AG dezentraler Parteitag
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Die AG kümmert sich um die technische Planung und generelle Organisation für einen dezentralen Parteitag (hier zum Ansatz Satzungänderung).
Verantwortliche: Jamasi, Sebi (suchen Interessierte, die sich aktiver um diese AG kümmern wollen und auch die Zeit dafür haben).
Inhaltsverzeichnis
- 1 Organisatorisches
- 2 Inhaltliches
- 3 Kommentare
- 4 Protokolle, Ideensammlungen, etc.
Organisatorisches
Desweiteren habe ich mich kommissarisch als Bundeskoordinator für die AG dezentraler Parteitag in der Koordinatoren-Konferenz eingetragen. Ich werde dort regelmäßig Bericht erstatten und die Kontaktpflege betreiben sowie Kooperationsangebote an Fach-AGen annehmen bzw. aussprechen. SlickRights
Aktuelles
- Der Bundesvorstand hat das Thema aufgegriffen und unterstützt Bemühungen für die Umsetzung. Es wird empfohlen, die Piloten auf Verbandsebene zu testen und dann die Erfahrungen zusammenzutragen. Auf Grund der finanziellen Ausstattung des Bundes ist möglicherweise in 2012 kein zweiter BPT zu realisieren. Daher bietet sich schon aus rein fiskalischer Sicht ein dPT an, da die Kosten für Hallenmieten auf die Landesverbände aufgeteilt werden können. Einzig die Finanzierung der technischen Umgebung ist noch nicht geklärt, aber es gibt schon verschiedene Ansätze uA durch Sponsoring und gemeinsame Ausgleichsmodelle zwischen den Landesverbänden. Wichtig ist jedoch, an der Konzeptionierung und Umsetzung zu arbeiten und damit möglichst schnell zu beginnen. Dass in der PP übliche Prinzip, kurz vor knapp alles zu mobilisieren was möglich ist, greift bei diesem komplexen Projekt nicht. Es bestehen schon verschiedene Realisierungsmodelle, es wird schon an Satzungsänderungen gearbeitet und die entsprechenden Kontakte zu KnowHow-Trägern sind aufgebaut. Weiterhin besteht generelles Interesse von Netzequipmentausrüstern für Sponsoringmodelle in Hard und Software. Lasst uns beginnen! "Basisdemokratie 100%" SlickRights
Geplante Tests
Bitte hier die bisher geplanten Test-Projekte eintragen, damit wir eine Übersicht darüber bekommen, wo schon entsprechende Bemühungen bestehen, im kleinen Rahmen einen dPT oder andere dezentrale Modelle zu testen.
- LV Rheinland-Pfalz, KV Trier, Kreisparteitag am 06.05.2012
Inhaltliches
Problemstellung
- Gerechtere bzw. breitere Beteiligungsmöglichkeiten der Basis schaffen.
- Steigerung der Effektivität der Parteitage.
- Geheime Wahlen
Anforderungen
Es gibt anscheinend ja schon viele Umsetzungsvorschläge, auch von durchaus sehr unterschiedlicher Natur. Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn man mal guckt, was man denn für Anforderungen an einen Parteitag stellt: AG dezentraler Parteitag/Anforderungen
Daraufhin sollte man anfangen, die Realisierungsvorschläge zu kategorisieren. (Eine Dezentrale Wahlurne ist schließlich ein ganz anderer Lösungsvorschlag als ein Zusammenschalten per Stream). --Wobble 17:55, 25. Mai 2010 (CEST)
Rechtliche Grundlagen
- Gesetz über die politischen Parteien
- Ausarbeitung "Online-Parteitage" Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages ext. Link PDF
Realisierungsideen
wenige zeitlich parallele Veranstaltungen
- Koppelung mit Live-Stream etc. (wie Parteitag, bloß an mehreren Orten parallel)
- Abgestuftes-System: Nur Audio, Präsentations-Addon, Video-Addon, Streaming-Addon
- Teleport-Lösung (Teleport-Area, Common Audience)
- kleine dezentrale Ableger eines großen Parteitages.
PRO
- wie klassischer Parteitag, nur mit noch mehr Piraten
- Medienwirksam, würde zu unserer Partei passen (viel Medien und Technikzeug)
- benötigt so gut wie keine Änderungen am bisherigen System
CONTRA
- teuer
- Technik kann failen
- Nur mit wenigen dezentralen Standorten machbar (3-4)
- Bindet viele Menschen in Aufgaben
NEEDS
- Piraten, die die Technik verwalten und bedienen (an jedem Standort)
- kleinere Geschäftsordnungsänderungen (wer bestimmt über das Bild/Ton im Stream -> Regelung wer ist Master, wer slave Parteitag?)
- Mehr Piraten -> Mehr Leute, die Fragen stellen können. Der Parteitag muss organisatorisch gestrafft werden; für Alles, was den Parteitag aufhält, müssen entsprechende Hürden aufgestellt werden (überflüssige Fragen etc.). Der Parteitag muss gründlich (!) vorbereitet und organisiert werden.
Audio- und Videokompetenzen
Piraten Streaming
Die Aktiven dieses Angebots übertragen viele Parteitage und Aktionen per Video auf einer zentralen Website.
Xincast
Professionelles externes Livestreaming-Angebot. Überträgt einige Parteitage und Aktionen per Video auf der Website des Angebots.
- Website
- Medienfloh (Verantwortlicher und Inhaber)
- Floh1111 (stelle gerne Kontakt her, da aus der gleichen Stadt)
Piraten IT
Hat wohl den offiziellen Stream zum BPT 2010.1 zur Verfügung gestellt, der sehr gut war.
Piraten AGs
viele zeitlich parallele Veranstaltungen
- Dezentrale Parteitage ohne Synchronisation
PRO
- Würde alle unsere Probleme lösen
- Die Idee ist wohl, den Parteitag im Prinzip so wie er ist zu übernehmen, nur dass er halt gleichzeitig an verschiedenen Orten ausgeführt wird. Aber ohne Synchronisation. Anschließend werden dann die einzelnen Ergebnisse addiert. Aber wie gesagt, wie das gehen soll (Integrität der Ergebnisse, voneinander abhängige Anträge etc.) ist mir völlig schleierhaft.
KONTRA
- Das Verfahren ist nicht ganz klar
- wirft vermutlich neue Probleme auf
- Der Diskussionsprozess würde unterbrochen. Sinn einer Mitgliederversammlung ist, dass die Abstimmberechtigten (Anwesenden) einen Antrag in einer Debatte aufbereiten, auf deren Grundlage die Meinungsbildung erfolgt. Werden die dezentralen Parteitage asyncron, ist das nicht mehr möglich.
NEEDS
- ?
Dezentrale Wahlurne
- Dezentrale Wahlurne, siehe auch hier.
- Dezentrale Wahlurne (nur Wahlen!)
PRO
- Konzept einfach und sofort umsetzbar
- Würde auch Briefwahl ermöglichen (Wahl senden an Briefwahlurne)
- alle Wahlen (und Abstimmungen) sind geheim.
- keine Diskussionen auf dem Parteitag selbst, die den Parteitag aufhalten, da alle Diskussionen vorher passieren.
KONTRA
- keine RL-Kandidatenbefragungen
- vermutlich wenig medialer Rummel (weniger Presseecho)
- keine Diskussionen auf dem Parteitag selbst
- es existiert kein wirklich effizientes digitales Diskussionsmedium (alle Diskussionen zerfaseln sich und werden doppelt geführt)
- Konfliktbehandlung ungeklärt (nur wenn auch Abstimmungen durchgeführt werden)
Needs
- Kandidatenlisten müssen vor Parteitag geschlossen werden (d. h.: keine Spontankandidatur möglich, wie z. B. die von Marina/Afelia in Heidenheim)
- Jede Wahlurne benötigt ein Wahlhelferteam
- Änderung der Satzung.
Liquid Feedback mit Delegiertensystem
PRO
- benutzt bereits (oder sehr bald) existierendes LF-System.
- ermöglicht die Teilnahme von Piraten, die an dem Parteitagswochenende sonst keine Zeit haben.
- ermöglicht die Teilnahme von Piraten, die sich nur für bestimmte Aspekte interessieren und nicht die Zeit haben, sich mit Allem zu beschäftigen.
KONTRA
- Alle Abstimmungen sind öffentlich (nur Pseudonomisierung).
- Wahlen sind unmöglich (Wahlen müssen geheim sein, Pseudonomisierung reicht nicht aus).
- Als Lösung kann man allerdings für die Wahlen auf die dezentrale Wahlurne zurückgreifen.
- Gefahr, dass LF-Ergebnisse nicht umgesetzt werden und wir ein Delegiertensystem wie bei anderen Parteien bekommen. (z. B. weil LF doch nicht so toll ist). Wenn man einmal so ein Delegiertensystem hat, ist es vermutlich sehr schwer, es wieder abzuschaffen.
- Datenschutzbedenken bzgl. LF
- Die Wahl von Delegierten hat gemäß PartG auch geheim zu erfolgen
- Grundsatz von 'one man - one vote' muss eingehalten werden. Mit Stimmrechtsübertragung und Delegationskönigen nicht machbar.
NEEDS
- Delegiertenparteitag nötig (damit gewährleistet ist, dass der Parteitag tatsächlich auch die Beschlüsse aus LF umsetzt). Also Änderung der Satzung.
- kann man Delegierte denn an das Ergebnis aus LF binden?
- nein, aber man kann sie abwählen, wenn sie LF boykottieren.
- kann man Delegierte denn an das Ergebnis aus LF binden?
- Akzeptanz von LF in der Piratenpartei.
Landesverbände organisieren DPTs
Ich habe einmal Kontakt zu Wolfgang Preis (piraten-streaming.de) aufgenommen.
Wolfgang plant eine flächendeckende Verfügbarkeit des Streamings. Er hat dafür u. a. auf Twitter Werbung gemacht und ich habe ihn daraufhin angesprochen, ob wir dies nicht auch für die Umsetzung des DPT nutzen könnten. Wolfgang zeigt sich sehr interessiert und hat auf der ML der AG schon einmal zu den rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen Stellung genommen.
Im Prinzip geht es um die Ausrichtung des DPT auf Landesverbandsebene. Also 16 LVs und der BPT macht dann 17 Standorte.
So, das ist ja schon mal ganz ordentlich.
Wäre noch wichtig zu erwähnen, das wir uns über eine Backup-Lösung verständigen sollten. Natürlich kann die Technik immer mal failen, keine Frage, aber man ist drauf vorbereitet und kann Alternativen bereithalten. Zu nennen wäre hier UMTS(HSDPA/HSUPA) mit 7-21 MBit/s und ca. (bei O2) 70-90ms Latenz. Man könnte mal mit O2 oder einem anderen Provider sprechen, ob man für "Events" eine Priorisierung bekommen könnte. Wenn wir uns einig werden könnten, könnte man da auch ein Sponsoring daraus entwickeln (Zukunftsvision). Generell würde ich empfehlen, zwei Verträge mit zwei Providern abzuschließen und damit eine optimale Back-Up-Versorgung zu garantieren. Der Festnetzbetreiber könnte uns ein dediziertes Netzwerk anbieten, dass er einfach auf einen beliebigen DSL-Anschluss aufhängt. Durch geschickte Planung können wir das BU auf beiden Seiten der Access-Leitung sichern oder alternativ ein Load-Balancing betreiben, mit QoS für Stream up/down, Kommunikationsplattformen, gesicherte Verbindung Wahlleiter, VPN, etc. über UMTS realisieren. (Dies sind mal meine Gedanken und Ideen, vorerst)
Kommentare
Parteiengesetz
Kommentar von Markus Gerstel:
Das PartG wurde noch nie 'erneuert'. Die Geschichte des PartG ist eine Geschichte voller Missverständnisse - und vor allem voller Urteile des BVerfG, welche die altehrwürdigen Parteien (dank BVerfGE 20, 56) sogar erst dazu gezwungen haben *überhaupt* ein PartG zu verabschieden.
Ob die 18-jährige Verzögerung seit dem Auftrag aus Art 21 III GG an der „tiefgehende(n) Abneigung der Parteien und Parteipolitiker selbst gegen jede speziellere Rechtsbindung“ liegt - wer wird das schon beurteilen wollen. (Seifert, Die politischen Parteien im Recht der Bundesrepublik Deutschland, 1975.)
Bei soviel Gründungsenthusiasmus wird es dann wohl kaum überraschen zu hören, dass auch alle weiteren großen Veränderungen im Parteienrecht nur als direkte Reaktion auf Verfassungsgerichtsurteile zustande kam: BVerfGE 24, 300; BVerfGE 41, 399; BVerfGE 73, 40; BVerfGE 85, 264; BVerfGE 111, 54; usw, usf. Zyniker könnten das Parteiengesetz auch als bundesverfassungsgerichtliche Nebenordnung bezeichnen.
Wobei das nicht vollständig stimmt, denn Änderungen im Parteiengesetz wurden auch noch durch die Flick-Parteispenden-Affäre motiviert. Und ab und an ändert der Bundestag mal den Geltungsbereich (nach 1989) oder auch mal ein paar Zahlen. Wobei letzteres nur eingeschränkt funktioniert, denn dann kommt das große böse BVerfG wieder her und stellt fest dass die Änderung nur einen Bestandsschutz für die Parteienfinanzierung etablierter Parteien darstellen soll, und kippt sie gleich wieder (BVerfGE 111, 382, vgl http://bit.ly/u2h7dS )
tl;dr: Änderungswünsche beim Parteiengesetz sind beim Verfassungsgericht einzureichen, nicht beim Bundestag.