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Benutzer:Tarzun/LPT2009.3

Aus Piratenwiki

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Mein erster Parteitag

Am Sonntag den 5.12 fuhr ich das erste Mal zu einem Parteitag. Davon möchte ich heute erzählen. Es war ein Parteitag der Piratenpartei. In dieser Partei bin ich seit September Mitglied. ich kenne die Partei aber schon etwas länger, vor der Europawahl bin ich das erste Mal auf sie aufmerksam geworden. Erst gestern habe ich es geschafft zu einem Treffen im echten Leben bei den "Piraten" zu gehen. Bisher habe ich nur in den Mailinglisten gelesen und geschrieben.

Ich fuhr also sehr früh am Samstag zum Bahnhof um die Ecke und von dort zum Leipziger Hauptbahnhof. Da ich noch keinen Leipziger kannte habe ich die Leipziger Reisegruppe nicht erkannt beziehungsweise gefunden. In Chemnitz merkte ich dann meine schlechte Vorbereitung. ich wusste nämlich nicht wohin. Im Bahnhof gab es aber Internet und so fand ich die Busverbindung zum Veranstaltungsort heraus. Im "Kraftwerk" meldete ich mich an und trank erstmal einen Kaffee.

Da ich keinen persönlich kannte konnte ich in aller Ruhe die letzten Vorbereitungen beobachten. Den Andreas hätte ich mir irgendwie größer vorgestellt. Dann ging es mit etwas Verspätung los. ich war sehr gespannt, denn zu einem echten Parteitag war ich noch nie und wusste nicht was mich erwartet und wie alles funktioniert. Ich fand es sehr interessant. Zuerst wurden diverse Formalitäten erledigt und ich durfte mit abstimmen. Komisch, so "dabei" zu sein.

Dann erzählten alle Vorstandsmitglieder, was sie seit dem letzten Parteitag so gemacht haben und der Thomas erzählte allen wofür Geld ausgegeben wurde und wie viel man noch hat (nicht viel). Der Andre meinte als erstes das der weggezogene Mirco nicht entlastet werden könne, da er keinen Bericht abgegeben hat. Das verstand ich nicht ganz, denn mit Andres Bericht hatte das doch gar nichts zu tun. Naja, ich lerne ja auch noch Politik. Alle entschieden sich dafür, den Vorstand komplett neu zu wählen, damit alle Amtszeiten gleichlang sind.

Dann kam auch Mirco, der uns dann doch erzählte was er bis zu seinem Rücktritt gemacht hat. Dann hieß es ob wir den Vorstand insgesamt entlasten oder einzeln. Ich fand die Gesamtentlastung eine gute Idee, alle hatten einen Bericht gegeben, sogar Andreas S., der nur ganz kurz im Vorstand war und gar nicht mehr in der Partei ist. Leider waren einige der Meinung das müsste einzeln passieren, was ich nicht verstand, da das doch eine reine Formalie ist. Es hat auch keiner gesagt, ob es bei einzelnen Vorständen Gründe für eine Nichtentlastung gäbe. Aber die wußten bestimmt mehr als ich.

Alle bis auf Mirco wurden dann entlastet. Nur von Mirco wollte man unbedingt noch den schriftlichen Tätigkeitsbericht sehen. Das habe ich auch nicht verstanden, die Berichte der anderen wurden auch nicht "geprüft". Ich fragte mich dann, warum man für Mirco eine "Extrawurst" braten wollte. Da Mirco noch schrieb wurden andere Punkte vorgezogen und der neue Vorstand gewählt. Das war ganz schön anstrengend, so eine geheime Wahl. Und ein bißchen langwierig. Aber manchmal muss es eben ganz genau sein.

Neuer Chef wurde dann Andre, der knapp vor Thomas gewann. Thomas blieb dafür Schatzmeister und da Andre ja nun Vorsitzender war haben wir Mark als Generalsekretär gewählt. Dann mussten wir vier Beisitzer wählen. Robert und Matthias kandierten nochmal, dazu Katja, Tilo und Annett. Katja und Tilo stellten sich sehr sympathisch vor. Mich beeindruckte Tilo, der trotz seines Alters sich mit dem Internet beschäftigte und offenbar viel darüber schon gelernt hatte. Ein bißchen komisch fand ich die "Gretchenfrage" von Andreas, irgendwas mit links/linksextrem, Interviews usw. Annettes Antwort enttäuschte mich da.

Ganz toll fand ich Tilos Bemerkung, das er nicht "neutral" sein kann, wenn in seiner Heimat national befreite Zonen entstehen und so komische Typen über 10%, manchmal sogar bis zu 25% der Stimmen bei Wahlen erhalten. Das fand ich gut, denn gegen solche Typen zu sein und ihnen entgegenzutreten hat mit Dingen wie links oder rechts doch gar nichts zu tun, sondern ist Ausdruck einer demokratische und humamistischen Grundeinstellung. Jeder sollte dagegen sein, wenn Leute wegen Ihrer Hautfarbe, Ihrer Herkunft, Sprache oder anderer Vorlieben beleidigt bedroht und geschlagen werden. Erst Recht ein Pirat, wie ich finde. Das fanden andere auch und Tilo bekam viel Applaus, da habe ich mich für ihn gefreut. Gewählt wurden dann mit großer Mehrheit Robert, Matthias, Katja und Tilo. Alle freuten sich und bedankten sich.

Inzwischen war Mirco mit seinem Bericht fast fertig. Wir wählten noch schnell zwei Kassenprüfer, die später mal aufpassen das der Thomas als Schatzmeister alles richtig macht und uns dann niemand bestrafen tut. Mircos Bericht wurde dann nochmal wortwörtlich vorgelesen. Das verstand ich auch nicht, denn da stand nichts anderes drin, als er uns schon viel früher gesagt hat. Warum musste man nun seinen nochmal extra vorlesen? Leon war dann über irgendwas empört, was Mirco ins Internet geschrieben hatte. Aber was hatte das mit Mircos Bericht zu tun? Auch Mirco haben wir dann entlastet, wobei mich überaschte das sich so viele enthielten. Darf man denn diese Formalie ohne triftigen Grund verweigern, nur weil man jemanden nicht leiden kann? Wen manche das deswegen gemacht haben, dann fände ich das sehr traurig.

Dann haben wir noch über verschiedene Anträge zur Änderung unserer Satzung, der "Spielanleitung" diskutiert und abgestimmt. Das war dann wieder einfacher, aber auch etwas langweilig. Aber auch solche Dinge müssen wohl gemacht werden. Als wir damit fertig waren und Pause machten bin ich dann gegangen, da die Zeit so schön passte und ich so noch etwas Zug fahren konnte, was ein Hobby von mir ist. Auf dem Weg zum Bus habe ich mich noch mit einem aus Berlin unterhalten, der wohl vom Fernsehen oder Radio kam. Über ein paar Umwege und mit einem unplanmäßigen Aufenthalt unterwegs war mein Ausflug zu den Piraten dann zu Ende.

Mir hat der Parteitag sehr gut gefallen, der Ort war angenehm, der Kaffee hat geschmeckt. Die Chemnitzer Piraten haben sich da sicher sehr viel Mühe gegeben. Ich fand sehr interessant was auf einem Parteitag so passiert und wie man da auch selber mitmachen kann. Das nächste Mal mache ich das bestimmt, da ich auch viel gelernt habe. Das war mein Bericht über meinen ersten Parteitag, ich hoffe ich habe nichts vergessen oder durcheinander gebracht.

Euer Klaus.

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