur Bologna-Umsetzung, dem Hoschschulrahmengesetzes, und der dortigen Formulierung: "Dabei ist es formal unerheblich, an welchem Hochschultyp (Universität, Fachhochschule, Kunst- oder Musikhochschule) der Abschluss erworben wurde.") verbindlich umgesetzt wird. Somit allen "Abgängern" einen Studienplatz im Masterstudium durch Anmeldung garantiert wird.
  • Trennung von Universität und wirtschaftsorientierter Förderung der Lehrstühle über Drittmittel (zumindest aber deren Offenlegung wirtschaftlicher Ziele)
  • (Dein Vorschlag)

Rahmenbedingungen für Auslandssemester

Im europäischen und außereuropäischen Ausland fängt das Wintersemester fast überall im September an (Quellen sammeln!). In Deutschland ist es Tradition erst im (teilweise späten) Oktober anzufangen. Dieser Offset erschwert das absolvieren von Auslandssemstern/-praktika, das selbe gilt für ausländische Studenten die nach Deutschland kommen wollen. In der Regel verlängert eine Auslandserfahrung das Studium, weil Prüfungen verschoben werden müssen (Quellen sammeln!). Der Bologna-Prozess strebt eine "große Mobilität zwischen den Bildungssystemen Europas" an. Deutschland ist die Ausnahme, nicht die anderen.

Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

  • Verordnung/Richtlinie erlassen, die den Beginn des Wintersemesters auf den Monat September festlegt

Quellen

Historie

Jedes Mal, wenn der Status geändert wird, hier bitte Eintragen.

Datum Status Begründung
16.01.2010 In Arbeit War bis dato verwaist
05.11.2009 In Arbeit Rüberkopiert vom Wahlprogrammvorschlag
20.01.2010 In Arbeit Ergänzungen von Jasenka