Archiv:2010/Bundesparteitag 2010.1/Antragsfabrik/Einführung einer Finanztransaktionssteuer

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Pictogram voting wait blue.svg Dies ist ein eingereichter/eingereichtes Programmantrag für den Bundesverband.
Willst du dass dieser Antrag behandelt wird? Dann trage dich als Antragsteller ein! Dieser Antrag kann sonst nicht eingereicht werden.

Bitte diskutiere den Antrag, und bekunde Deine Unterstützung oder Ablehnung auf dieser Seite. Der Antragstext darf nicht mehr verändert werden! Eine Übersicht aller Anträge findest Du in der Antragsfabrik.

Änderungsantrag Nr.
TE015
Beantragt von
unbekannt
Programm

Parteiprogramm

Schlagworte Pro
Wirtschaftskrisen entschärfen, nachhaltige Beteiligungen fördern
Schlagworte Contra
Umsetzbarkeit
Beantragte Änderungen

Es wird beantragt, im Grundsatzprogramm die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zu fordern.

Finanztransaktionssteuer
Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene ein. Die Finanztransaktionssteuer verteuert Spekulationen und setzt ein Zeichen hin zu nachhaltigen Beteiligungen. Eine weltweite Einführung wäre wünschenswert.

Begründung

Bei der Finanztransaktionssteuer werden alle Devisen-, Aktien- und Derivativgeschäfte EU-weit besteuert. Dies soll helfen, die Missstände, die zur Wirtschaftskrise führten, zu beseitigen und Auswirkungen von Krisen in der Zukunft mindern.






Unterstützung / Ablehnung

Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen

  1. --Buccaneerps 16:51, 2. Apr. 2010 (CEST)
  2. --Nplhse 17:28, 2. Apr. 2010 (CEST)
  3. --Thorongil 13:05, 3. Apr. 2010 (CEST)
  4. Jan 19:26, 3. Apr. 2010 (CEST) und wenn nicht ins Grundsatzprogramm, dann wenigstens als Parteitagsbeschluss "Die PP soll die Finanztransationssteuer fordern" (Grund ist hierbei nicht, dass sie viel Geld bringen würde, sondern dass sie extrem kurzfristige Spekulationen - und nur die! - unrentabel macht.)
  5. Andreas70
  6. Fjardim
  7. TheMoler
  8. Matthias Geining
  9. Frank Scholz 20:14, 5. Apr. 2010 (CEST)
  10. Piratenweib 09:45, 7. Apr. 2010 (CEST) evtl. nicht als Grundsatzprogrammpunkt. Aber zu einigen wichtigen Dingen müssen wir als Partei langsam mal eine Position einnehmen. "Vorne" ist keine Position.
  11. Claudia Schroth im Auftrag MattesG
  12. Spearmind 18:41, 9. Apr. 2010 (CEST) Finanzierung des (B)GE
  13. MichaelG 20:23, 9. Apr. 2010 (CEST)
  14. Toertsche 13:13, 11. Apr. 2010 (CEST)
  15. tauss
  16. Steinchen 20:46, 11. Apr. 2010 (CEST)
  17. Floh1111 20:56, 11. Apr. 2010 (CEST)
  18. Hans Immanuel
  19. Jan QWERT
  20. Magnum
  21. Monarch 10:47, 13. Apr. 2010 (CEST)
  22. Andreas Heimann
  23. kathi 12:47, 13. Apr. 2010 (CEST) Allen, die über das Konzept rätseln, sei die Homepage des breiten gesellschaftlichen Bündnisses für eine Finanztransaktionssteuer empfohlen, insbesondere die FAQ und wer (aus Politik und Wissenschaft) das alles unterstützt.
  24. Disi 12:51, 13. Apr. 2010 (CEST)
  25. --Semon 20:54, 13. Apr. 2010 (CEST)
  26. Matthias Heppner 12:47, 13. Apr. 2010 (CEST) Wie schon den Tobinsteuer Antrag unterstütze ich auch diesen hier. Die Schwierigkeit der internationalen Koordination einer Finanztransaktionssteuer (=Tobinsteuer), die nur im internationalen Zusammenspiel wirklich Sinn macht (Frankreich hat diese z.B. schon beschlossen, sie tritt aber nur in Kraft wenn ale EG Staaten mitmachen) kann kein Grund dafür sein diese nicht zu befürworten.
  27. Zam 16:07, 15. Apr. 2010 (CEST)
  28. Stefan Hummert 22:29, 15. April 2010 (CEST) Diese Finanztransaktionssteuer ist wichtig und sollte unbedingt ins Partei Programm. Meiner Meinung nach ist das alleine der Parteiname schuldig ;-)
  29. Korbinian 22:40, 15. Apr. 2010 (CEST)
  30. Michael Miller 19. Apr. 2010 (CEST)Die Zeit ist reif für die Einführung einer Finanz-Transaktionssteuer von 0,1%
  31. Corax 19:33, 21. Apr. 2010 (CEST)
  32. Mike gh
  33. Musikliebhaber2
  34. enni ....wenn es ums Parteiprogramm geht!
  35. Queue 15:53, 25. Apr. 2010 (CEST)

Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

  1. Trias (Grundsatzprogramm ist kein Wunschzettel)
  2. Benjamin Stöcker
  3. Bragi
  4. Thorres Viel zu wenig für ein Grundsatzprogramm
  5. MrHan
  6. Christian Hufgard 21:50, 3. Apr. 2010 (CEST)
  7. Jonathan Gruner
  8. Jotun
  9. Locke 02:34, 5. Apr. 2010 (CEST) (schließe mich Trias an)
  10. Natural 13:51, 5. Apr. 2010 (CEST)
  11. TheRonin
  12. Nico.Ecke - Eine solche Steuer behindert Investitionen und kann für eine sich erholende Wirtschaft zum Hemmschuh werden.
  13. Guru 17:23, 8. Apr. 2010 (CEST) Das zahlt am Ende auch nur der Bankkunde und nicht der Spekulant
  14. --Derdaddler 18:48, 8. Apr. 2010 (CEST)
  15. ChristianF 19:47, 8. Apr. 2010 (CEST)
  16. Ron, die Ursache der Finanzkriese sind nicht die Spekulation und eine Tobin-Steuer würde dies auch nicht verhindern können - das Problem ist, dass wir nur eine Schuldwährung haben und keine Deckung (mit z. B. Gold oder Silber) des Geldes (mehr) vorhanden ist
  17. Thomas-BY
  18. Pidder Lütt 11:40, 15. Apr. 2010 (CEST) Kein Schwundgeld durch die Hintertür einführen.
  19. --Nerdicist 17:17, 15. Apr. 2010 (CEST)
  20. Maha 15:30, 16. Apr. 2010 (CEST) 2 Sätze machen noch kein Kapitel aus. Das kann bestenfalls ein Parteitagsbeschluss sein; Tobin-Steuer funktioniert nur weltweit, sonst wird einfach der Handelsplatz verlegt und die außereuropäischen Handelsplätze werden gestärkt.
  21. CEdge Inhaltlich diskussionswürdig, aber nichts fürs Grundsatzprogramm.
  22. icho40 stimme CEdge zu
  23. HKLS 20:47, 19. Apr. 2010 (CEST) nur in größerem Zusammenhängen sinnvoll
  24. ludwig5367, bin dafür, aber als Teil des Wirtschaftsprogramms
  25. -- Privacy 12:17, 21. Apr. 2010 (CEST) - nur im Zshg mit einem Wirtschaftsprogramm sinnvoll - als Einzelforderung zu speziell für ein Grundsatzprogramm
  26. Unglow einfach mal nen Satz zur Steuerpolitik ins Grundsatzprogramm klatschen? nee... ;-)
  27. Torch schließe mich Maha an
  28. HeinrichFaust
  29. Sebastian Pochert
  30. Rwolupo 23:02, 22. Apr. 2010 (CEST) in ein Wahlprogramm meinetwegen .. aber nicht ins Grundsatzprogramm

Piraten, die sich vrstl. enthalten

  1. Andena 00:25, 5. Apr. 2010 (CEST) besser Börsenumsatzsteuer
  2. Alu zwar dafür, gehört aber nicht ins Grundsatzprogramm
  3. Twix 18:07, 15. Apr. 2010 (CEST)
  4. maxwell 00:53, 20. Apr. 2010 (CEST)
  5. occcu
  6. icehawk 14:16, 22. Apr. 2010 (CEST) kein plan von der Materie und wegen Abi keine Zeit mich einzulesen :(
  7. RicoB CB 20:38, 24. Apr. 2010 (CEST)

Diskussion

Die Finanztransaktionssteuer wurde im Bundesforum schon etwas diskutiert. Hier kann man auch weitere Argumente - meist dagegen - wiederfinden.

Grundlage

Einer Rekordneuverschuldung von mehr als 80 Milliarden Euro stehen stagnierende Wachstumsprognosen und politischer Lobbyismus gegenüber. Die Kommunen in Deutschland stehen vor dem finanziellen Kollaps. Das finanzielle Dillema verschlingt 71.325 Millionen Euro nur an Zinsen, die öffentliche Haushalte zu bezahlen haben. Die Staatsschulden werden am Ende diesen Jahres die Höhe von knapp 1.800 Milliarden Euro erreicht haben. Die klärungsbedürftige Frage: "wer zahlt die Zeche nach der Finanzkrise", bleibt unbeantwortet. Zu einem konsequenten Schuldenabbau und durchgreifenden Sparmaßnahmen (Abbau von Subventionen) zur Herstellung einer Generationengerechtigkeit, mangelt es am politischen Willen.

Eine bürgernahe und weitsichtige Initiative mit der die Maßlosigkeit, die Schuldenspirale immer weiter nach oben zu treiben im Zaum gehalten werden kann, beinhaltet die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Tatsächlich sind die banküblichen Casino-Spiele inzwischen wieder voll im Gang. Die Zeche zahlen die, für die kein „Schirm“ aufgespannt wird.

Befürworter für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer argumentieren:

„jeder Kaugummi wird besteuert, während internationale Finanzströme unbehelligt Blasen werfen dürfen“!

Auf den Bürger werden wegen leerer Kassen zunehmend erhebliche finanzielle Belastungen zukommen.

Durchaus vorzustellen wäre, dass der Gesetzgeber die Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr, eine zusätzlich zu entrichtende Arztpraxisgebühr und eine weiterführende kostenpflichtige Nutzung im Internet (siehe GEZ) beschließen wird, um der maroden Finanzlage entgegen zu wirken.

Wer an einem solch bürgernahen und wichtigen Thema vorbeigeht, d. h., kein Zeichen der Solidarität setzt, wird in der Politik vermutlich keine Akzente setzen können, sondern von den anderen politischen Gruppierung als „Randerscheinung“ abgestuft. --Frank Scholz 20:19, 5. Apr. 2010 (CEST)

Frage: Wenn mir eine Finanztransaktionssteuer wichtig wäre, warum sollte ich dann die Piraten und nicht die Linke wählen? Bitte seht davon ab, die Piratenpartei als Ausdruck genau "eurer" Ideen zu benutzen. Das ist nämlich ziemlich kurz gedacht. --Trias 17:59, 6. Apr. 2010 (CEST)
"Antwort: sei Pirat, informiere und isoliere Dich nicht, bitte; die Forderung nach Einführung einer die Finanzmärkte regulierenden Steuer auf europäischer Ebene wird selbst von Bundespräsident Horst Köhler gefordert: http://www.bundespraesident.de/-,2.662878/Bundespraesident-Horst-Koehler.htm --Frank Scholz 14:42, 8. Apr. 2010 (CEST)
Das war keine Antwort. Oder sind wir jetzt die Partei die das fordert was der BuPrä will oder die Partei die das fordert was irgendwelche Meinungsumfragen aussagen? Ich glaub nicht. --Trias 17:42, 8. Apr. 2010 (CEST)
Leider wird es keine Antwort geben, die Deinen Anforderungen gerecht werden kann, denn wer nicht weiß, welchen Hafen er anlaufen soll, bekommt politisch keinen Boden unter die Füße, sondern bewegt sich mit gleichgesinnten Ruderkameraden nun einmal im Kreis. Pirat sein bedeutet jedoch, nach Lösungen zu suchen und sich nicht in eine Fantasiewelt zu versetzen. Der Schuldenstand von 1,7 Billionen Euro gefährdet insbesondere Kernthemen (z. B. Bildung), die sich die PP auf die Fahne geschrieben hat, um auf lange Sicht gesehen dem Bürger am Wahltag eine Option zu geben. http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,ywf9702wyyqe9y3l~cm.asp --Frank Scholz 09:08, 9. Apr. 2010 (CEST)

Grundlage?

Die Meinung sein unbenommen, aber wieso sollten wir eine Finanztransaktionssteuer fordern? Auf welcher Grundlage? Haben wir einen wirtschaftspolitischen oder finanzpolitischen Teil in unserem Grundsatzprogeamm? Wollen wir das? Und überhaupt: sind wir uns darin einig und auf welcher philosophischen Basis tun wir das? --Trias 16:59, 2. Apr. 2010 (CEST)

Naja, es ist halt ein Antrag auf Aufnahme ins Programm :) Also die Frage mit der Einigkeit und der philosophischen Basis finde ich sehr süß, dafür ist der Bundesparteitag ja wohl da, oder? Und die Basis ist eher politisch als philosophisch. --Buccaneerps 17:56, 2. Apr. 2010 (CEST)
ne der Bundesparteitag ist sicher nicht dazu da auf Biegen und Brechen irgendeine Entscheidung zu finden. Der BPT ist keine Black Box aus dem am Ende ein "basisdemokratisches" Programm rauskommt. Es reicht nicht, wenn die Vorschläge ins Programm kommen, die eine Mehrheit kriegen. Das führt zu Widersprüchlichkeiten und Inkonsistenzen. Wir brauchen eine gemeinsame philosophische oder wenn du willst politische Grundlage. Ein freidrehender Steuervorschlag, sei er noch so ehrenwert gedacht, hilft gar nichts. --Trias 19:09, 2. Apr. 2010 (CEST)
Nach der Logik können wir Piraten uns niemals kurzfristig zu einem wichtigen Thema mehr äußern. Die Finanztransaktionssteuer ist *jetzt* ein wichtiges Thema und wird diskutiert. Auf ein Komplett-Wirtschaftsprogramm zu warten, heißt ca. 3-4 Jahre warten. Dieser Punkt jedoch läßt sich sehr gut völlig eigenständig betrachten und muß nicht in ein Komplett-Wirtschaftskonzept eingebunden sein. Abgesehen davon habe ich auch keine Schmerzen, wenn der Antrag basisdemokratisch abgelehnt wird, aber wieso wird eigentlich schon nur bei einer Antragsstellung schon so scharf geschossen? --Buccaneerps 20:07, 2. Apr. 2010 (CEST)
Warum sollten wir zu jedem Thema eine offizielle Parteiposition haben? Das kann ich nicht nachvollziehen. Zumal es ja nur ein kleiner Aspekt wäre der für sich genommen lächerlich wenig ist. Ich habe gar nichts dagegen, wenn wir zB eine parteiweite Umfrage machen, und dann sagen: 60% der Piraten finden das gut, 10% wissen nicht und 30% sind dagegen. Aber unser Grundsatzprogramm um so einen Satz zu erweitern? Find ich nicht gut. Und hey, ich schieße hier noch mit weicher Munition. :). Das Problem ist halt auch dass der BPT wiedermal völlig überlastet sein wird, weil jeder sein Zuckerstückchen durchbringen will. Echte Grundsatzdinger wie zu Demokratie sollten mE massiv diskutiert werden. --Trias 22:17, 2. Apr. 2010 (CEST)
Sollen wir wirklich jedes gerade momentan aktuelle Thema ins Grundsatzprogramm aufnehmen? Dann haben wir bald ein Sammelsurium an unzusammenhängenden Dingen. Wenn wir unser Grundsatzprogramm erweitern, dann bitte nicht so. Es gibt übrigens die AG Wirtschaft, die AG Wirtschaftspolitik und die AG Geldordnung und Finanzpolitik. Alle drei würden thematisch passen, du kanst Du dich dort gerne einbringen. MichaelG 22:25, 2. Apr. 2010 (CEST)

Argument 2

Im Moment wird in der Politik über eine Bankabgabe diskutiert. Ein Instrument das wohl nur bedingt Wirkung entfalten wird. Und wohl auch nur eine lächerliche Summe in die Kasse spülen wird.

Eine Transaktionssteuer, die u.a. von Attac und wohl auch schon von Mitgliedern der derzeitigen Regierung "leise" gefordert wird, könnte im Idealfall eine Bankenabgabe überflüssig machen und da ansetzen, wo das Problem verursacht wird, bei den Spekulanten. Das der Idealfall so schnell nicht eintreten wird, dafür werden schon andere sorgen. Aber wenn wir nur fordern, was im Moment möglich ist, dann könnten wir den Laden Piratenpartei gleich zu machen.

Ich finde den Antrag auf alle Fälle unterstützenswert. -- MattesG 16:46, 4. Apr. 2010 (CEST)

Spekulation wirkt stabilisierend

Erfolgreiche Finanzmarktspekulation (und nur die ERFOLGREICHE hat entscheidenden, weil dauerhaften, Einfluss auf die Finanzmärkte) wirkt, trotz weitverbreiteter Fehlansichten, stabilisierend. Mit Hilfe eines einfachen Beispiels kann man sich das leicht erklären: Ein erfolgreicher Spekulant muss, um erfolgreich zu sein, entweder billig kaufen um anschließend teuer zu verkaufen, oder teuer verkaufen (sog. shortselling) um dann billig wieder zu kaufen. Im ersten Fall (billig kaufen und teuer verkaufen) führt der Kauf der Aktie/des Futures/etc. dazu, dass der Kurs dieses Finanzprodukts STEIGT. Dadurch hat der Spekulant die notwendige Preisanpassung des Finanzprodukts vorweggenommen. Durch viele Käufe erfolgreicher Spekulanten steigt der Kurs nach und nach auf den neuen, höheren Kurs. Ohne Spekulanten gäbe es keine "sanfte" Steigerung des Kurses, sondern er würde plötzlich auf den neuen, höheren Kurs springen. Anders ausgedrückt, die Volatilität der Kurse würde stark ansteigen. Man stelle sich mal vor, was ein Preisanstieg um 200% für Benzin, über Nacht für unsere Volkswirtschaften bedeuten würde. Der umgekehrte Fall des shortsellings, führt zu einer vorweggenommenen Anpassung des Kurses nach unten.

Um diesen ausgleichenden Spekulationsmechanismus zu sützen, muss gewährleistet sein, dass schlechte Spekulanten vom Markt verschwinden. D.h. Banken, die sich verzocken, müssen pleite gehen, und dürfen nicht mit Steuergeldern gestützt werden! Dafür muss aber weiterhin gewährleistet sein, dass der Ausfall einer Bank nicht das gesamte Finanzsystem in Gefahr bringt, die Banken müssen "entflechtet" werden.

Zum Lesen: http://ideas.repec.org/p/imf/imfwpa/01-51.html http://ideas.repec.org/p/rtv/ceiswp/144.html

alexk

Unbestritten hat Spekulation in einer Marktwirtschaft positive Seiten. Spekulation gegen Währungen und Staaten, auf Lebensmittel und Wasser, sind allerdings negativ. Dessen ungeachtet macht eine globale Spekulationssteuer Sinn. Sie muss eine natürliche Begleiterin der Spekulation sein. Sie könnte zur Finanzierung eines Global Marshall- Plans herangezogen werden. Dies wäre für mich ein sehr piratiges Projekt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Global_Marshall_Plan_Initiative

tauss

Piraten für Weltplanwirtschaft, das wär lustig. --Trias 11:44, 17. Apr. 2010 (CEST)

Finanztransaktionssteuer = Tobin-Tax = unpiratig

  1. Diejenigen die es können, werden ihre Verluste durch die FXSteuer auf andere abwälzen.
  2. Zahlen muss es am Ende der Verbraucher, so wie bei vielen anderen Steuerarten auch, z.B. MwSt.
  3. Die Lobby der Steuerzahler :) ist zu träge, als dass das Geld aus der FXSteuer tatsächlich für den dafür erhobenen Zweck verwendet wird: Seit wann nimmt der Staat von den Reichen und gibt es den Armen? Da würde es sich ja anbieten sich stets "arm" zu rechnen. :)
  4. FXSteuer/Tobin-Tax wird letztlich auf alle Vermögensbewegungen erhoben. Jede Menge Daten => Kaufverhalten => Bewegungsprofil => Gläsern => unpiratig.

--Idee 20:05, 14. Apr. 2010 (CEST)

Gegendarstellung

Entschuldige, aber ich kann mich deiner Argumentation überhaupt nicht anschliessen.

  1. Punkt 1) Erklär mal, wie sie die Steuer auf andere abwälzen? Ich denke, dass ist nicht so einfach. Letztlich gibt es einen Markt, wenn eine Bank das zu teuer umlegt, gehen die Bürger zu einer, die eben noch günstig ist.
  2. Punkt 2) Ich glaube kaum, dass dem Bürger ein halber Promille wirklich auffällt. Selbst wenn du eine 1000 EUR Transaktion hast und dafür 0,5 EUR bezahlen musst, ist das erträglich oder nicht?
  3. Punkt 3) Das ist das wesen einer Steuer, dass sie nicht Zweckgebunden ist.
  4. Punkt 4) der letzte Punkt ist leider kein Argument, da der Bürger hier in Deutschland sowieso schon gläsern ist. Woher ich das weis? Ich komm aus der Branche. Durch die Steuer ändert sich da rein gar nichts. Zudem soll nicht der Bürger, sondern die Bank Rechnung ablegen. (und da schadet mehr Transparenz wohl kaum)

--Stefan Hummert 22.47 Uhr, 15. April 2010 (CEST)

Du bist ja lustig. Wenn Du aus der Branche kommst, wie kommt's, dass ich Dir erzählen muss, wie Banken ihre Kosten und Verluste auf andere umlegen? Das ist ein rein wirtschaftlicher Gedanke, jedes wirtschaftlich, gewinnorientierte Subjekt wird "umlegen" wollen, um den meisten Profit für sich herauszuschlagen.
Ich habe schon ganz oben auf die Diskussion im Bundesforum verwiesen.
http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=17367&p=221560&hilit=tobin%2A#p221536
"Spediteur fährt Erdbeeren im Winter von Spanien nach Deutschland, er will nicht auf den Fahrtkosten sitzen bleiben, die Erdbeeren werden teurer. Im Winter gibt es Saisonbedingt weniger Wettbewerb, also kein Problem.
Die Bank hat Auslagen und wälzt diese um und nennt sie Kontoführungsgebühren.
=> Häng Dich nicht an den Beispielen auf. Mir ist der wirtschaftliche Gedanke wichtig. Selbst wenn Banken die Transaktionssteuer abführen müssen, können sie mit dem Geld nicht mehr arbeiten, also ein Verlust."
Beispiel für das Abwälzen der FXSteuer/TobinSteuer (auch wenn das schon wieder die Arbeit der Banken erleichtert):
1. Die Bank "Cortal Consors" BNP PARIBAS verschickt Briefe und berechnet im regelmßigen Abschluß für einen Brief 0,55€ - also 55 €Cent - als Auslage "Postversand". Da diese Briefe jeder Kunde von CC BNP PARIBAS bekommt, kann die Bank günstigere Entgelte für den Massenversand bei der Post aushandeln (kick back Vereinbarung). (Nicht jeder postalische Kontakt mit und von dieser Bank wird dem Kunden in Rechnung gestellt.)
=> Wenn die Bank Dir jetzt für die abgezogene FXSteuer einen Brief zuschickt, dann wird sie vermutlich dafür auch wieder o,55€ im Abschluss berechnen.
2. Und selbst wenn die FXSteuer noch so niedrig ausfällt, z.B. 0,005%. Man kann nur den kleinsten Betrag abführen, das sind 1€Cent, 0,01€. Unsere Währung läßt es nicht zu kleinere Beiträge an den Staat abzuführen. Da wird schlichtweg "aufgerundet". Je kleiner die FXSteuer ist, umso mehr zahlt der Verbraucher "über Gebühr". Man kann nicht zu einer anderen Bank wechseln, weil die das genau gleich machen muss.
(6) Finanztransaktion im Sinne dieses Gesetzes ist jede Handlung, die eine Geldbewegung oder eine sonstige Vermögensverschiebung bezweckt oder bewirkt."(Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)
Wenn man also auf jede Finanztransaktion eine Steuer erhebt, wird man nicht nur gläsern, man wird luftig, weil theoretisch nicht nur Banken die FXSteuer abführen müssen. Wenn Dir jemand eine Handschenkung - (Bar-)Geschenk - macht und die FXSteuer nicht abführt, macht er sich vermutlich der Steuerhinterziehung schuldig
--Idee 15:05, 16. Apr. 2010 (CEST)


1 Natürlich werden die Kosten umgelagert aber schau mal die, die meisten Bankkonti haben im Monat weniger als sagen wir sogar 10.000 EUR an Transaktionen. Wenn du dazu 0,0005 nimmst macht das 5 EUR insgesamt. Das wird jemand der selbst 10.000 EUR transferiert wohl verkraften. Banken haben da viel mehr, der Sinn ist ja nicht, dass sie gar nicht mehr mit dem Geld arbeiten, sondern dass die Geschwindigkeit der Geldverlagerung abnimmt dadurch dass mehr überlegt wird vor einer Transaktion ob sich diese "Investition" lohnt. (also weniger kurzfristig gehandelt wird)
2 man kann es so definieren, dass du nicht für jeden einzelnen Betrag ein Minimum von 0,01 abführen musst, sondern dass einfach die Summe über einen Zeitraum (z.B. Monat) gebildet wird, und diese abgeführt wird. Dein Link auf die Gesetzesdefinition ist nett, aber unnütz, weil es ja darum geht ein sinnvolles Gesetz aufzustellen und sich nicht an vorhandenem Mist zu orientieren. Daher sollte die Steuerabgabe und Berechnung komplett auf die Banken ausgelagert werden um den Normalbürger da weitgehend rauszuhalten.
3 ist auch eine Frage der Definition, du könntest z.b. im Gesetz festlegen, dass diese Abgabe nur für Banken (also Instituten mit Banklizenz) fällig wird. Ob das ausreicht und richtig ist, muss man natürlich Diskutieren und überlegen.
4 es gibt immer Banken die günstiger sind, und der Markt wird durch die Steuer da nicht zusammenbrechen. Und sie ihre eigenen FXGebühren sicher nicht ihren Kunden weiter belasten (also ihre eigenen, nicht die der Kunden) - denn es wird immer Institute geben, die das nicht machen, und wenns letztlich auch nur die Sparkassen o.ä. sein sollten, denen man das ja praktischerweise auferlegen kann.

--Stefan Hummert 15.29 Uhr, 17. April 2010 (CEST)