Archiv:2010/Bundesparteitag 2010.1/Antragsfabrik/Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung
| Dies ist ein eingereichter/eingereichtes Programmantrag für den Bundesverband. Willst du dass dieser Antrag behandelt wird? Dann trage dich als Antragsteller ein! Dieser Antrag kann sonst nicht eingereicht werden. Bitte diskutiere den Antrag, und bekunde Deine Unterstützung oder Ablehnung auf dieser Seite. Der Antragstext darf nicht mehr verändert werden! Eine Übersicht aller Anträge findest Du in der Antragsfabrik. |
- Änderungsantrag Nr.
- TE043
- Beantragt von
- unbekannt
- Programm
Parteiprogramm
- Schlagworte Pro
- Schlagworte Contra
- Beantragte Änderungen
Die Piratenpartei Deutschland möge den folgenden Text in ihr Parteiprogramm aufnehmen:
Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung
Die Piratenpartei steht für eine Politik, die die freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung respektiert und fördert. Fremdbestimmte Zuordnungen zu einem Geschlecht oder zu Geschlechterrollen lehnen wir ab. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Geschlechterrolle, der sexuellen Identität oder Orientierung ist Unrecht. Gesellschaftsstrukturen, die sich aus Geschlechterrollenbildern ergeben, werden dem Individuum nicht gerecht und sind zu überwinden.
- Die Piratenpartei lehnt die Erfassung des Merkmals "Geschlecht" durch staatliche Behörden ab. Übergangsweise kann die Erfassung seitens des Staates durch eine von den Individuen selbst vorgenommene Einordnung erfolgen.
- Der Zwang zum geschlechtseindeutigen Vornamen ist abzuschaffen.
- Geschlechtszuordnende Operationen bei Kindern sind abzulehnen, wenn deren Selbstbestimmung dadurch eingeschränkt wird.
- Begründung
Dieser Antrag ist eine Überarbeitung von Antragsfabrik/Queerpolitik, den wir in folgende drei aufgeteilt haben:
- Antragsfabrik/Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung
- Antragsfabrik/Weltweite Anerkennung und Schutz selbstbestimmter geschlechtlicher oder sexueller Identität bzw. Orientierung
- Antragsfabrik/Freie Selbstbestimmung des Zusammenlebens
Folgender Antrag geht über den ursprünglichen Antrag hinaus und soll den gesamten Programmpunkt abrunden:
Mit den Anträgen möchten wir das Parteiprogramm auf den aktuellen Stand der Queerpolitik (Geschlechterpolitik) bringen. Eine Positionierung in diesem Bereich ist sehr wünschenswert.
Die Anträge enthalten Forderungen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, allerdings ist ein solcher Programmpunkt innerhalb der deutschen Parteienlandschaft ein Alleinstellungsmerkmal.
Man erkennt deutlich, dass es hier um Maßnahmen geht, die weit über ein Wahlprogramm hinausgehen. Die Piratenpartei ist die geeignete Partei, solche Fragen voranzubringen. Daher soll die Queerpolitik ein Kernthema der Partei werden (im Partei- bzw. Grundsatzprogramm). Es ist sozusagen die zeitgemäße Form der Familienpolitik.
Familienpolitik scheint unseren Kernthemen fern zu liegen, dem ist aber gar nicht so: Es geht hier um Grundrechte, z.B. Art. 3 (1), "alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich", Art. 6 (5) und evtl. 3 (3). Beim Ehegattensplitting geht es zudem um 3 (2). Außerdem gehört Familienpolitik zu den spinnwebsverstaubten Themen, die dringend mal von Grund auf neugedacht werden müssen, seit der Papst nicht mehr die Deutungshoheit über Gefühle hat, und irgendwer muss die Arbeit ja machen.
(Kommentar von Benutzer:Gast nach unten kopiert)
Inhaltsverzeichnis
Unterstützung / Ablehnung
Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen
- Maha
- Piratesse
- Lena Rohrbach
- Andreas Pittrich
- Korbinian 19:56, 12. Apr. 2010 (CEST)
- TabataShou 23:18, 12. Apr. 2010 (CEST)
- Skipper 09:03, 13. Apr. 2010 (CEST)
- NineBerry
- Mpd
- Kai Mast
- Disi 12:58, 13. Apr. 2010 (CEST) (das Datenfeld "Gender" sollte bei Behoerden gestrichen werden)
- Benjamin Stöcker
- Marvin Pollock
- Macm 13:47, 13. Apr. 2010 (CEST) (geschlechtszuordnende Operationen bei Kindern können die Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen)
- Sferex 14:15, 13. Apr. 2010 (CEST)
- ElTres 14:26, 13. Apr. 2010 (CEST)
- Stoon 15:03, 13. Apr. 2010 (CEST)
- yrthy 16:22, 13. Apr. 2010 (CEST)
- NetAndroid 16:42, 13. Apr. 2010 (CEST)
- Jorges 19:18, 13. Apr. 2010 (CEST)
- Enigma 19:54, 13. Apr. 2010 (CEST)
- Crasher
- Incredibul Dekonstruktion von Geschlecht finde ich passend für die Piraten.
- Simon Weiß
- Blas el teso
- Anna-Maria Müller-Piepenbrock
- Theresa Dersch
- Astrid Meier-Gerling
- Silke Knudsen
- Sabine Müller
- Lara S.
- Georg v. Boroviczeny, aber mit Einschränkung, siehe unten
- Zam 16:12, 15. Apr. 2010 (CEST)
- Twix 16:10, 15. Apr. 2010 (CEST)
- Phil Anthrop
- Benjamin H.
- --Niemand13 18:30, 15. Apr. 2010 (CEST)
- Michael Braun 09:11, 16. Apr. 2010 (CEST)
- Silberpappel 10:50, 16. Apr. 2010 (CEST)
- Yuuki83 11:55, 16. Apr. 2010 (CEST)
- ...
Der Bot zählt vermutlich nur die tatsächlich vorhandenen Accounts, richtig? Gut so :) rhotep
Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen
- ?
- ?
- ...
Piraten, die sich vrstl. enthalten
- Jonathan Gruner 05:18, 13. Apr. 2010 (CEST) Der Staat sollte garnichts, was mit dem Geschlecht zu tun hat, fördern, und sei es noch so gut gemeint! Des weiteren halte ich die Aussage bezüglich der "Gesellschaftsstrukturen" für kritisch! Bezieht sie sich nur auf staatliches, so ist es okay, in das Privatleben der Menschen und deren (ggf. Vor)Urteile hat sich der Staat jedoch nicht einzumischen!
- ?
- ...
Diskussion
Bitte hier das für und wider eintragen.
Argument 1
@Jonathan Gruner: Ich bitte dich, den Text genau zu lesen. Der Staat soll hier gar nichts fördern. Der erste Abschnitt bezieht sich auf die Politik: Wir Piraten wollen eine Politik der freien Selbstbestimmung. Die Politik, die wir machen wollen (daher steht das im Parteiprogramm) hat Respekt vor unterschiedlichen Identitäten/Lebensentwürfen und fördert deren Vielfalt. Und das Ziel dieser Politik ist es, inadäquate Gesellschaftsstrukturen zu überwinden.
Jetzt kommen wir zum Staat: Das sind die Punkte mit den Spiegelstrichen (bzw. -punkten): der Staat soll keinen Zwang ausüben bei der Geschlechtserfassung und bei den Vornamen. Und es darf keine geschlechtsfestlegenden Zwangsoperationen geben.
Ich halte diese Punkte in einer freien Gesellschaft für selbstverständlich, aber die Diskussion zeigt doch, dass eine explizite Aufnahme ins Parteiprogramm durchaus nützlich ist und hoffe auf eure Unterstützung. --Maha 15:09, 13. Apr. 2010 (CEST)
Kommentar (Ursprünglich von Benutzer:Gast in die Begründung geschrieben)
Da der Antrag sich erstmal nur an frauenbewegte Frauen richtet, bitten wir darum, dass nur Piratinnen abstimmen!
(Ist dieser Satz, durch einen Gast hinzugefügt, nicht Vandalismus? Abstimmung nur unter Frauen kann ja nicht sein. --Saalepirat 21:49, 14. Apr. 2010 (CEST))
- Ich finde es sehr unschön, daß Benutzer:Gast seine Kommentare in unseren Begründungstext schreibt, aber womöglich handelt es sich nur um ein Versehen und der Texter wußte bloß nicht, wo man höflicherweise seine Kommentare unterbringt. rhotep 23:43, 14. Apr. 2010 (CEST)
Der Antrag richtet sich natürlich an alle Piraten. rhotep 23:43, 14. Apr. 2010 (CEST)
Argument 2
Den Satz: Geschlechtszuordnende Operationen bei Kindern sind abzulehnen, wenn deren Selbstbestimmung dadurch eingeschränkt wird halte ich so für sehr ungünstig/falsch.
Besser wäre:
Geschlechtszuordnende Operationen bei Kindern sind ohne deren wirksame Einwilligung nur bei dringender medizinischer Notwendigkeit statthaft.
Die wirksame Zustimmung könnte an ein Ende der Pubertät mit 14 (unbestimmte Zeiten sind in Gestzen schwierig!) gebunden werden.
Aber auch für alle, die (mit) zustimmen wollen: bedenkt, dass Kinder gegenüber 'Abweichlern' sehr grausam sein können; eine unklare oder ungeklärte Geschlechtszugehörigkeit ist das. Also kann auch durch das Offenhalten der Zuordnung einem Kind schwer geschadet werden, das wäre immer mit abzuwägen. [[ [[Der Aspekt der "Grausamkeit" gegenüber Abweichlern ergibt sich aus der jahrelangen Praxis. Stellt man sich eine Aufhebung der bisher typischen männlich-weiblich - Normalität vor, zugunsten der natürlichen, gegebenen körperlichen Entwicklung, so wird sich eine Normalität einstellen. Wenn die vergangene Praxis zeigt, dass jeder 5. operierte Mensch mit den medizinisch vorgenommenen Maßnahmen nicht zurecht kam, dann scheint ein Wandel schon sinnvoll. Die Operation von Kindern, um ein männl./weibl. Kind zu haben - auf Elternwunsch - ist schon aus Gründen der Menschenwürde abzulehnen. Ausschließlich das Kind sollte -aus gesundheitl. Gründen erst nach der Pubertät, diese Entscheidung treffen können. Insofern finde ich die Formulierung des Antrags sinnvoll. conny1
Argument 3
Formulierung aus dem Antrag: Der Zwang zum geschlechtseindeutigen Vornamen ist abzuschaffen.
Vorschlag: Ich finde die Forderung zu weitgehend bzw. als zu großen Schritt. Aus meiner Sicht birgt es zum einen einen entsprechend großen Verwaltungsaufwand aber auch nicht die Notwendigkeit dies bereits jetzt so zu forden. Daher schlage ich vor es eher derart zu halten, dass man Intersexuellen Menschen die Möglichkeit zum vereinfachten Namenswechsel ermöglicht und von einer derzeitigen starken bürokratischen Aufwendung absieht. In der Umsetzung sehe ich die Möglichkeit darin, dass von den Eltern bei der Geburt zwar ein Name vergeben wird, das Intersexuelle Individuum sich dann aber nach Selbsteinschätzung der notwendigen Reife und Entscheidungsstärke sich selbst den Namen gibt bzw. diesen ändern lassen kann. Leider fehlt mir persönlich die komplette Hintergrunddiskussion wie es zu dieser Forderung gekommen ist um mich für diese Formulierung zu entscheiden. Ich habe derzeit auf jeden Fall eine ablehnende Haltung dieser Forderung so zu zustimmen, da sich für mich nicht schlüssig darlegt warum nunmehr eine Frau nicht mehr als Vornamen Maria haben soll, sondern nunmehr Heinz heissen möchte.