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Die
Kulturflatrate ist eine Pauschalabgabe auf Breitband-Internet-Anschlüsse, die Urheberrechtsvergütungen für digitale Kopien pauschal abgelten soll.
Der Begriff Kulturflatrate wird in vielerlei Bedeutung verwendet und bezeichnet aufgrund seiner Unschärfe ein ganze Reihe möglicher Vergütungssysteme, die sich alle in ihrer Eigenschaft einer pauschalen Vergütung von Kultur gleichen.
Für eine monatliche Gebühr sollen im Gegenzug Musik und andere digitale Inhalte legal aus dem Internet heruntergeladen werden können. Entstanden ist dieser Ansatz auf Grund von Kritik an der momentan gängigen Digital Rights Management-Praxis und der damit verbundenen Zwangskontrolle der Nutzer.
Die Flatrate ermöglicht den Zugang zu dem Wissen und der Kultur der Menschheit mit der Möglichkeit eines direkten Interessenausgleichs zwischen Kunden und Denkern ohne Zwischenhändler. Die Musik-/Film- und sonstige Medienindustrie verliert ihre Machtpostion, kann aber durchaus noch weiter existieren als Dienstleister der Menschen, die die Inhalte produzieren (Marketing, Förderung).
Das Prinzip der Privatkopie und der damit verbundenen allgemeinen Abgabe funktioniert in Deutschland nach einem ähnlichen Prinzip bereits seit den 1960er Jahren: So ist auf Leerkassetten und -CDs, sowie auf die entsprechenden Recorder eine festgesetzte Abgabe zu leisten.
Jeder Teilnehmer der Kulturflatrate kann, durch Spenden an Medienerzeuger oder indem er Medienartikel von der Pauschalabgabe abzieht, demokratisch entscheiden, wo seine Abgabe landet (siehe weiter unten). Um das System auch für die andere Seite, die Benutzer, gerechter zu gestalten, ist eine Staffelung des Beitrags je nach Geschwindigkeit des Onlinezugangs und Art der Abrechnung (Zeittarif/Volumentarif/Flatrate) geplant.
Wenn man genauer über die KFR nachdenkt, ist ihre Einführung nicht eine Frage des Ob, sondern eher Wann. Dies ist eine provokante These, die aus der Annahme folgert, dass der Artikel Urheberrecht alle alternativen Vorschläge enthält.
Bevor es das Internet gab, konnte man mit "geistigem Eigentum" Geld verdienen, indem man den Zugang zu einem Werk nur zahlender Kundschaft erlaubt hat.
Dieses einfache Prinzip, mit dem alle gut leben konnten, ist im Internetzeitalter nicht mehr haltbar.
Der Status Quo sind Abmahnungen und Überwachung. Wenn das weiter durchgezogen wird, gibt es bald verschlüsselte und anonymisierte Tauschbörsen und dann ist selbst Vorratsdatenspeicherung nutzlos. Dann bräuchte man schon von Grund auf sichere Endgeräte, wie die XBox 360, und das Verbot von frei programmierbaren Computern (das ist genauso illusorisch wie ein Verbot von Verschlüsselung). Der Weg, den die FDP z.B. im Moment gehen möchte (mit DRM), ist von Unkenntnis kryptographischer Systeme geprägt. Außerdem verstehen manche auch nicht, dass jeder Kopierschutz immer irgendwie umgangen werden kann. Die Antwort darauf lautet bis jetzt immer nur: Noch mehr Überwachung, noch härtere Strafen und noch mehr Menschen abmahnen. Das sind die harten, unschönen Methoden, die eigentlich zu einer freien Gesellschaft nicht passen.
Die weichen Methoden, die sich manche Piraten wünschen, gehen leider über eine träumerische Idealvorstellung oder allgemeine Thesen nicht hinaus. Da gibt es einige die es vollkommen in Ordnung fänden, wenn man mit geistiger Arbeit kein Geld verdienen kann. Da man das so direkt nicht sagen möchte und sich gerne selbst anlügt, wird das verpackt in Sätze wie: "Die Erschaffer von Inhalten sollen sich selber darum kümmern neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die im Internet funktionieren". Es gibt zwar einige Geschäftsmodelle, die auch im Internet funktionieren: Z.B. Auftragsarbeit (Pre-post release) oder Werbung. Werbung wird überall benutzt, wo man es dem Konsumenten zumuten kann (z. B. passt es nur bedingt in einen Roman). Auftragsarbeiten gibt es heute auch schon: Linux ist zu einem bedeutenden Teil Auftragsarbeit, weil die Programmierer bei Firmen angestellt sind, die von Linux leben. Bei Unterhaltungsmedien funktioniert Auftragsabeit aber nicht. Beim Pre-Release-Modell müsste man die Katze im Sack kaufen, was eventuell frustrierend sein könnte und zukünftige Vorbezahlungen unwahrscheinlich macht, wenn jemand das aus freien Stücken machen soll. Beim Post-Release gilt genau dasselbe. Warum sollte man bezahlen? Wenn ein Produzent einen Film gemacht hat und ihn partout nicht rausrücken möchte, dann schaut der Tauschbörsennutzer eben etwas anderes, was er so findet. Oder er lamentiert herum, dass die meisten Filme so schlecht sind, dass es sich sowieso nicht lohnt einen Film zu finanzieren. Und in welcher Höhe soll der Konsument denn einen Film finanzieren? Ist das ihm überlassen? Falls noch eine Idee der Kulturfinanzierung vergessen wurde: Wenn sie nicht eine gewisse Form von Zwang enthält, ist sie ungerecht und wird nicht funktionieren. Deshalb ist es die Frage, wie man einen Zwang herstellen kann, der nicht als unangenhem, ungerecht oder als eine Form von Obrigkeitszwang wahrgenommen wird. Die in diesem Artikel vorgestellte KFR übt einen Zwang aus, der nur in Höhe eines jährlichen Umsatzes besteht.
Wenn Ihr noch Ideen habt schreibt sie bitte hier rein, so, dass es chronologisch passt und führt sie dann weiter unten mit der Überschrift aus.
Medienindustrie bekämpfen? Die liegt doch schon am Boden. Und ganz viele andere haben Angst (Zeitungen, Magazine,...). Geld sollte einigermassen so verdient werden können, wie in der Zeit vor dem Internet. Sonst sollte man realistischerweise nicht davon ausgehen, dass eine Kulturflatrate je Gesetz wird (hier in Deutschland). Man sollte eine Flatrate einführen, bei der man CDs, DVDs, Bücher, Zeitungen, Magazine, usw. von der Flatrate absetzen kann. Das führt dazu, dass viele Leute die Flatrate sparen wollen, indem sie käufliche Medien erwerben, weil sie damit entweder etwas Festes in der Hand halten, oder bei online gekaufter Musik, bestimmen welcher Künstler ihr Geld bekommt. Direkte Spenden an den Künstler sind auch möglich, wobei Kungeleien bei Kleinkünstlern unterbunden werden müssen (siehe Vorschlag von Pixel83). Und wem es egal ist, oder wer ein Jahr mal nichts konsumiert, dessen Geld wird propotional verteilt (ähnlich Gema). Für Details siehe technische Umsetzung.
Wer nimmt teil? In der ersten Stufe Leute, die bei Filesharing erwischt wurden. Wer freiwillig der Flatrate beitritt, bekommt eine Garantie, dass er für den reinen Konsum, oder das Hochladen nicht mehr belangt werden kann. Kommerzieller Vertrieb bleibt weiterhin strafbar. Mitglieder der Piratenpartei sollten aus Loyalität mitmachen und protokollierte Testbetrüge machen um Schwachstellen zu finden. Erst dann sollte man alle DSL-Anschlüsse zur Kasse bitten.
Das ist eine zentrale Forderung der Piraten. Jeder, der regelmässig Tauschbörsen nutzt, weiss, dass man hier Dinge findet, die man legal gar nicht erwerben könnte (Remixe, Neuvertonungen, Livekonzertmitschnitte, usw.). Viele Künstler wissen das, und benutzen wahrscheinlich auch heimlich Tauschbörsen. Daraus folgt:
Aber es kann natürlich nicht erlaubt sein, dass man unter ein Werk eines Anderen den Original-Namen löscht und seinen eigenen darunter setzt (Plagiat). Da man Tauschen/Kopieren aber nicht überwachen kann/will, kann man Plagiate in einer Tauschbörse nicht ausschließen. Aber wenn ein Künstler Spenden haben möchte oder einen Vertrag bei einem Verlag/Plattenlabel, usw. unterschreibt muss er aus seiner Anonymität heraustreten. Er/Sie kann ganz normal verklagt werden.
Man stelle sich vor alle Bücher der Menschheit würden digital zu jeder Zeit, überall auf der Erde, in allen möglichen Formaten anschaubar und durchsuchbar sein! WOW! Man bedenke, dass Youtube für 4 Milliarden an Google verkauft wurde! Wenn wir in Deutschland als die Ersten ein Flatrate einführen würden und uns an die Spitze der Revolution stellen würden, könnte etwas entstehen, das deutlich mehr Wert wäre.
Erstellt mit graphviz, Sourcen im dot-Format hier: Benutzer:FunkyShape. Hier kann man die Sourcen reinkopieren und in ein Bild umwandeln. Probiert es aus!
(klicken zum vergrößern)
Erhebung der Kulturflatrate via Provider/Telefongesellschaft. Es fallen keine Einzugskosten o.ä. Verwaltungskosten an. Staffelung der Abgabe nach Datenrate des Internetzugangs. Vielleicht 10 Euro pro Monat.
Wie setzt man das technisch um (einfach)? Anstatt sich Ausweiskarten auszudenken, nutzt man bestehende Infrastrukur. Bei der Testflatrate, werden zuerst nur Onlineshops (z.B. amazon, buch.de, itunes, ...) berücksichtigt. Diese protokollieren sowieso für jeden Account die gekauften Produkte. Die könnten dann eine Liste mit absetzbaren Artikeln im Account anzeigen. Der Betrag der Liste würde dann an den Provider/Telefongesellschaft verschlüsselt übermittelt, die die Kulturflatrate kassiert. Falls Unregelmässigkeiten gefunden werden (nur dann) muss eine Behörde die genauen Artikellisten anfordern. Wenn das dann funktioniert (mit allen krypto-protokollen, Sicherheitsmaßnahmen, Kontrolle der Behörde, usw.) kann man an die schwierigere Aufgabe gehen auch den Einzelhandel/Videotheken/Kinos usw. Flatrate beizubringen.
Hier könnte man auf Kassenzettel Strings schreiben, die so gross sind, dass Kollsionswahrscheinlichkeiten gering sind (Kryptographen wissen worauf ich hinaus will). Diese Strings bestehen aus dem Wert des Artikels verwoben mit einer Zufallszahl, die zentral in der Behörde generiert wurde (je eine für jeden Artikel). Da der Benutzer im Einzelhandel/Kino anonym ist, hat dieser String einen Wert wie ein Geldschein, und weil der String so groß ist, ist die Wahrscheinlichkeit das jemand anderes eine Werthaltige Zahl rät, bei sagen wir 1 zu 1 Billion. Dann muss der Besitzer die Zahl einscannen/eintippen und mit seiner elektronischen Signatur unterschrieben an die Behörde schicken. Die Behörde checkt dann nur, ob sie diese Zufallszahl wirklich generiert hat. Da sich PGP bis heute nicht durchgesetzt hat, muss das mit einer ein-klick-Lösung möglich sein (Das ist organisatorisch evtl. schwer).
Die Aufgabe der Behörde ist es Betrug zu verhindern. Dazu zählt, dass Leute sich gegenseitig Spenden zukommen lassen, obwohl ihre Werke keine besondere Schöpfungshöhe haben. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
Nachteil: zuviel Arbeit für den Konsumenten: Einloggen im Spendenportal, Künstler suchen, Betrag wählen (weil man ja auch mehr Beträge kleinerer Höhe auswählen muss)
Man baut eine Datenbank auf, wer an wen welche Summe für welches Werk gespendet hat. Jetzt kann man mit diesen Daten einen Graphen generieren und eine einfache Zyklensuche anwenden, da Betrug innerhalb des Systems notwendigerweise einen Zyklus erfordert. Mögliche Einwände:
Kombination beider Möglichkeiten, mit einer Reihe von Ideen, was man erlaubt/verbietet:
Fragen
Das obige Modell hat noch eine Schwäche: Es könnte zu einer Mentalität kommen, bei der besonders populäre Künstler weniger verkaufen. Ein Konsument könnte sich entscheiden lieber die lokale Dorfband zu fördern statt die Musik/den Schriftsteller, die er hört/den er liest. Wenn man sich den Eurovision Song Contest ansieht (sorry für das Beispiel) könnte das passieren. Hier ist die Frage: wäre das vielleicht nicht sogar gesamtgesellschaftlich gut? Wenn es darum geht einen Kompromiss mit anderen Parteien zu finden, könnte man einen Teil der KFR GEMA-ähnlich verteilen. Dafür ist eine Popularitätsmessung nötig:
| Vorteile | Nachteile | Umsetzung | ||
|---|---|---|---|---|
| Stichproben mit einer speziellen Gruppe | überschaubare Menge, Betrug kann leichter entdeckt werden | Wenn man 1000 Leute für diese Stichprobe nähme, würden viele Künstler/Medienschaffende nicht berücksichtigt werden |
| |
| Stichproben in Tauschbörsen | Es werden alle Künstler/Medienschaffenden abgedeckt | Im Moment wird noch nicht manipuliert, wäre es möglich? | ||
| alle Downloads messen | Es werden alle Künstler/Medienschaffenden abgedeckt |
| Tauschbörsen-Programmierer müssen zur zusammenarbeit gebracht werden |
Konzeptidee zur Kulturflatrate von Benutzer:Piratenkauz
Kulturflatrate mit manueller Verteilung der Beträge
Idee zur Umsetzung einer Kulturflatrate von Ray05
Konzeptidee zur Kulturflatrate: Downloadportal
Idee zur Umsetzung einer Kulturflatrate von Synshadow
Jede Einheit würde gleich vergütet werden, da ein Preismechanismus fehlt. Zum Beispiel kostet die Süddeutsche mehr als die BILD, weil die Süddeutsche mehr Aufwand betreibt und diese Qualität von den Abnehmern geschätzt wird. Bei der Kulturflatrate würde jedoch nur Quantität zählen was zur Folge hätte, dass aufwändigere Produktionen nicht mehr möglich wären. Nur Massenprodukte und opportunistisches Verhalten würden dadurch unterstützt.
Bei der oben beschriebenen Flatrate verteiben Anbieter ihre Produkte weiter mit einem Preis. Das ist ein Richtpreis, für den man das Buch in gedruckter Form kaufen kann. Wenn man es sich "lädt" ist man angehalten denselben Betrag zu spenden. Am Anfang werden Leute vielleicht nur Bücher kaufen und von der Flat abziehen, obwohl sie auch Musik laden. Aber auf die Dauer würde sich jeder bewußt sein, dass er Medienerzeuger fördert. Es würde sich eine Förderkultur entwickeln. Eine Interessante Frage ist, wie sich die Einnahmen dann anders verteilen würden. Wahrscheinlich würden riesige Gehälter weniger werden. Vermutlich müsste man aber Popularität auch noch messen (über eine Stichprobe), damit auch weiterhin Superstars möglich sind.
Die Einnahmen der "Kultur-Produzenten" wäre genau begrenzt. Wenn sich Kulturgüter, wie zum Beispiel eBook-Inhalte, besser verkaufen, dann wachsen in der Kulturmarktwirtschaft natürlich der Markt und die Einnahmen des Autors. Bei einer Kulturflatrate steht die Vergütungshöhe von vorne herein fest, egal wie erfolgreich das Kulturgut verkauft wird. Diese Sperre nimmt dem System die wirtschaftliche Dynamik. Außerdem ist nicht gesichert, ob die Mittel überhaupt für eine angemessene Vergütung ausreichen und es ist nicht klar, wer darüber entscheiden kann.
Das stimmt nicht. Die Kulturflatrate gilt für alle kopierbaren Güter. Es gibt also nur einen Mindestumsatz für Medien. Je nachdem, was der Förderer für wichtig hält, kann er mehr für Bücher als für Musik ausgeben, korrigiert mit einer Popularitätsmessung.
Es fehlt eine Definition von "Kultur" und diese ist auch schwer möglich. Ohne Zweifel müsste dann auch Pornographisches Material unter den Kulturbegriff fallen, um nicht weiterhin das Problem der Urheberrechtsverletzung zu haben. Des weiteren werden sicherlich einige Leute davon überzeugt sein, dass ihre Tweets eigentlich auch vergütungsberechtigt seien. Es wäre also ein Gremium bzw. eine Kommission notwendig, die dauerhaft den Kulturbegriff überprüft.
Spenden wird es für Pornos wahrscheinlich nicht so viele geben. Aber eine Popularitätsmessung wird Einnahmen sichern. Also vielleicht eine vernünftige Mischung. Für einen Tweet würde wahrscheinlich niemand spenden. Die Popularität zu messen ist irgendwie immer politisch, also was für Medien man zulässt. Aber Forschungsförderung des Bundes wird auch von einer Kommision entschieden.
Filmproduzenten werden natürlich eine andere Vergütung pro Download verlangen als jene, die Nachrichtenfilmchen erhalten. Doch welche Quote ist hier angemessen? Wie wird die Anzahl der Downloads genau bestimmt?
Bei einer Förderkultur würde man diskutieren, wieviel Geld für einen tollen Film nötig ist, und wieviel für eine Nachrichtensendung. "Wenn ihr uns nicht den Richtpreis zahlt, gibt es nächstes mal keine Special-Effects :-)
Den Urhebern werden mittels staatlicher Zwangslizenz alle ihre Rechte abgenommen. Alle Urheber müssten sich mit der staatlichen Pauschalvergütung durch die Kulturflatrate zufrieden geben und hätten somit kein Recht gegen Urheberrechtsverstöße durch Privatnutzer vorzugehen.
Hauptsche sie werden für ihre Arbeit bezahlt und sie werden als Urheber anerkannt, was bei Creative Commons der Fall ist. Dann sollte einen Urheber Kopieren nicht stören.
Eine Pauschale würde den Kunden zwingen die KFR voll zu bezahlen, obwohl er seinen Internet-Anschluss nur für E-Mail und Twitter benutzt. Außerdem würde diese Kulturflatrate auch "Trash" enthalten und es sollte die Möglichkeit geben, sich nicht "kulturell vergüten" zu lassen. Ähnlich wie das beim Recht auf Nicht-Wählen ist.
Gibt es Menschen, die ein Jahr lang keinen Film sehen, keine Musik hören, kein Buch und keine Zeitung lesen und einen Internet-Anschluss haben?
Grundsätzlich gibt es durch die KFR zwei Eingriffe in die persönliche Freiheit:
zu 1.: Im obigen Modell würde man ein Buch kaufen (z.B. bei amazon). Bevor man auf "Bestellung abschicken" klickt, müsste man noch ein Häkchen setzen bei "Betrag von der KFR abziehen, bei meinem Provider: ... ". Das kann man gerade noch verschmerzen als Eingriff in die Freiheit.
zu 2.: Wer genug Medien gekauft hat, muss keinen Cent mehr bezahlen als vor der KFR. Die Einzigen, die mehr bezahlen müssen als vorher, sind Leute, die Alles kostenlos haben wollen.
Hier noch ein paar Beispiele, die deutlich machen sollen, dass jeder Medien konsumiert: Beispiel 1:
Beispiel 2:
Wie hoch eine KFR ist, müsste man ausrechnen. Ab einer bestimmten Höhe müsste man vielleicht noch ein soziales Element einbauen.
Eine Kulturflatrate folgt dem Prinzip der GEMA.
Im Prinzip schon. Aber in Kombination mit Spenden und abziehbaren Medienkäufen kann man einen Kompromiss finden, welcher Anteil der KFR GEMA-ähnlich verteilt wird und wieviel die Konsumenten selber verteilen. So könnte man z.B. festlegen, dass ein geringerer Anteil GEMA-ähnlich verteilt wird, wenn es zu Betrug kommt, oder einen höheren GEMA-Anteil, wenn sehr erfolgreiche Künstler nicht so viel Einnahmen haben, wie es ihrer Popularität entspricht.
Da sich innerhalb dieser Flatrate die Dinge kostenlos beziehen lassen, wären daneben Verkaufskonzepte wie iTunes nicht mehr von Bestand. Dadurch bildet sich ein Vergütungsmonopol.
Das stimmt nicht. Wenn ich nicht genau Buch führen möchte welchem Musikkünstler ich x Euro für sein Lied spenden möchte, ist es doch bequemer, wenn ich bei itunes einkaufe und Apple dann speichert: "x Euro an Künstler y" und "Herr Mustermann x Euro von der Flat abziehen" an T-Online geschickt wird.
Die Kulturflatrate könnte nur für klassische Formen des Schaffens verwendet werden, welche einzelne Autoren oder kleine Autorenkollektive kennen und die intensive Wiederverwertung kultureller Güter missachtet. Z.B, ließe sich ein völlig selbst komponiertes Lied gut abrechnen, ein Remix vieler solcher Lieder hätte Schwierigkeiten bei der Zuordnung. Damit wären modernere, kollektive Schaffensformen von der Vergütung ausgeschlossen.
Das entscheidet der mündige Förderer.
Hauptkritikpunkt an diesem Modell ist die Verpflichtung aller Benutzer von Breitbandzugängen diese Abgabe zu zahlen, selbst wenn sie keine geschützten Inhalte beziehen wollen. Gegenstimmen argumentieren, dass die GEZ die Einführung einer Rundfunkgebühr für Internet-PC ab dem 1.1.2007 anstrebt. Dadurch werden alle Besitzer eines internetfähigen PC verpflichtet, die Rundfunk-Gebühren zu zahlen, obwohl bei weitem nicht alle am Internet angeschlossenen PC das Angebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nutzen (können). Hinzu kommt, dass eine GEMA-Gebühr beim Kauf von Leermedien wie CDs erhoben wird, selbst wenn die Leermedien bei ihrer Verwendung keine Vervielfältigungsrechte von Komponisten, Musikern und Verlegern berühren.
Ein weiterer Aspekt ist der große Verwaltungsaufwand, der nötig wäre, um die Pauschalabgaben an die Künstler zu verteilen. Damit eine einigermaßen gerechte Verteilung möglich wäre, müsste eine sehr große Menge an Downloads von Liedern gezählt werden, um dann anteilig das Geld an die Künstler zu verteilen, was jedoch von Diensten wie BigChampagne bereits heute weitgehend geleistet wird. Da mit der GEMA eine Institution mit der nötigen Logistik vorhanden ist, könnte z. B. sie die Gebühr, die durch eine Kulturflatrate anfällt, an die Künstler, Musiker und Verleger weiterleiten.
Eine fälschungssichere Zählung der Downloads in Peer-to-Peer-Netzen ist nicht ohne totale Internetüberwachung möglich. Selbst wenn diese implementiert wäre, könnte die Downloadzahl trotzdem künstlich in die Höhe getrieben werden. Die Tatsache, dass momentan noch Zählung möglich ist liegt an der primitiven Architektur hauptsächlich verwendeter Tauschbörsen und an dem mangelnden Anreiz zur Fälschung der Statistik.
Das ist in der Tat schwierig. Förderung durch Medienkauf ist so sicher, wie eben das Einkaufen in einem Online-shop ist. Anstatt Downloads zu zählen, wäre eine Stichprobe, mit einer Befragung von Leuten, sicherer.
In vielen Kulturen gibt es den Gedanken des "geistigen Eigentums" gar nicht. In fast allen Ländern gibt es unterschiedliche Vergütungssyteme. Sowohl inländischen Urhebern, die im Ausland publizieren, als auch ausländischen Urhebern, die hier publizieren kann man niemals gerecht werden mit einer regional eingeführten "KFR". Es muss eine internationale Lösung angestrebt werden. Die Free Software Foundation zB hat das erkannt und beackert die WIPO. Man muss einen international kleinsten gemeinsamen Nenner finden statt sich innerstaatliche Sonderlösungen auszudenken.
Man sollte ersteinmal eine freiwillige Kulturflatrate testen, und dann mal sehen was andere Staaten sagen. Das hängt auch davon ab, wieviel raubkopiert wird.
Großabnehmer wie z.B. Unversitäten, Webcafès u.ä. werde durch das Konzept des Einheitspreises bevorteilt. Eine Preispolitik kann nur auf Staffelbasis anhand des Volumens sinnvoll sein.
Der Vorschlag von Danny O'Brien, in seinem Interview mit dem elektrischen Reporter, entspricht in weiten Teilen der oben beschriebenen Kulturflatrate.
Was er aber nicht bedenkt (das ist nicht negativ gemeint, er würde da auch selbst drauf kommen)
Der Grundgedanke ist der, dass Menschen durchaus dazu bereit sind von ihnen hochgeschätzte Künstler für ihre Arbeit zu entlohnen. Dies ist jedoch auf direktem Wege (momentan) problematisch (bei mir scheitert es oft an mangelnden Bankverbindungen, Paypal, Künstler im Ausland und dem mit dem Ganzen verbundenen Aufwand). Die Idee wäre nun einen gemeinnützigen e.V. zu gründen, dem interessierte Künstler für sehr geringe Jahresgebühren (ca. 6 bis 12 Euro) beitreten können.
Es geht also um ein Spendenportal zwecks freiwilliger, aber sehr komfortabler, zentraler Spendenmöglichkeit direkt an die Künstler.
Es wurden zwei annähernd identische Modelle vorgeschlagen:
Das Konzept der GEMA betreffend sollten außerdem erste GEMA-Reformen besprochen werden, bis ein überzeugender Ansatz zur Künstlervergütung sich durchgesetzt hat
Der dritter Weg zwischen klassischer Kultur-Marktwirtschaft und digitaler Kulturflatrate als goldene Mittel-Lösung: Eine Urheberrechtsabgabe für das Internet. Bei einem solchen Modell würde man weiter auf die marktwirtschaftliche Bereitstellung der Inhalte als Kernparadigma setzen. Zugleich würden die Kultur-Produzenten als Ausgleich für die illegalen, aber nicht zu verhindernden Downloads eine Vergütung erhalten, die auch von einer Art Verwertungsgesellschaft für das Internet erhoben wird. Entscheidender Unterschied zur Kulturflatrate: Die Urheberrechts-Abgabe für das Internet wäre nur eine Zusatzvergütung für die Urheber, nicht das alleinige Geschäftsmodell. Die Urheber behalten ihre Rechte und können sie nach eigenem Gusto auswerten. Dabei könnten durchaus auch von den Urhebern und der Kulturwirtschaft angebotene Flatrate-Modelle eine zentrale Rolle spielen.
Der Staat schafft einen gesetzlichen Rahmen, der Rechteinhaber und Betreiber kommerzieller Internetangebote, Portale und Communities per Gesetz zu einer Einigung im Interesse des Gemeinwohls verpflichtet. Hier bietet sich an, dass die Bürger einen Mittler bestimmen. Dieser Mittler könnte eine noch zu gründende gemeinnützige Organisation oder eine bestehende Organisation sein.
Zwangsabgaben sind immer schlecht schon alleine wegen der Macht die sich dort zusammenbraut. Die Piraten können sowas daher nicht wirklich fordern aber möglich wäre es eine freiwillige Kulturflatrate gesetzlich zu verankert. Dabei kann der Künstler für sein Werk einen gwissen Betrag verlangen er muss aber gleichzeitig die Nutzung per Kulturfalt akzeptieren. Der Kunde kann jetzt entweder das Werk direkt beim Künstler kaufen oder er kann FREIWILLIG an der Kuturflat teilnehmen und hat damit alles Zahlungen abgegolten. Zur freiwilligen Teilnahme zahlt er X Geld an Verein Kulturflat und darf damit alles nutzen für zeitraum Y. z.B. 100 € und er hat ein Jahr Kulturflat. Beispiel Napster aber halt dann für alles gesetzlich geregelt. Besser gefällt mir aber Kulturflat nur für die Künstler die freiwillig teilnehmen und nur für die Nutzer die freiwillig Teilnehmen also genau Napster aber nicht als Privatfirma sondern als gemeinnütziger Verein. Das wäre dann auch kompatibel mit der Piratenlizenz Zwangsabgabe als Kulturflat ist dagegen nöch grösserer Murks als GEZ und GEMA zusammen. --Neuanfang 14:41, 12. Jul. 2007 (CEST)
KFR freiwillig für Konsumenten ja. Künstler aber müssen akzeptieren, dass alles Veröffentlichte beliebig von KFR-Teilnehmern kopiert werden kann. Ansonsten würden doch Tauschbörsen, wo ALLES getauscht wird, wieder illegal sein. Und eine Liste zu machen, welches Plattenlabel/Künstler der KFR beigetreten ist, ist zu schwierig. Denk an die ganzen Bücher, wo google noch nicht mal in der Lage war die Urheber ausfindig zu machen. Die KFR sollte man zweistufig einführen. Erst freiwillig und wenn man genug Erfahrungen gemacht hat, wird sie auf alle Breitband-Anschluss-Besitzer ausgedehnt. Es wäre natürlich schön, wenn alle freiwillig der KFR beitreten würden, aber bei der GEZ drücken sich doch auch viele, obwohl sie irgend ein Rundfunkgerät haben. Zu deiner These "Zwangsabgaben sind immer schlecht": Würdest du sagen, dass die 50 Cent die jeder für den Deutschlandfunk zahlt schlecht investiert sind? Selbst der Vorsitzende der Piraten ist nicht gegen den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Eigentlich ist der ÖRR sogar schlechter als eine Kulturflatrate, weil du bei der Flatrate die Künstler selbst auswählen kannst, die du unterstützen möchtest. --FunkyShape 14:56, 9. Aug. 2009 (CEST)
Diese Website ermöglicht streamen von Musiktiteln, die von der Musikindustrie lizensiert werden. Man kann also auf das Kulturgut zugreifen, nur behalten kann mans (theor.) nicht. Mitschneiden wäre ungefähr so wie Radio auf Tape aufnehmen, wie früher. Das ganze könnte man, ebenso wie Fernsehen auch mit Werbung finanzieren, oder halt über Steuergelder, womit man wieder bei Kulturflatrate wäre. Aber vll wert zu diskutieren? Wäre auch erstmal nur ne Lösung für Musik, nicht für andere Kunstrichtungen. --Repat 16:42, 2. Jul. 2009 (CEST)
Da werden sich die Festplattenhersteller aber schön beschweren. Anders ausgedrückt: die Titel würden bei jedem Abhören Datenverkehr erzeugen, während die Festplatten zuhause leer stehen. --Nilophilo 20:37, 7. Aug. 2009 (CEST)
Die Kulturflatrate wird oft dafür kritisiert, dass sie ein marktwirtschaftliches (also selbstorganisierendes) Modell ersetzt durch eine zentrale (also monopolartige, schwerfällige) Verteilungsstruktur. Im folgenden wird daher ein Modell skizziert, welches den dezentralen und vielfältigen Charakter der Kulturbranche anerkennt und auch die Verwertungsmöglichkeiten vielfältig organisiert.
Eckpunkte für einen vielfältigen Lösungs-Mix:
Ich bin dafür, dass die betreffenden Gesetze in Deutschland soweit vereinfacht werden damit jeder frei darüber entscheiden kann wie er sein Material vermarktet. Jeder kann frei entscheiden wen er für die Vermarktung seines Materials beauftragt oder nicht. << diese Situation ist momentan nicht gegeben (GEMA-Monopol) Aus der Notwendigkeit und aus der Kreativität von jedem Einzelnen heraus wird ganz natürlich eine Vielzahl verschiedenster Konzepte entstehen, die diese Aufgaben übernehmen. << Das wird ein wenig dauern, ist aber sicher. Die verschiedenen Konzepte werden in der freien Marktwirtschaft in Konkurrenz stehen und sich durch diese kräftig entwickeln. << Das kennen wir bereits und war bisher immer sehr positiv. "Konkurrenz belebt das Geschäft." Nach einer gewissen Zeit werden sich nur eine Hand voll Modelle durchsetzten. Die Besten und Erfolgreichsten. Unter umständen ist auch ein freiwilliger Kulturflatrate eV dabei. Aber es wäre frei und kreativ. Und der Markt, Verbraucher-Anbieter, könnte entscheiden.
Wir sollten uns eingestehen, das es kein harter Schwenk wird von der heutigen Situation in eine neue Situation, sonder es wird (wie auch weiter oben thematisiert) auf jeden Fall eine lange weiche Entstehungsphase geben (müssen). Das einzige, was unbedingt "hart" gesetzlich geregelt werden muss, sind Materialien, die der Allgemeinheit frei zugänglich sein müssen. Das sind Ideen und steuerfinanziertes Material.
Definition: Material verwende ich als Sammelbegriff für alle Arten von Medien o.a.. (vielleicht fällt mir noch ein besserer ein) Als ,Jeden, beschreibe ich alle Künstler, Musiker, Denker, Forscher, Erbauer o.a.. Das sind jetzt erstmal so meine Gedanken. Ihr könnt Gedanken hinzufügen. Bitte nicht soviel löschen. Ich werde noch dran rum denken. Der Gedanke "Kulturflatrate für Alle" überzeugt mich persönlich in vielen Punkten nicht. Größter Kritikpunkt für mich ist, das es total nach GEZ schmeckt. (Wenn nicht schon solcher dahinter steckt<persönlicher Gedanke)