NDS:Hannover/TuP/Gentrifizierung-in-Linden

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Der Hintergrund:

Bioläden, schicke Cafés, Designer-Boutiquen – Linden wird schick. Man trifft sich bei einem Latte Macchiato auf dem Lindener Marktplatz oder zum gemeinsamen Shoppen in einem der neuen Geschäfte. Immer mehr Gut-Verdiener suchen sich ihr Nest in Linden und verteuern so ein ganzen Stadtteil. Die Leidtragenen sind die Gering-Verdiener, die schon vorher da waren und sich jetzt an den gestiegenen Mieten und Preisen in den Geschäften stören. "Die angestammten Bewohnerschichten würden so vertrieben", sagt Florian Grajetzki von der „Kampagne Ahoi“, die in Linden mehrere Gebäude besetzt hat. Am 22.09.2012 kam es zu einer Demonstration gegen diese sogenannte Gentrifizierung in Linden sowie damit verbundene Ausschreitungen.

Dieser Absatz greift ganz schön tief in die Klischee-Kiste und strotzt nur vor unbewiesenen Behauptungen. An welchen Zahlen machst du Zuzug von Gut-Verdienern fest? Wo siehst du Mieten die deutlich stärker als der Stadtdurchschnitt oder die Inflation steigen? Und damit mein ich nicht Einzelbeispiele wie "Ahoi" sie z.B. immer bringt, sondern statistische Zahlen - Linden besteht nicht aus 100 Bewohnern in 10 Häusern, sondern aus fast 40.000 Einwohnern. Ich möchte sowas nicht veröffentlichen ohne mich auf konkrete Zahlen beziehen zu können. Ich sehe durchaus die Gefahr von Gentrifizierung in Linden, die Faktoren dafür sind vorhanden: Nähe zur Innenstadt mit guter Verkehrsanbindung, attraktive Lage direkt am Fluss, als ehemaliges Arbeiterviertel günstiger Wohnraum (Miete in L.-Nord ca. Stadtdurchschnitt, L.-Mitte und -Süd leicht drunter nach meinen Informationen), breites kulturelles Freizeitangebot und viel Gastronomie. Das ist ja mehr oder weniger die klassische Gentrifizierungsgeschichte: ein Industrie- und Arbeiterviertel mit bezahlbarem Wohnraum erlebt einen Niedergang durch Deindustrialisierung, siehe Conti und Hanomag. Die Arbeitsplätze fallen weg, das führt zu Leerstand bei Wohnungen und das wiederum zu stagnierenden Mieten und geringen Investitionen in die Bausubstanz. Unterm Strich kann man sagen: der Stadtteil ist unattraktiv. Außer für Bevölkerungsgruppen mit geringem Einkommen wie Kreativberufe und Studenten (als klassische Gentrifizierungs-Wegbereiter), die werden von den niedrigen Mieten angelockt. Sie stellen aber auch gleichzeitig noch andere Anforderungen an ihren Lebensraum, sie wollen Gastronomie und Bespaßung - und sind bereit selbst solche Angebote zu schaffen oder trotz ihres geringen Einkommens zu nutzen. Also entstehen solche Angebote und der Stadtteil wird attraktiver. Ist das schon Gentrifizierung? Nein, denn es findet zwar ein Wandel statt, aber der nutzt unbesetzte Nischen im Stadtteil - unvermieteten Wohnraum und Geschäfte, leerstehende Gebäude, Industriebrachen. Von Gentrifizierung fangen die Menschen an zu sprechen, wenn diese Nischen alle besetzt sind und ein Kampf um die Verteilung beginnt. Das ist das Stadium in dem ich aktuell Linden sehe: geringer Leerstand bei Wohnungen und Ladenflächen, das Hanomag-Gelände wird mit Geschäften und Loftwohnungen erschlossen und selbst beim Ihmezentrum gehts vorran, es gibt kaum noch ungenutzte Grundstücke oder leerstehende Gebäude.

Um zum Beispiel "Ahoi" zurück zukommen: eine Gruppe die ein "autonomes Stadtteilzentrum" fordert, startet eine Kampagne gegen Gentrifizierung und besetzt: die letzten großen leerstehenden Geschäftsflächen im Ihmezentrum, ein leerstehendes Gebäude das abgerissen und wo neuer Wohnraum geschaffen werden soll (mein erster Gedanke dazu: mehr Wohnraum im Stadtteil = weniger Verdrängung) und das alte Polizeigebäude, das ebenfalls in Wohnraum umgewandelt werden soll. Sprich ihr eigenes Anliegen wird dadurch verhindert, dass sie nicht früh genug die vorhandenen Nischen genutzt haben und diese jetzt besetzt sind, die Verantwortung für diese Situation wird auf Gentrifizierer geschoben. In meinen Augen ist es aber der Idealzustand für einen Stadtteil, das die vorhandenen Infrastruktur- und Flächenpotenziale optimal ausgenutzt werden. Und das sie gut genutzt werden zeigt sich doch gerade daran, dass alle Linden als so attraktiv wahrnehmen - sowohl Zugezogene wie auch Einheimische.
Gentrifizierung fängt dort an, wie im Absatz oben beschrieben, wo aufgrund der hohen Attraktivität deutlich kaufkräftigere Menschen herziehen und infolgedessen Mieten steigen, sich Läden mit höherpreisigem Sortiment ansiedeln und die Preise der Gastronomie anziehen.
Beim Wohnraum z.B. haben aufgrund der hohen Nachfrage die Vermieter die Möglichkeit bei Neuvermietungen die Miete deutlich anzuheben oder gar bauliche Aufwertungen vorzunehmen ("Luxussanierungen"), die ebenfalls zu stark steigenden Mieten führen. Aber mir sind aktuell keine Zahlen zu explodierenden Mieten bei Neuvermietungen bekannt (aktueller Bericht dazu: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/berlin-mieten-erhoehung , Bundesschnitt 2,9%, einige Städte bei um die 8%, Einzelfälle mit über 10%.. Berlin stadtweit 7,4%, daher in einzelnen Stadtteilen wahrscheinlich auch deutlich zweistellig). Auch hab ich in Linden noch nicht von Besichtigungsterminen für Wohnungen gehört, zu denen wie in Berlin 20-50 Leute erscheinen - tatsächlich bekommt man in Linden außer kurz vorm Semesteranfang relativ leicht eine Wohnung.

Was man nicht der Gentrifizierung zurechnen kann sind:

  • Inflation, wenn das Geld weniger Kaufkraft hat will der Vermieter natürlich entsprechend mehr davon sehen
  • energetische Sanierung: ich glaube uns ist allen klar, dass man für Klimaschutz nicht nur auf regenerative Energie setzen, sondern vor allem auch die Effizienz der eingesetzten Energie steigern muss, und da bieten sich die Altbauwohnungen in Linden geradezu an. Problem ist die Finanzierung: damit die Hauseigentümer in Energieeffizienz investieren dürfen sie die Mieten um 11% der Kosten anheben. Der Hauseigentümer erwirtschaftet also im 10. Jahr Gewinne durch seine Investition FALSCH! (da muss man eher den internen Zinsfuss rechnen. Würde tippen, man macht als Eigentümer sofort zig Prozent (FALSCH die Vezinsung ist unendlich hoch weil ich als Vermieter kein Kapital einsetzen brauche, d.h ich bekomme Rendite auf Kapital, das ich gar nicht einsetze!!!!!! Und jeder weiss das durch 0 teilen undendlich ergibt!) wegen des Hebels zw. KFW-Kredit und Mieterhöhung....kann ich vorrechnen falls gewünschtl). Habe nachgeschaut, der Vermieter bekommt das Geld für Ganze 1% vom KfW 10 J. fest zzgl. noch einen Tilgungszuschuss der sogar die Tilgung über 20 Jahre Laufzeit übersteigt (muss ich noch mal genau prüfen, wenn Du mir euer Fall zuschickst (Investitionskosten und Miete für eine Wohnheit, kann ich dir den Zinsfuss (er is unendlich ohne zu rechnen.....nein sogar mehr als undendlich weil ich weniger als 0 Kapital einsetze, was für ein Pardies auf Kosten der Steuerzahler und Mieter völlig Risikolos Manna vom Himmel) bei 0 % Eigenkapital (KfW erlaubt 100% finanzierung bis zu 50 bzw 75 T€ je WE). d.h.also das im Grunde genommen der Vermieter weder Geld in die Hand nehmen muss, noch ein Risiko hat. Es kommt bestimmt raus, dass der Eigentümer die komplette Sanierung "geschenkt" (so ist es) bekommt und noch zusätzlich einen batzen Geld verdient (merke die Sanierung alleine erhöht ja auch den Wert der Immobilie und ist zusätzliches Vermögen für den Vermieter. Stefan, die Mieter haben dafür Einsparungen bei den Heizkosten, die in der Regel deutlich geringer sind als die Mietsteigerungen. Also wieder ein Fall wo die Energiewende vom Bürger ohne eigenes Wohneigentum bezahlt wird, und zwar zu Kosten der Einkommensschwächsten.

Stimmt! Wie beim EEG. Gut gebrüllt, Löwe Andis! Stefan

Umgekehrt vermehren sich in Linden Beschwerden über Obdachlose, Alkoholkranke und Punks, die nahezu täglich an bestimmten Punkten Lindens anzutreffen sind - beispielsweise vor dem Rewe-Markt in der Nähe des Küchengartens oder dem Edeka-Markt an der Pfarrlandstraße. Viele Anwohner fühlen sich bedroht oder belästigt. Der Bezirksrat Linden-Limmer hat im August bis September diesen Jahres eine Untersuchung durch das Karl-Lemmermann-Haus durchführen lassen und die Ergebnisse auf der letzten Bezirksratssitzung präsentiert.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/West/Studie-ueber-Laerm-auf-der-Limmerstrasse-praesentiert

Ich bin strikt dagegen diese beiden emotional aufgeladenen Themen zu vermengen, haben auch nicht wirklich was miteinander zu tun. Die Geschichte mit der Limmerstraße zeigt höchstens, dass auch die Urlindener oder langjährig hier lebenden ein attraktives Wohnumfeld wünschen und damit einer Gentrifizierung Vorschub leisten. Sobald ein gewisser Standard erreicht ist greift da scheinbar ein urkonservatives Prinzip: ist alles gut so wie es ist, bloß keine Veränderung - denn die könnte mich ja schlechter stellen. Nicht nur das, oft ist die Gentrifizierungsdebatte auch einfach nur xenophob. Wo es z.B. in Ostdeutschland die kaum vorhandenen Ausländer die Arbeitsplätze klauen sollen, so ist es hier halt der (in meinen Augen kaum vorhandene) gentrifizierende Yuppie der in unseren Stadtteil kommt und alles kaputt macht. Wobei im Zweifel gilt: "Jeder der nach mir hergezogen ist, ist ein Gentrifizierer" ;)

Weiterhin ist Linden schon seit je her ein multikultureller Stadtteil, viele ausländische Mitbürger haben hier ihr Zuhause gefunden. Durch den demoskopischen Wandel liegt der Teil von Kindern dieser Familien in Linden bei etwa 40% (im Vergleich dazu beispielsweise in Waldhausen, Waldheim und Wülferode unter 5%). Viele Eltern bemängeln, das ihre Zöglinge sich in Linden nicht schulisch adäquat entwickeln können, da der Ausländeranteil zu hoch sei. Selbst Sigmar Gabriel fordert den Anteil von Ausländern an niedersächsischen Grundschulen auf 25% zu begrenzen. Insbesondere weil die Sprachkenntnisse der Kinder aus Zuwanderfamilien einfach zu schlecht seien und das Niveau der gesamten Klassen nach unten gezogen würde - viele Eltern schulpflichtiger Kinder wandern deswegen aus Linden ab.

Ein weiterer Punkt der gegen Gentrifizierung in Linden spricht, siehe: http://www.taz.de/Gentrifizierung-schaedlich-fuer-Kinder/!81738/ (Link wird im Pad nicht richtig dargestellt, muss man selbst kopieren). Aber natürlich will auch jeder gerne gute Schulen haben, auch wenn das heißt der Stadtteil wird attraktiver. Das gleiche wie bei der Kulturförderung. Oder der Gastronomie. Gibt es wirklich jemanden der sich Linden als Arbeitersiedlung ohne breites Kulturangebot, ohne abwechslungsreiche Gastronomie (mit zum Teil erstaunlich niedrigen Preisen!) und mit Häusern, bei denen das Klo im Treppenhaus liegt, zurückwünscht?

Selbst innerhalb Linden gibt es große Unterschiede: In Linden-Süd, wo der Anteil der Geringverdiener sowie ausländischer Mitbürger besonders hoch ist, stehen viele Geschäfte leer und die Mietpreise liegen im Schnitt deutlich unter denen in Linden-Mitte. Viele fordern hier die Sanierung der Wohnsubstanz, die den Stadtteil attraktiver machen würde, aber deren Kosten dann umgelegt auf die Mieter doch wieder zu einer Verteuerung des Stadtteiles führen würde. In Linden-Mitte, wo sich bereits viele Cafés, Geschäftsideen und Gut-Verdiener niedergelassen haben, steigen die Mieten kontinuierlich - die Gentrifizierungsgegner empfinden das als eine Vertreibung einkommensschwacher Schichten.

Linden-Mitte wurde nicht gentrifiziert und ich bezweifle auch, dass das aktuell passiert. L.-Mitte war schon immer ein ziemlich bürgerlicher Stadtteil und nie ein wirkliches Arbeiterquartier... zumindest im Bereich Lichtenbergplatz und Lindener Markt, auf die sich diese Schilderungen wohl beziehen. Das kann man schon an der Architektur der Häuser sehen, wie auch an der Tatsache, dass Linden-Mitte in der Weimarer Republik eher sehr konservativ bis rechts gewählt hat, während L.-Nord sozialdemokratische Hochburg war. Die Durschnittmiete liegt meines Wissens nach in L.-Mitte sogar unter der in L.-Nord.

Gentrifizierungskritk - oder den Wandel als Chance sehen Der Begriff Gentrification, eingedeutscht: Gentrifizierung, bezeichnet den sozialräumlichen Wandel in Wohnquartieren. Als Modell der Stadtsoziologie beschreibt er eine Veränderung, die Bausubstanz, Sozialstruktur der Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch des Image eines Viertels betrifft.

Nein, das bezeichnet Gentrifizierung eben nicht. Gentrifizierung beinhaltet auch immer die Komponente der Verdrängung einkommenschwacher Bevölkerungsgruppen. Gentrifizierung geht auf den Begriff Gentry zurück, der in England das gehobene Bürgertum und den niederen Adel bezeichnete. Er wird von den Begriffsbenutzern derzeit aber meist nur in der Richtung benutzt, dass sich ein Stadtteil verteuert.

Auch steht nicht Wohneigentum als solches in der direkten Kritik, sondern nur das als „zu teuer“ empfundene. Genauso gilt der „Yuppie“ als eine Art Miniaturheuschrecke, die sich das Viertel einverleiben will. Dabei kommt der Yuppie immer von außerhalb: aus der List, der Ost- oder Südstadt, niemals aber aus Linden selbst.

Selbstgenutztes Wohneigentum ist sogar eine tolle Sache gegen Gentrifizierung, daher bin ich auch großer Fan des Genossenschaftsgedanken und Formen gemeinsamen Wohnens, wenn sie z.B. Komponenten der Selbsthilfe beinhalten. Möchten Lindener für immer unter sich bleiben? Sprich "Armenviertel" für immer bleiben? Ich denke, wo Geld hinkommt wird es auch für irgendetwas ausgegeben. Daher wird der Wirt in Linden künftig 2,50 statt 1,50 fürs Bier verlangen können, bzw. die Pizza kostet 5 statt 3. Der Maler wird auch einen besseren Lohn erzielen. Ein Putzmann kostet dann nicht mehr 4, sondern 12€/Stunde und braucht keine Aufstockung. Ich wollte damit nur sagen, dass mehr Wohlhaben meistens Allen die auch was tun zugutekommt, sofern die soziale Marktwirtschaft funktioniert. Leute sind nicht blöd und auch nicht perse Faul. Die allgemeine Alimentierung in Form von BGE schafft Freiräume um mehr zu machen......mehr "Steuerung" braucht man nicht. Und wir wollen doch einen grösseren Kuchen zusammen backen, oder? Einen Sonderstatus für Linden darf es deshalb nicht geben. Merke! Deshalb bin ich für das BGE! Stefan Wo in der wissenschaftlichen Diskussion um Gentrifizierung wenigstens teilweise strukturelle Prozesse beschrieben werden, fällt dies im Denken vieler Aktivisten weg. Hier geht er nur noch darum, benennbare Akteure verantwortlich zu machen. Spekulanten, Heuschrecken und Yuppies, sind die erklärten Hassobjekte.

Im Zusammenhang mit Gentrifizierung wird häufig auch ein Verschwinden des öffentlichen Raumes beklagt. Wer hier eine Privatisierung kritisiert, will gegen einen Verkauf öffentlicher Grundstücke an private Besitzer mobil machen (z.B. das Polizeiquartier am Lichtenbergkreisel etc.). Und daran knüpfen sich bestimmte Vorstellungen, wie sich Ökonomie und Staat zueinander verhalten.

Weitergehende Infos / Pressespiegel:

Problemkind Limmerstr.:

Gentrifizierung:

Sogar die Zeit schreibt über das Problem in Linden und anderer In-Viertel bundesdeut. großstädte: http://www.zeit.de/2012/05/Gentrifizierung Sozialwohnungsabbau:

Bildung in Vierteln mit einem hohen Anteil an Anwohnern mit Migrationshintergrund http://www.stattelternrat-hannover.de/themausl.htm (Frage: ) Statistische Daten:


Wie könnte eine Position der Piraten zum Thema Gentrifizierung aussehen?

Ich bin dafür erstmal statistische Daten zusammenzutragen um beurteilen zu können, ob wir in Linden überhaupt Gentrifizierung haben oder wie kurz wir davor stehen, dass normaler Wandel im Stadtteil in Gentrifizierung übergeht. Wenn diese Daten nicht verfügbar sind, dann kann ich die Verwaltung per Antrag auffordern entsprechende Daten zu erheben oder aus vorhandenen Quellen zusammenzustellen. So einem Antrag rechne ich gute Chancen aus, im Bezirksrat angenommen zu werden. Zusätzlich können wir das auch über die Ratsfraktion laufen lassen.

Wie könnte man konkret die Probleme auf der Limmerstr. angehen?

  • Also konkret Lärm und Unrat durch Partyvolk, herumlimmernde Menschen, Langzeitverweiler, Obdachlose und Punks

Wieviel Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen können in einer Klasse sinnvoll unterrichtet werden?

Wie kann man das Problem in Hannover lösen, durch Umverteilung wie S. Gabriel vorgeschlagen hat?

Arbeitstext:

Position der Piratenpartei Linden-Limmer zu den sozialräumlichen Veränderungen in Linden

Die Piratenpartei Linden-Limmer nimmt die Ängste angestammter Einwohner sehr Ernst, dass die Mieten in Linden unverhältnismäßig schnell steigen könnten, wenn der als Gentrifizierung bezeichnete Prozess andauert, jedoch sehen wir diesen selbst auch als eine Möglichkeit der Modernisierung und Fortentwicklung dieses Stadtteils, denn Stadt ist immer auch Veränderung und niemals fertig.

Den negativen Folgen der Gentrifizierung kann man jedoch entgegenwirken, indem man in den besonders betroffenen Quartieren den sozialen Wohnungsbau fördert. Die Zahl der Sozialwohnungen in den letzten 10 Jahren ging in Hannover rapide zurück, diese Entwicklung muss umgehend umgekehrt werden.

Auch stellen wir in unserer Bevölkerung eine generelle Änderung des Ausgehverhaltens sowie ein großes Bedürfnis nach Begegnung und Gastronomie im Freien fest, was sich vor allem vielen Anwohnern der Limmerstrasse durch den einhergehenden Begleitlärm und liegengelassenen Müll als ein Ärgernis darstellt.

Andere sind aufgrund des hohen Zuwandereranteils von Menschen mit Migrationshintergrund in Linden besorgt und fordern den Anteil von Kindern dieser Familien an den Grundschulen auf 25% zu begrenzen. Die Piratenpartei Linden-Limmer steht jedoch für das vielfältige, bunte Linden und tritt für Toleranz sowie für einen lebenswerten Wohnraum und Freiräume zum Leben ein. Nicht die ethnische Herkunft, sondern die sozialen Verhältnisse erschweren das Lernen.

Auch sind wir überzeugt, dass sich alternative Lebensentwürfe mit geregelten Lebensläufen verbinden lassen und möchten in Linden neben der bestehenden Sub- und Clubkultur genauso Wohn- und Arbeitsplätzen einen Raum geben.

Wir vertreten die Meinung, dass man viele Probleme auf der Limmerstrasse durch den Einsatz von Streetworkern und niederschwelligen Hilfsangeboten anstelle eines präventiv-autoritären Vorgehens lösen könnte.

--10/2012--