Archiv:2010/Bundesparteitag 2010.1/Antragsfabrik/Unabhängige Polizeikommision

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Änderungsantrag Nr.
(offen)
Beantragt von
unbekannt
Programm

Wahlprogramm/Parteiprogramm

Schlagworte Pro
Schlagworte Contra
Beantragte Änderungen

Es wird beantragt folgenden Punkt in das Grundsatzprogramm der Piratenpartei aufzunehmen:

Die Einführung von einer unabhängigen Polizeikommission des Bundes und von unabhängigen Polizeikommission in den Bundesländer

Die Polizeikommissionen sollen als Ansprechpartner von Beschwerdeführern und aktiver Ermittler tätig werden. Sie soll polizeiinterne Beschwerden als auch Beschwerden von Bürgern entgegen nehmen. Um die Unabhängigkeit der Kommission(en) zu gewährleisten, sollte sie einem anderen Ressort als das des Innenministerium unterstellt sein.

Begründung

Die Zahl der verurteilten Polizisten wegen uebermaessiger Polizeigewalt und die Zahl entsprechender Anschuldigungen (http://www.amnesty-polizei.de/deutschlandberichte/) liegen weit auseinander. Um diese Anschuldigungen zu überprüfen -- ob berechtig oder unberechtigt -- bedarf es unabhängigen Ermittlungsstellen.

"Die Erfolgsrate der Polizei bei internen Untersuchungen ist auffallend gering. So wurde allein im Jahr 2008 gegen Berliner Polizisten in 636 Fällen wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. In 615 Fällen stellte die Staatsanwaltschaft die Verfahren ein, sechs beschuldigte Beamte wurden in einem Prozess freigesprochen, verurteilt wurde nicht einer." (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68167769.html)

Wird Anzeige gegen einen Polizisten erstellt, dann stecken ermittelnde Beamten häufig in einem Dilemma: Wollen sie doch einerseits aufklären, aber andererseits nicht als Nestbeschmutzer dastehen. Wird gegen einen Kollegen ermittelt, kann übertriebener Corpsgeist zu einem zurückhaltenden Ausgabeverhalten oder gar zu abgesprochenen Falschaussagen führen.

Exemplarische Fälle:

- Oury Jalloh (http://de.wikipedia.org/wiki/Oury_Jalloh)

Vorsitzender Richter Manfred Steinhoff vom Landgericht Dessau-Roßlau am 59. Prozesstage: "Das, was hier geboten wurde, war kein Rechtsstaat und Polizeibeamte, die in einem besonderen Maße dem Rechtsstaat verpflichtet waren, haben eine Aufklärung verunmöglicht." (http://ouryjalloh.wordpress.com/category/59-prozesstag/)

- "Während eines Großeinsatzes bei einer Demonstration in Hamburg am 16. November 2002 prügelten Einsatzkräfte aus Thüringen zwei als Demonstranten getarnte Zivilfahnder krankenhausreif; nur weil die internen Ermittler der Hamburger Polizei die Thüringer Kollegen auf der Heimfahrt stoppten, konnten die Prügler identifiziert werden. Der Chef der thüringischen Bereitschaftspolizei versuchte, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen, und wurde wegen Falschaussage bestraft." (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68167769.html)

Seit längeren fordern sowohl Amnesty Deutschland als auch Experten (wie Polizeiwissenschaftler Thomas Feltes) -- seit kürzen auch die Euopaeische Kommision -- die Einführung vom unabhängigen polizeilichen Beschwerdeeinrichtungen (http://www.polizei-newsletter.de/documents/UnabhaengigeBeschwerdekommissionenOderOmbudspersonen.pdf).

Des weiteren kann eine unabhängige Polizeikommission als Ansprechpartner von Mobbingopfern innerhalb der Polizei und als Ermittlungsstelle gegen polizeiinterne Korruption eingesetzt werden.

Die Polizeikommission soll als ein(!) Instrument dienen um sicherzustellen, dass die deutsche Polizei nach rechtsstaatlichen Prinzipien arbeitet. Andererseits kann sie natürlich auch die Funktion haben, diffamierende Kampagnen gegenüber der Polizei effektiv zu entkräften.






Unterstützung / Ablehnung

Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen

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Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

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Piraten, die sich vrstl. enthalten

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Diskussion

Bitte hier das für und wider eintragen.

Argument 1

Dein Argument?

Argument 2

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