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Inhaltsverzeichnis

Bundespolitische Bildungsthemen

Meta-Bildungs-Ziele

Meta-Bildungsziele beschäftigen sich nicht mit den Inhalten, sondern mit den Fähigkeiten, die es braucht Inhalte zu akquirieren. Da die Inhalte so weit wie möglich selbst bestimmt sind, wird dadurch das natürliche Interesse und der Wissensdurst gefördert. Durch die Förderung der Fähigkeiten des Wissenserwerbs wird auch die Selbsteffektivität gesteigert. Förderung von Selbstbestimmung, Wissensdurst und Selbsteffektivität sind die optimalen Grundlagen um sein Wissen und Weltverständnis ein Leben lang zu erweitern, aktuell zu halten und neues zu hinterfragen.

Anstatt vorzuschreiben wie der Schüler die Welt zu verstehen hat, ermöglichen sie mehr Zeit sich mit der Welt zu beschäftigen, auf aktuelle Geschehnisse einzugehen und so am Leben auch später besser teilzunehmen.

Meta-Bildungsziele konzentrieren sich nicht auf das "Was-muss-gelernt-werden" sondern stellen das "Lernen lernen" in den Mittelpunkt und bereiten somit optimal und zeitlos auf das Leben vor.

Warum Meta-Bildungs-Ziele

Aktuelle Bildungsziele/Bildungsstandards/Bildungskanon haben inhärente Probleme, also Probleme, die so stark in ihrer Struktur verankert sind, dass sie nicht mehr gelöst werden können, ohne die Struktur an sich aufzulösen.

Probleme:

  1. Das Definieren eines Bildungskanons ist, als ob man in einer Enzyklopädie (Weltwissen) bestimmte Dinge anstreicht, die man für wichtig hält
    1. diese Enzyklopädie wächst jeden Tag an
    2. durch Erweiterung der Menge sinkt die Tiefe, bis die Bildung oberflächlich und nutzlos wird
    3. bei gleich bleibender Wachzeit, sinkt die Lebensqualität der Kinder und immer mehr Kinder werden von einer effektiven Teilnahme am Bildungssystem ausgeschlossen (inklusive Überforderung der Eltern)
  2. Streitigkeiten, was heute wichtig ist
  3. Unvorhersagbarkeit, was bei Inkrafttreten der neuen Lehrpläne wichtig ist (Standard festlegen, Einigen, Materialien erstellen, Materialien kontrollieren (zertifizieren), Bücher kaufen, Lehrer schulen, Unterricht umstellen - all diese Vorgänge geschehen in einem politischen Umfeld und dauern dementsprechend)
  4. Unvorhersagbarkeit, was bei Beendigung eines Bildungsweges noch einmal 10 Jahre später wichtig ist
  5. In transparentes Zustandekommen - nicht die Interessen des Kindes zählen, sondern bestimmte Gruppen
    1. z.B. die Region will sich als wirtschaftsfreundlich profilieren und erweitert den naturwissenschaftlichen Teil, zum Nachteil des Geisteswissenschaftlichen (damit schafft sie auf Kosten der Kinder und ihres Rechts auf Bildung Arbeitsplätze, da sie Firmen anlockt)
    2. Sobald Lehrplanveränderungen konkret werden gibt es immer eine Gruppe, die aufschreit (sobald ein Fach dabei schlechter wegkommt - pure Erweiterungen sind OK)
      1. Werden die Naturwissenschaften oder Mathematik gekürzt, schreit die Wirtschaft auf
      2. Werden Sprachen oder Geisteswissenschaften gekürzt, schreien die Humanisten auf
      3. Werden die Religionen gekürzt oder mit Ethik ersetzt, gibt es einen Bürgerkrieg
      4. Wird Französisch gekürzt, gilt das als Gefährdung unserer guten Beziehungen und geschichtsvergessen (wohlgemerkt Kinder werden in dieser Sicht als diplomatischer Faustpfand verwendet)
      5. ... usw.
    3. die Interessen und das Wohl des Kindes gelten oft als Argument, aber nie als Weg

Meta-Bildungs-Ziele unter dem Aspekt der Schulautonomie

Bei den Meta-Bildungs-Zielen hält sich die Regierung, Politiker und Interessengruppen aus der Lehrplangestaltung heraus. Es wird nur noch ein Set von Meta-Zielen überprüft und für das Reporting verwendet, der Rest wird den Schulen überlassen. Dies bedeutet nicht, dass die einzelne Schule keinen konkreten Lehrplan aufstellen dürfte (je nach ihrem pädagogischen Konzept). Dies bedeutet nur, dass die Politik ihr einen möglichst großen Freiraum einräumt, damit sie ihren pädagogischen Auftrag in ihrer Kompetenz und Verantwortung durchführen kann. Sie ist bzgl. des Lehrplans keine Rechenschaft schuldig, außer den Eltern.

Andere Rahmenbedingungen wie Verfassungskonformität bleiben unberührt. Dieses wird im Abschnitt Schulautonomie näher erläutert.

Ziel ist die Beteiligten am Lernprozess eine maximale Transparenz und Verantwortung für ihren Stoff zu geben - und so die Motivation und Involviertheit, sowie die Selbständigkeit zu fördern.

Konkrete Meta-Ziele

  1. Beherrschung der Muttersprache (wichtige Voraussetzung für Denken, siehe Vygotskij; Woolfolk)
  2. Beherrschung der Landessprache (Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben im jeweiligen Lande)
  3. sinnerfassendes Lesen (wichtige Voraussetzung für lebenslanges Lernen in einer schnell-verändernden Gesellschaft und eigenes Lernen)
  4. sprachliche Vernetzung innerhalb der Schülergemeinschaft (Förderung von Toleranz und Kulturübergreifendes Verständnis)
  5. Ausbau mindestens 2er Interessengebiete (wichtige Voraussetzung um produktiv an der Gesellschaft teilnehmen zu können und eine Ausbildung/Studium)
  6. Beschäftigung mit einem Bildungskanon - die Gestaltung des Bildungskanons obliegt den Schulen, denkbar wären z.B.
    1. Lehrplan
    2. frei gewählten Bildungskanon ( z.B. dieser http://www.zeit.de/2007/44/Kanon-Auftakt)
    3. Besuche aller Fakultäten der Universität (mit einem auf Kinder zurecht geschnittenen Vortrag über die aktuellen Themen (siehe Kinderuni))
    4. Interne Methoden, wie ein großes Forschungsprojekt (woraus besteht Zivilisation und wie sieht das aus)
    5. Projektwochen
    6. ...

Kontrolle der Bildungsziele geschieht auf intraindivdueller Basis:

  1. Haben die Schüler einen individuellen Fortschritt (Vergleich mit Vorjahresleistung) gemacht?
  2. Haben sie ihre Sprachkompetenzen ausgebaut?
  3. Hat der Lehrer sein pädagogisches Wissen erweitert?
  4. Ist das sinnerfassende Lesen voran geschritten (welche Bücher wurden gelesen, wie verstanden).
  5. Wie stark haben sie ihre Spezialgebiete ausgebaut?

Diese Bildungsziele

  1. würden gute Kontrolle ermöglichen
  2. beruhen nicht auf der Erkenntnis, wie wir Erwachsenen die Welt sehen und was wir für wichtig halten für andere zu lernen
  3. gehen mit der Zeit anstatt abzuschätzen, was in 10 Jahren wichtig sein könnte
  4. lassen den Schulen Raum für Profil
  5. Kindern den Freiraum zur Selbstentfaltung geben
  6. pädagogische Kenntnisse berücksichtigen (Selbstwirksamkeit, Zone der nächsten Entwicklung, Flow)
  7. Lehrpläne von Lobbypolitik befreien
  8. Lehrpläne von dem Vorwurf befreien ein bestimmtes und enges Weltbild zu vermitteln (indoktrinieren)
  9. Schüler früh an Selbstverantwortung und Selbständigkeit gewöhnen
  10. Lebenslanges Lernen ermöglichen
  11. machen Kinder nicht mehr zu Versuchsobjekten von Bildungspolitikern (auch von uns  :) )


Begründung der einzelnen Ziele

Zur den Sprachen allgemein

“Psychologen erkennen heute an, dass die Kultur die kognitive Entwicklung formt; sie bestimmt, was und wie ein Kind von der Umwelt lernt. – Die von Piaget beobachteten Stufen sind nicht unbedingt “natürlich” für alle Kinder, weil sie bis zu einem gewissen Grade die Erwartungen und Aktivitäten der westlichen Kulturen widerspiegeln (Kozulin, 2003, Rogoff 2003).”

Die Kultur, eigene Identität und Sozialisation ist in der Sprache kodiert.

Deswegen ist zum einen die Muttersprache wichtig

  1. Platz der primären Identität
  2. Platz der primären Sozialisation
  3. Sie ermöglicht das Lernen von anderen Sprachen
  4. In ihr erfolgt der innere Dialog des Denkens (Sprachprobleme schränken das Denken ein)
  5. Bis jetzt konnten keine Nachteile bewiesen werden, dafür aber Vorteile, wie starke Kreativität, bessere Begriffsbildung und kognitive Flexibilität, höhere metalinguistische Fähigkeiten (bemerken schneller Syntaxfehler) - wenn die Zweitsprache gut ausgebaut wird.

(Siehe Diskussion: Integration)

Deswegen ist die Landessprache wichtig:

  1. Platz der Werte und Normen des Landes (Sozialisation)
  2. Platz der Kultur des Landes
  3. Ermöglicht eine einfache Kontaktaufnahme innerhalb des Landes

Je besser eine Sprache beherrscht wird, desto einfach ist das Erlernen neuer Fähigkeiten. Bsp: Jemand der den Begriff Wurzel sehr gut verstanden hat, wird sich viel leichter tun, den mathematischen Begriff der Wurzel zu verstehen. Aktuell sind viele unserer Worte zu Phrasen verkommen und so hilft uns unsere Sprache nicht mehr die Welt zu verstehen, und auch bei neuen Erkenntnissen werden die Begriffe mittlerweile gedankenlos verwendet (siehe Biologie, z.B. Bazooka-Gen)

Ist die Muttersprache mit der Landessprache identisch, so stehen dem Kind mehr Zeitressourcen offen um neue Sprachen zu lernen - oder sich mit anderen Thematiken zu befassen.

Anmerkung sinnerfassendes Lesen

Lesen ist

  1. die einfachste, universellste und kostengünstigste Art sich Wissen anzueigenen (Bücher sind leicht, in allen Schwierigkeitsstufen erhältlich, geduldig, billig und decken mehr menschliches Wissen ab, als jedes andere Medium)
  2. die direkteste und tiefste Kommunikation mit dem Autor und seinen Gedanken
  3. eine Beschäftigung, die Belohnung an sich ist und glücklich macht (Mihaly Csikszentmihalyi, Flowforschung)
  4. eine Fähigkeit, die einem erlaubt auf die Herausforderungen einer schnelllebigen Welt mit maximaler Flexibilität zu reagieren.

Somit ist Lesen der Schlüssel zu allem Wissen.

Das verstehende Lesen wird am besten durch das Lesen von einfachem Stoff selber geübt. Da die Definition von einfachem Stoff von Mensch zu Mensch verschieden ist und sich nach den Interessen richtet, läuft diese Fähigkeit mit dem Ausbau der Interessensgebiete automatisch mit.

Zusätzlich soll jeder Schüler Anspruch auf das Erlernen weiterführender Lesetechniken haben (durch spezielle frei gewählte Schulungen).

Anmerkungen zu Ausbau der Interessensgebiete

Es kommt nicht nur darauf an was wir lernen sondern wie wir lernen.

In den Interessensgebieten kann der Schüler so tief einsteigen wie er will und entwickelt dadurch ein Verständnis für wissenschaftliches Vorgehen.

Er kann dadurch später leicht andere Interessensgebiete/Wissenschaften erobern und sein Methodenportfolio entsprechend erweitern.

Durch das tiefe Einsteigen in ein Interessensgebiet wird der Blick klar für die Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Vorgehen.

Durch das tiefe Einsteigen in zwei Interessensgebiete ist auch ein optimaler Grundstock für ein späteres Leben da (sei es Studium oder eine Ausbildung).


Bildungsstandards

Die Bildungsstandards spiegeln eine Art Lehrplan, der auf dem Ansatz der Problemlösekompetenzen beruht, sich jedoch immer noch stark an Fächern orientiert.

Deutscher Bildungsserver - Bildungsstandards


Umsetzung in BW

Umsetzung in NRW

In BW gibt es z.B. sehr viele exotische Sprachen (z.B. Russisch, Japanisch, Chinesisch, Hebräisch und Türkisch in den Standards) zusätzlich zu Franz,Griechisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch (auch eine massive Religionsauswahl z.B. Syrisch-orthodox). (Liste alle Fächer)

Während in NRW wenige exotische Sprachen sind(Niederländisch), zusätzlich zu Französisch, Latein, Englisch (und fertig) - die haben dafür Erziehungswissenschaft drinnen

Die Rheinland-Pfalz Seite macht mich nicht schlau. Da war nur Deutsch, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik + 1. Fremdsprache

Für die Entwicklung der Bildungsstandard zuständig Humboldt Universität Berlin

Und noch ein guter Kommentar. Er erläutert, wie diese Lernziel-Debatte anscheinend nie öffentlich geführt wurde und jetzt die KMK zu zerreißen droht:

http://zeus.zeit.de/text/2006/11/Glosse_11


Verhältnis Bund/Länder/Schulen/Beteiligte

Sicherstellung der Autonomie von Hochschulen / Schulen / Uni

Schulautonomie

An der Gestaltung der Schule sind aktuell 4 Gruppen beteiligt - mit unterschiedlichen Rechten.

  1. Politik
  2. Lehrpersonal
  3. Schüler
  4. Eltern

Alle diese Gruppen können durch ihr Verhalten die Schule direkt beeinflussen. Die Gruppe der Politiker kann dieses per Gesetz, ohne die einzelne Schule zu kennen. Während alle anderen in der Schule und Umgebung fassbar sind, sind die Politiker nur auf Plakaten und in den Rahmenbedingungen präsent. Will man den Direktor sprechen, geht man in sein Zimmer - ein Gespräch mit dem Kultusminister bleibt den einzelnen Schülern/Eltern/Lehrpersonal verwehrt.

Deswegen wird schon seit langem Schulautonomie gefordert. Diesem stellt sich ein Problem in den Weg. Niemand vertraut einer der beteiligten Gruppen.

Deswegen wäre die Durchsetzung der Schulautonomie auch eine Aufgabe, die den einzelnen Gruppen Sicherheit geben muss.

  1. Schüler wollen nicht auf einmal der Willkür des Lehrpersonals ausgesetzt sein
  2. Eltern wollen nicht, dass Schulen untereinander inkompatibel wird und ein Wechsel unmöglich ist - auch ist es für sie wichtig, dass ihre Kinder weiterhin gut aufgehoben sind
  3. Lehrpersonal will nicht destruktivem Verhalten und Verweigerung ausgesetzt werden
  4. Politiker, sie wollen weiterhin eine gut funktionierende Bildung in der es zu einem Minimum an Problemen kommt.

Folgende Fragen sind zu klären:

  1. Was bedeutet die Ersetzung der Parteien-Schulsysteme durch Schulautonomie
  2. Wie kann man diese Autonomie gewährleisten
    1. Ersetzung der Lehrpläne durch Minimalanforderungen (aus der Politik)
    2. Budgethoheit
    3. Sprachhoheit
    4. Abschlusshoheit
    5. Neutrale Zeugnisvergabe
    6. Ferien
    7. Personalhoheit
    8. Wie schützt man die Gruppen voreinander (in Einzelfällen)

Was soll konkret unter "Schulautonomie" verstanden werden? Wie weit soll sie reichen?

Staatlich geförderte Nachhilfe

Transparenz

mitunter durch mindestens einem PC mit Internetanschluss pro Klassenraum

mitunter durch eine bessere Infrastruktur (mitunter durch Protokollierung des Unterrichts (mithilfe des PCs))

Externe Prüfungen/Interne Prüfungen

Externe Prüfungen

Schüler bezahlen einmal im Jahr eine Gebühr um ihren Lernfortschritt dokumentieren zu lassen. Es gibt Prüfinstitute, die die eingeschickten Unterlagen der Schüler bewerten. Bei der Bewertung geht es um folgendes:

  1. Haben die Schüler einen intraindividuellen Fortschritt (Vergleich mit Vorjahresleistung) gemacht?
  2. Haben sie ihre Sprachkompetenzen ausgebaut?
  3. Hat der Lehrer sein pädagogisches Wissen erweitert?
  4. Ist das sinnerfassende Lesen voran geschritten (welche Bücher wurden gelesen, wie verstanden).
  5. Wie stark haben sie ihre Spezialgebiete ausgebaut?

Die Art der Dokumentation bleibt den Schülern vorbehalten. Der Fortschritt muss daraus aber gut erkennbar sein. (Noten, die der Lehrer den Schülern gibt würden natürlich nicht zählen - wenn er so etwas täte).


Zentrale Prüfungen

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob bundesweite, zentrale Prüfungen bzgl. des Schulabschlusses eingeführt werden sollen.

  • +Kein "Kampf" mehr darüber, wie viel ein Schulabschluss in einem Bundesland im Vergleich zu einem anderen Bundesland wert ist --Hmeredig 22:36, 28. Jul. 2009 (CEST)
  • +Schulen könnte so mehr Verantwortung gegeben werden, was Bildungskonzepte angeht. Nach welchen pädagogischen Modellen gelernt wird, ist egal, solange die Schüler dann in der Lage sind, die zentrale Prüfung zu bestehen. --Hmeredig 22:36, 28. Jul. 2009 (CEST)
  • —Ich sehe Probleme bei der Auswahl der Themen bei Zentralenprüfungen. Ist die Auswahl zu spezifisch, kommen andere Themen zu kurz. Ist sie zu allgemein, könnte eine gesamte Schule schlecht abschneiden. Jan van Esdonk 00:47, 17. Aug. 2009 (CEST)

"On demand" Prüfungen

Großbritannien: Schulabschlussprüfungen "on demand"

Artikel auf Heise zu Großbritannien: Schulabschlussprüfungen "on demand"

Struktur des Bildungswesens

Flächendeckung

Kleinere Dorfschulen ermöglichen kürzere Anfahrtswege. Größere Schulen in der Stadt ermöglichen ein breites Angebot an Spezialfächern. Ideal wäre es, wenn beides nebeneinander existieren könnte.

Verantwortlichkeiten

Wofür soll das "frei" in der freien Bildung stehen?

Wie weit soll das Recht der Eltern am Kind reichen und wie exklusiv soll es sein?

Wo soll Bildungspolitik gemacht werden?

Schule ein "Full-Service-Provider"

Was soll konkret unter "guter Bildung" verstanden werden?

Prüfungs- & Testformen

Bewertung von Lehrern und den Lerninhalten

Öffentliche Bewertung von Lehrkräften im Netz

taz Artikel zu Urteil zu "Spickmich" - Bewertung durch Schüler im Internet

taz Artikel zu Schulradar - Spickmich für Eltern.

Umfrage zum Thema unter 1000 Personen. Zur Umfrage


Klassen- oder Schulinterne Bewertung - Feedbackkultur

Ein Fragebogen der meiner Meinung nach die Bewertung von Lehrern genauso gestaltet ich es mir vorstellen würde.

Das einzige was mich ein bisschen stört ist, warum am Ende nach dem Geschlecht gefragt wird. -- Finde ich OK, weil J und M sich ja doch deutlich unterscheiden und der Unterricht beide erreichen soll. In normalen Klassen sollte die Anonymität gewahrt bleiben.

Kommt drauf an wie viel Mädchen in der Klasse sind. --SvenS 13:57, 10. Jul. 2009 (CEST)

Stimmt, aber in den meisten Fällen sind ausreichend von beiden Sorten da. Und da ist es wichtig, zu unterscheiden. Wenn eine starke Geschlechtsdisparität besteht, muss man eh mit der Minderheit öfters reden. Rolf


Wer den Kindern zu viel beibringt der wird versetzt.

Interview mit Sabine Czerny.

"Ich kenne kein Kind, das nicht lernen will"

Auszug: "Die Münchener Lehrerin Sabine Czerny wurde bundesweit bekannt, weil ihre Grundschulklassen im Vergleich zu Parallelklassen bei Vergleichsarbeiten bessere Leistungen erzielte, woran sich eine Debatte über Notengebung und Notenspiegel entzündete. Die Pädagogin erläutert im Interview, mit welchen Methoden sie gearbeitet hat und welche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen geschaffen werden sollten."

Integration

(Da folgende Punkte oft etwas grenzwertig sind, hier eine kleine Vorbemerkung: Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen, diese Punkte sind nicht offizielle Parteimeinung, sie sind nur Fragen, die aufkommen)

Integration von Behinderten

Integration von Ausländern

Definitionen Leitkultur (Wertekanon): Die "deutsche Leitkultur" ist kein Unwort, sondern ein sehr ausgewogener Ansatz zur Einwanderungsthematik, der einerseits nicht von xenophobischem oder andersartig rechtsextremem Gedankengut geprägt ist, andererseits aber verdeutlicht, dass der gesellschaftliche Konsens und die kulturellen Grundsätze eines Landes in diesem Land Vorrang vor abweichenden Prinzipien haben. Das bedeutet in erster Linie, dass, falls ein grundlegender Konflikt zwischen den Prinzipien des Heimatlands eines Einwanderers und den Prinzipien der (in unserem Fall - deutschen) Leitkultur besteht, der Einwanderer keinerlei Anspruch darauf hat, seine Prinzipien durchzusetzen. Zur deutschen (bzw. westlich-europäischen) Leitkultur gehören zum Beispiel:

  • Anerkennung von Menschenrechten und derer Allgemeingültigkeit (zum Beispiel auch der Gleichberechtigung von Männern und Frauen);
  • Vorrang der Vernunft vor religiöser Offenbarung, und eine Trennung von Religion und Politik bzw. von Kirche und Staat, wobei der Erlass von verpflichtenden Vorschriften und deren Ausführung einzig und allein dem Staat zustehen;
  • Demokratie als Regierungsform;
  • Pluralismus und Meinungsfreiheit (wobei gerade hierzu Deutschland eine von z.B. den USA abweichende Vorstellung vertritt);

Diese Grundsätze sind nicht Kulturunabhängig, und es gibt durchaus Kulturen, welche sie nicht anerkennen. Die Anerkennung der Leitkultur bedeutet also, dass jemand, der (z.B. wegen des eigenen kulturellen Hintergrunds, aber das ist nicht die einzige Situation) diesen Grundsätzen nicht zustimmt, sich ihnen entweder beugen, auswandern oder - falls ein Verstoß zu einem Verbrechen führt - die entsprechende Strafe erhalten muss, und keine Forderungen nach Anpassung der Leitkultur an die eigenen Vorstellungen stellen kann.

Leitkultur(Führungsanspruch): Eine Kultur beansprucht eine Überlegenheit gegenüber anderen fremden Kulturen. Diese Überlegenheit gibt ihr das Recht andere Kulturen zu missionieren und ihnen den "wahren Weg" zu zeigen.

Unterricht, Lehrmethoden, Medien und Inhalte sollten nicht auf die Muttersprache angepasst werden - Integration erfolgt durch Gewöhnung an die deutsche Sprache

+Wir sind hier in Deutschland, und die Sprache des Lande muss von jedem beherrscht werden, um eine innergesellschaftliche Kommunikation überhaupt zu ermöglichen.

+Die Nichtbeherrschung der deutschen Sprache führt zur Isolierung die nicht-deutschen Individuen oder Gruppen; für Kinder bedeutet es eine deutliche Verringerung der zukünftigen Arbeitschancen außerhalb der eigenen ethnischen Gemeinschaft.

+Die Einwanderung nach Deutschland sollte mit einer Einwilligung verbunden sein, sich an der Integration zu beteiligen, dazu gehört als Grundvoraussetzung das Erlernen der deutschen Sprache. Der Wunsch, in Deutschland zu leben, sich aber weitgehend - auch sprachlich - von der deutschen Gesellschaft abzuschotten, ist nicht nachvollziehbar. Wenn die Forderung der Spracherlernung und kulturellen Anpassung als "Zwang" angesehen werden, hat schließlich jeder die Option sich woanders niederzulassen, wo die Lebensumstände seiner Mentalität eher entsprechen. Die Feindschaft, welche oft mit Einwanderungsfragen in Verbindung gebracht wird, entsteht, wenn eine zugewanderte Minderheit von der einheimischen Mehrheit erwartet, dass diese sich der Minderheit anpasst, anstatt umgekehrt. Dies entspricht schlicht nicht der Lebensauffassung der Menschen.

+Eine Zweitsprache lernt man als Erwachsener viel schwerer als als Kind.

+Es fordert niemand die eingeschränkte Benutzung oder das Verbot der Muttersprache, es geht lediglich darum, dass alle in Deutschland lebenden eine Sprache (und zwar deutsch) können, was jeder außer Deutsch noch spricht ist absolut freigestellt.

+Zuwanderer sollten auch über gefestigte Sprachkenntnisse (ihrer Muttersprache) verfügen *bevor* sie einreisen. Ist das nicht der Fall (z.B. Einreise im Babyalter), kann Deutsch von Anfang an als 1. Muttersprache fungieren.

+Leitkulturgedanke(Wertekanon)

(i)(gibt es den TOEFL-Standard auch für Deutsch als Fremdsprache?)


Die besten Ergebnisse in der Integration erreicht man, wenn man die Sprache der Schüler spricht

—Leitkulturgedanke(Führungsanspruch) Wikipedia Leitkultur Freerk Huisken formuliert das so: Wichtig ist erst einmal, dass und an welchem Stoff deutsch gelesen und geschrieben wird, dass also die Amtssprache beherrscht wird und deutsche Leitkultur eingetrichtert wird. Damit hat man schon wieder ein Stück "Heimat", das dann im Auslandsurlaub genossen wird, wenn es heißt: "Hier spricht und kocht man deutsch!" (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30537/1.html) Deutsch als Unterrichts(-stoff) ist sinnvoll (z.B. als Fach). Deutsch als Voraussetzung für alle anderen Fächer ist Leitkultur. Deutsche Kultur können wir gerne fördern und kann man ihnen auch gerne beibringen.

  1. Jörg Ramseger: «Wir können Menschen nicht unterrichten und erziehen, wenn wir ihre Sprache nicht sprechen», betonte der Bildungswissenschaftler der Freien Universität Berlin.
  1. Jörg Ramseger: Mit den Flüchtlingsströmen wachse das Problem der Alphabetisierung von Kindern in einer fremden Sprache auf der ganzen Welt. „Es fängt bereits vor unserer Haustüre an. Denn wie Migrantenkindern das Schreiben in der neuen Sprache lernen sollen, ist auch in Berlin ein ungelöstes Problem.“

—Alle Talente müssen sich den deutschen Sprachfähigkeiten unterordnen

—Zwangsintegration erzeugt Feindschaft

—Integration über Gleichmachung ist Assimilation

—Man kann besser Deutsch lernen, wenn man in seiner Muttersprache gefestigt ist.Hier hat sich einiges gebessert (früher wurde es Eltern sogar verboten die Muttersprache mit dem Kind zu sprechen).

—Sie schließt zugewanderte Eltern von der Möglichkeit aus ihren Kindern zu helfen

—Aktuell verlernen viele Kinder ihre Muttersprache sehr schnell nach Eintritt in (KiGa, KiTa, Schule). Die Sprachkenntnisse (Muttersprache) dümpeln auf niedrigem passivem Niveau vor sich hin. Im Bezug auf deinen Punkt 9: kannst du dich mal entscheiden, ob nun das Erlernen einer Sprache mit dem Alter genauso leicht/schwer ist (und dann wäre es ja kein Problem - wenn irgendwas verlernt wird, kann man's ja später ohne Probleme aufholen) oder doch im Kleinkindalter leichter als später (und dann muss umso mehr die deutsche Sprache von Anfang an gefördert werden - notfalls auf Kosten der Muttersprache).

Wie wäre die Formulierung:

—Die deutsche Sprache sollte von Anfang an gefördert werden (aber nicht gefordert) - freiwillige Angebote, integrative Treffen. Die Muttersprache kommt aber immer zuerst.

—Um es mal mit den Worten der Schweden zu sagen, die ja nun eine bessere Integrationspolitik als wir fahren: „ihre Selbständigkeit, Selbstwert, Eigeninitiative, ihr Vermögen Probleme selbstständig lösen zu können, sowie ihre Partizipation und Eigenverantwortung.“ Darum geht es, und nicht darum anderen per se etwas aufzudrücken. (Henning Philipp - wenn ich das richtig verstanden habe, gehört dieser Punkt hierher)


  1. Aktuelle Assimilationspolitik erzeugt sprachliche Krüppel in Mutter und Landessprache. Dieses Phänomen nennt sich doppelte Halbsprachigkeit (Semilingualität).

Hier ein Forumseintrag Fremd-Sprache bei Kindern

Entwicklung des Lexikons von Kindern bis zum 6.Lebensjahr. Das Lexikon steigt in den ersten 4 Jahren auf 1000 Wörter an. Dann bis zum 6. Lebensjahr auf 10.000 Wörter. Dieses ist ein rapider Anstieg von ungefähr 4.500 Wörtern pro Jahr, was ungefähr 13 Wörtern am Tag entspricht (Anita Woolfolk, Educational Psychology). Würde man diese Entwicklung für ein Kindergartenjahr ansetzen (300 Tage x 0,5 (Faktor Wachzeit) x 13 Wörter = 1950 Wörter) - nimmt man an, dass in den ersten 4 Jahren ein massives passives Lexikon erlernt wird, dann verschlechtert sich das noch weiter. Mit knapp 2000 Wörtern ist es schwer in der ersten Klasse zu bestehen Der Begriffsaufbau ist nach Vygotskij noch viel komplexer (Denken und Sprechen, Vygotskij), was bedeutet, dass Kinder nach nur einem oder 2 Jahren vielleicht eine akzeptable Menge an Wörtern kennen. Diese haben aber noch nicht die festen unterliegenden Strukturen (verschiedene Bedeutungen in verschiedenen Kontexten, Menge der bezeichneten Dinge noch nicht klar abgesteckt), die nötig wären um etwas Neues zu verstehen.


Kleine Kinder lernen eine Zweitsprache nicht schneller als Jugendliche oder Erwachsene. Später im Leben hat man mehrere metalinguistische Fähigkeiten (Wissen über Sprachen, Strategien im Spracherwerb). (Anita Woolfolk, Educational Psychology) Zweitsprache ist die Landessprache, die nicht die Muttersprache ist. (Zweitsprache, mit Literatur) Die metalinguistischen Fähigkeiten erwirbt man sich erst mit dem Erlernen einer Sprache. Ist man fest in seiner Muttersprache (z.B. Wortschatz) so kann man diese Fähigkeiten beim Erwerb der zweiten Sprache einsetzen. Beispiel: Baum (hiermit verbindet sich eine konkrete Menge an Bäumen (lt. Vygotskij)), diese wird dann später zu einer nicht-formulierten Theorie über das Aussehen von Bäumen. Beim Erwerb der Zweitsprache genügt einfach ein Mapping: tree=Baum Ähnlich mit Ambiguität: Baum (auf der Wiese, in der Informatik, als Stammbaum) (ganz genau steht das in Denken und Sprechen, von Vygotskij) Nach aktueller Theorie erlernen also Menschen mit tieferen metalinguistischen Fähigkeiten (die wiederum beim Sprachlernen erlernt werden) leichter neue Sprachen. Je tiefer man eine Sprache versteht, desto tiefer und einfacher kann man neue Sprachen entdecken. (Das alles korreliert mit dem Alter, allerdings bilden manche Menschen schneller und intensiver metalinguistische Fähigkeiten aus, als andere.)

—Das Verlernen der Muttersprache stört die Identitätsentwicklung Wie ist Fremdverstehen lehr- und lernbar?

Top-Runner-System im Bildungsbereich

Im Zusammenhang mit Diskussionen über (meist ökologische) Standards wird zunehmend der Begriff des Top-Runner-Systems verwendet. Das hat mich auf die Idee gebracht, dieses Prinzip auf für das Bildungssystem zu adaptieren.

Beim Top-Runner-System wird der jeweils beste Standard zu einem bestimmten Bereich als die Mindestnorm definiert, die alle erfüllen müssen, die zu diesem Thema tätig sind. Es basiert auf der Idee des Deming-Zyklusses / PDCA-Zyklusses, einem Verfahren zur stetigen Prozessverbesserung durch Fortschreibung einmal erreichter Erfolge als Basis für neue Anstrengungen.

s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Top-Runner-Programm http://de.wikipedia.org/wiki/Demingkreis

Beispiel: Energieeffizienz, Abgasnormen, Ressourcenverbrauch etc.

Und im Bildungssystem: Messbare Erfolge wie z.B. Quote von funktionalen Analphabeten zur Abschlussjahrgangsgröße, Lehrkräfteausfall pro Schuljahr in %, etc.

(über Art und Auswahl der Kennzahlen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung sollte intensiver nachgedacht werden)

Auf bildungspolitischer Ebene werden dazu für Bildungseinrichtungen aller Art Mindeststandards festgelegt, die sie erfüllen müssen. Zunächst mal am Ist-Stand abgeleitet mit dem Langfristigen Ziel der allmählichen Verbesserung durch evolutionäre Weiterentwicklung.

Wie eine Einrichtung funktioniert, welche Lehrmethoden sie nutzt, wie sie sich organisiert etc. ist zunächst jeder Einrichtung selbst überlassen. Die Freiheiten wären deutlich größer als derzeit und auch die strukturelle Trennung zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen stelle ich zur Diskussion.

In den Mindeststandards gäbe es qualitätssichernde Vorgaben, beginnend vom Arbeits- und Gesundheitsschutz, über den expliziten Ausschluss bestimmter Lehrinhalte (z.B. Verbot von Wehrsport und Ausbildung an Waffen) bis hin zur geforderten FDGO-Kompatibilität der Lehrinhalte. Einrichtungen, die das nicht gewährleisten und extern prüfen lassen können oder wollen, werden geschlossen.

Die Methoden der erfolgreichsten Institution werden dann für die Folgeperiode zum Mindeststandard für alle erklärt. Wer die Mindeststandards nicht erfüllen kann, scheidet aus dem Bildungsmarkt aus. Entweder weil seine Verfahrensweisen verboten werden. Oder weil er kaum noch Kunden erhält bzw. seine Abschlüsse nicht mehr akzeptiert werden.

Die grundsätzlichen Lehrinhalte und -ziele ließen sich output-Orientiert am europäischen bzw. deutschen Qualifikationsrahmen ausrichten. Bzw. an noch zu schaffenden vergleichbaren Rahmenwerken. Man wird eine überschaubare Anzahl möglicher Abschlüsse brauchen, die in der Fläche akzeptiert werden und anschlussfähig sind (Ausbildung, weiterführende Bildung, Hochschule …). Und ebenso eine grobe Kategorisierung entlang von Altersstufen (Grund-, Mittel- und Oberstufe), da eine Grundschule mit Kindern andere Probleme lösen muss, als eine Oberstufe mit abschlussnahen Jahrgängen junger Erwachsener.

Allerdings wären zahlreiche Detailfragen zu klären (Schulautonomie, Budgetfragen ...), von denen aber viele aufgrund der zulässigen Modell- und Methodenvielfalt nicht zentral erarbeitet und vorgegeben werden müssen (Komplexitätsreduktion).

Nebenbei bekäme man so auch die, seit mehr als drei Jahrzehnten mehr oder weniger ideologisch geführte Schulstrukturdebatte mal vom Tisch.

--Guido 13:29, 6. Aug. 2009 (CEST)


Gegen die Enteignung des Wissens (Open Access)

Verschärftes Urheberrecht, Patente und das Markenrecht bedrohen den freien Zugriff auf das Wissen der Menschheit. Wissenschaftliche Veröffentlichungen verschwinden immer mehr in Datenbanken, für deren Zugang selbst die Autoren bezahlen müssen. Universitäten und andere Bildungseinrichtungen verkaufen immer mehr das in Jahrtausenden angesammelte Wissen der Menschheit. Die Piratenpartei unterstützt die Forderung nach Open Access zu allen wissenschaftlichen Daten und Aufsätzen. Die Kommerzialisierung der Bildung ist zu stoppen. Forschung, die im Auftrag des Staates erarbeitet wurde, sollte veröffentlicht werden - Beispiel: die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages.

Patente auf Lebewesen oder Teile von Lebewesen, insbesondere aber von Menschen dürfen nicht zulässig sein. Damit wird nicht nur die weitere Forschung monopolisiert, sondern auch der Zugang zu medizinischen und landwirtschaftlichen Ressourcen eingeschränkt und verteuert. Im Extremfall kann das dazu führen, dass Menschen Lizenzgebühren für ihre Existenz bezahlen müssen.

Das Urheberrecht wird immer mehr zu einer Waffe der Enteignung der Menschen von ihren kreativen Leistungen. Geistiges Eigentum ist eine Beschränkung der Kreativität aller. Jeder, der eine kreative geistige Leistung vollbringt, tut dies auf den Schultern von Riesen, von den Generationen, die vor ihm Wissen zusammengetragen haben. Dies verpflichtet ihn, seine eigene Leistung ebenfalls allen anderen zur Verfügung zu stellen. Statt über den Rechte gestützten Verkauf kann er über Dienstleistungen Geld verdienen. Nirgendwo ist die geistige Verödung durch das Urheberrecht mehr zu spüren als in der Musikindustrie. Musikalische Kreativität kann nicht mehr wie in vorherigen Jahrhunderten frei aufeinander aufbauen.