HE:Meinungsbilder/Beschneidung

Aus Piratenwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meinungsbild Beschneidung 1 vom 30.07.2012 eingereicht durch Jan Schejbal
Pictogram voting keep-light-green.svg
Laufzeit: 14 Tage
Fragestellung:
Möchtest du, dass die Piratenpartei Hessen folgende Position einnimmt?
Die Piratenpartei Hessen lehnt medizinisch nicht notwendige Beschneidungen an nicht einwilligungsfähigen Kindern ab. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes wiegt schwerer als die Religionsfreiheit der Eltern. Beschneidungen ohne wirksame Einwilligung des Betroffenen sollen daher als Körperverletzung strafbar sein.
  1. Symbol support vote.svg JA ()
  2. Symbol oppose vote.svg NEIN ()
  3. Symbol neutral vote.svg Enthaltung ()
Ergebnis: angenommen (Details: [1])
Ja: 74.27% Nein: 19.11% Enthaltung: 6.63%
Wahlbeteiligung: 33.75%
Meinungsbild Beschneidung 2 vom 30.07.2012 eingereicht durch Jan Schejbal
Pictogram voting keep-light-green.svg
Laufzeit: 14 Tage
Fragestellung:
Möchtest du, dass die Piratenpartei Hessen folgende Position einnimmt?
Die Piratenpartei Hessen lehnt sämtliche medizinisch nicht notwendigen chirurgischen Eingriffe an Kindern unter 14 Jahren ab. Solche Eingriffe sollten nur mit Einwilligung der betroffenen Person erfolgen, welche von Kindern nicht wirksam erteilt werden kann. Die Piratenpartei Hessen setzt sich daher dafür ein, dass solche Eingriffe grundsätzlich verboten und als Körperverletzung strafbar sind.
Unter diese Regelung fallen beispielsweise Schönheitsoperationen, aber auch Beschneidungen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes wiegt schwerer als die Entscheidungsfreiheit (und im Falle von rituellen Beschneidungen Religionsfreiheit) der Eltern.
  1. Symbol support vote.svg JA ()
  2. Symbol oppose vote.svg NEIN ()
  3. Symbol neutral vote.svg Enthaltung ()
Ergebnis: angenommen (Details: [2])
Ja: 73.00% Nein: 20.06% Enthaltung: 6.94%
Wahlbeteiligung: 34.48%

Status

OK↦Erstellung (Erarbeitung der Fragestellung etc.)
OK↦Antrag gestellt/genehmigt (Vorstands Umlaufbeschluss)
OK↦Abstimmung läuft/beendet(Ergebniss)
OK↦Antragstext für Vorstand/LPT erarbeitet (entspricht vMB-Texten)
Bearbeitung↦Positions Bestätigung durch Vorstand
Problem/Gestoppt↦Antrag durch den LPT angenommen und legitimiert (Aufname in Programm oder Satzung)

Beide Meinungsbilder gelten als angenommmen und sind somit offizielle Position der Piratenpartei Hessen bis zum nächsten Parteitag.


Alternativvorschläge

~ Alternative:  (1)„Die Piratenpartei Hessen lehnt chirugische Eingriffe an unter 14 jährigen ab wenn diese medizinisch nicht notwendig sind “

kürzer und ohne Erklärung in der Frage (gehört dort nicht hin), außerdem ohne Beschränkung auf das religöse Ritual.

~ Alternative:  (2)„Die Piratenpartei Hessen lehnt Beschneidungen ohne wirksame Einwilligung des Betroffenen ab“

Der Rest ist überflüssig in der Frage, was eine wirksame Einwilligung ist bleibt allerdings offen

~ Alternative:  (3)„Das geltende Gesetz hat immer Vorrang vor etwaigen reigiösen, kulturellen un/oder traditionellen Bräuchen.

Die Beschneidung (Circumsition) von männlichen Kindern soll straffrei bleiben wenn das männliche Kind unter 14 Jahre alt ist und ein Arzt den Eingriff als vorbeugende Maßnahme befürwortet“

Begründung:

Religionsproblem existiert nicht denn die Beschneidung alleine macht aus einem Jungen weder einen Juden noch einen Moslem.

90% der US Amerikaner sind beschnitten.Die Begründung: Hygiene und Prophylaxe. Der Eingrif ist zwar geltendem Gesetz eine Körperverletzung soll aber auf die selbe Stufe mit Blutentnahme, Impfungen und sonstigen medizinisch nicht notwendigen Eingriffen gleichgestellt werden. --Acro-pete 23:41, 5. Aug. 2012 (CEST)

Hintergrund

Ein Urteil von LG Köln hat Beschneidungen an nicht einwilligungsfähigen Kindern für strafbar erklärt, da das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit die Religionsfreiheit überwiege [3].

Das Urteil wurde von jüdischen und muslimischen Verbänden heftig kritisiert, von anderen Organisationen wie z. B. der Deutschen Kinderhilfe, Ärzteverbänden und dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten begrüßt. [4]

Die Regierung plant aufgrund der Kritik der Religionsverbände, religiöse Beschneidungen durch ein neues Gesetz zu erlauben [5].

Innerparteilich sorgte das Urteil für heftige Debatten auf der Mailingliste des Landesverbandes.

Diskussion über den Sinn und Zweck des vMB

Argumente zur Frage

Eine Diskussion findet nach den Regeln auf der Artikeldiskussionsseite statt!

PRO

  • Das Recht auf Religionsfreiheit beinhaltet nicht das Recht, beliebig in die körperliche Unversehrtheit anderer einzugreifen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wiegt bei einer Beschneidung stärker als die Religionsfreiheit.
  • Eine Beschneidung ist ein irreversibler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und betrifft als solcher auch das (religiöse und körperliche) Selbstbestimmungsrecht des Kindes.
  • Jeder muss das Recht haben, über soetwas selbst zu entscheiden. Daher ist ein Eingriff im Kindesalter unzulässig.
  • Eine Beschneidung wirkt sich auf das Sexualleben aus, ggf. negativ (umstritten)
  • Eventuelle medizinische/hygienische Vorteile einer Beschneidung sind fraglich/umstritten
  • Auch eine ordnungsgemäße Beschneidung kann schwere Komplikationen verursachen, daher sind medizinisch nicht notwendige Eingriffe zu vermeiden
  • Sensibilisierung des Schmerzgedächnisses
  • Eingriff in die kindliche/jugendliche Sexualentwicklung (Selbstbefriedigung/Kastrationsängste)
  • Wenn Gott den perfekten Menschen geschaffen haben soll, wieso müssen dann Menschen an Kindern herumschnippeln?
  • Religiös begründet gab es schon zu viel Leid ins dieser Welt. Öffnet man dieses Tor erneut, lassen sich auch andere, teils noch schlimmere Dinge mit religiösen Traditionen erstreiten, die unter normalen Umständen abzulehnen sind.
  • Der Soziale Druck auf Familien einen religös motiverten Eingriff vorzunehmen würde verringerd.
  • ...

CONTRA

  • Ein Verbot schränkt jüdische und islamische Traditionen ein
    • Was ist mit anderen religiösen Traditionen zur Beschneidung von Mädchen?
  • Eine Beschneidung im (Klein-)Kindesalter ist unproblematischer, als wenn die Beschneidung erst vorgenommen wird, wenn das Kind/der Jugendliche Einwilligungsfähig ist (Disskussion)
  • Eine Beschneidung hat keine negativen Auswirkungen (umstritten)
  • Eine Beschneidung hat medizinische/hygienische Vorteile (umstritten)
  • Einschränkung der elterlichen Bestimmungsmöglichkeiten
    • Das Kind ist kein Eigentum und es gibt bereits jede Menge Grenzen!
  • Stigmatisierung des Kindes (unbeschnitten unter lauter beschnittenen)
    • Dürfte innerhalb der gleichen Altersgruppe nicht vorkommen, es sei denn, die Mehrheit hält sich nicht an Gesetze
  • Wenn die Initiative zum Verbot der Beschneidung nicht von den Betroffenen selbst kommt, sollten wir uns nicht unnötig in die Religionsausübung einmischen
  • (Betr. generelle Eingriffe) Erhalt einer menschenwürdigen Ästhetik
  • Das Meinungsbild 2 will auch das Stechen von Ohrringen und Entfernen von Muttermalen verbieten (Diskussion)
  • Ein Verbot verhindert nichts, dafür finden "Behandlungen" im privaten oder Ausland statt.
  • ...

Links/Fakten

Antrag

(Antragstext bereits explizit im Meinungsbild enthalten)