Benutzer:Daniel Fischer/Politischer Kompass

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Hier findest du die Begründungen meiner Antworten auf den Test für den politischen Kompass. Die Fragen kann ich leider hier nicht veröffentlichen, da eine Wiedergabe der Inhalte vom Urheber ohne vorherige Genehmigung ausdrücklich untersagt ist.

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  • Ich will eine bessere Welt, nicht einen besseren Aktienkurs. Wenn die Globalisierung unvermeidbar ist, muss sie deshalb vorrangig den Menschen dienen.
  • Auch das Land, in dem ich zufällig geboren bin, kann Fehler machen. Zu einem starken Charakter gehört auch, diese Fehler zu erkennen, zuzugeben und das eigene Verhalten dementsprechend zu ändern. Da in Deutschland das Volk der Souverän ist, ist dies unsere Aufgabe. Deshalb würde ich mein Land nicht unterstützen, wenn ich weiß dass es im Unrecht ist, sondern versuchen, die entsprechende Position zu ändern.
  • Ich bin auf mein Geburtsland genau dann stolz, wenn es etwas besonders tolles geleistet hat. Ich bin zum Beispiel stolz darauf, dass die Spitzenleistung der Photovoltaikanlagen in Deutschland an sonnigen Tagen mit 17,5GW ein Viertel der Gesamtproduktion ausmacht (z.B. am 28.3.2012, siehe EEX) und Deutschland damit im europäischen Vergleich weit vorne liegt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich hier geboren bin und auf mein Land deshalb stolz zu sein, halte ich daher für albern.
  • Ich halte meine Rasse nicht anderen Rassen für überlegen. Gemeint ist mit dem Begriff "Rasse" laut FAQ eine Unterteilung der menschlichen Rasse in weitere Gruppen. Ich lehne auch diese Benutzung des Begriffs "Rasse" ab, da sie wissenschaftlich nicht haltbar ist.
  • Meine Freunde sind Leute, die meine Werte zumindest in einem gewissen Mindestmaß teilen, so dass ich die Zusammenarbeit mit ihnen mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Dies folgt nicht automatisch daraus, die selben Feinde zu haben. Deshalb ist der Feind meines Feindes nicht automatisch mein Freund.
  • Das Völkerrecht ist für die Unterzeichner vertraglich bindend. Wenn ich eine Vereinbarung eingehe, dann müssen sich Andere auch darauf verlassen können, dass ich mich an die Bedingungen dieser Vereinbarung halte. Deshalb unterstütze ich keine völkerrechtswidrigen militärischen Maßnahmen. Den Begriff "international law" habe ich eng ausgelegt und mit "Völkerrecht" übersetzt, weil er im englischen Sprachraum die gängige Bezeichnung für dieses ist und in der Regel nicht beliebige internationale Verträge gemeint sind.
  • Wenn Informationen vermittelt werden, ist mir egal, auf welchem Weg dies geschieht. Wenn dieser Weg Spaß macht, sehe ich das nicht grundsätzlich als Problem. Grund zur Sorge gibt mir lediglich, wenn der Informationsanteil geringer wird und eine Verschmelzung mit Unterhaltung somit zu mehr Oberflächlichkeit führt.

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  • Ich denke, dass Menschen letzten Endes tatsächlich eher durch ihre Lebensbedingungen voneinander getrennt sind als durch Nationalitäten, nicht zuletzt auch, weil das Geburtsland eben auch die Lebensbedingungen beeinflusst und ich eine Trennung hier eher aufgrund dieser Folge wahrnehme als aufgrund der reinen Zugehörigkeit zu einer Nation.
  • Mir ist es wichtiger, die Arbeitslosigkeit in den Griff zu kriegen, als die Inflation. Wenn 10% der Deutschen in der Arbeitslosigkeit am Rand der Armutsgrenze kratzt, kann ich mich nicht so richtig daran erfreuen, dass mir dank niedriger Inflation mein Einkommen als Software-Entwickler ein gutes Leben ermöglicht. Allerdings erkenne ich auch an, dass eine Vollbeschäftigung eventuell kein realistisches Ziel ist. Deshalb müssen wir vorrangig sicher stellen, dass auch bei Arbeitslosigkeit ein menschenwürdiges Leben möglich ist.
  • Ich vertraue Firmen grundsätzlich nicht genug, um auf Regulierung mit dem Ziel Umweltschutz zu verzichten. Da bin ich allerdings nicht ganz vorurteilsfrei, weil ich durch die Tätigkeit meiner Frau bei der LUBW für das Thema sensibilisiert bin.
  • Ich finde es wichtig, jeden in dem Maß zu unterstützen, das für ein menschenwürdiges Leben notwendig ist. Gleichzeitig finde ich es gut und schön, wenn sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten in die Gesellschaft einbringt.
  • Ich finde es gut, dass es Trinkwasser in Flaschen zu kaufen gibt. Es handelt sich bei Trinkwasser zwar um ein Gut, das jedem Mitglied der Gesellschaft zur Verfügung stehen sollte. Ich halte es aber für eine gute Idee, diesen Zugang nicht zu jedem notwendigen Gut einzeln sicherzustellen, sondern pauschal und unter Überlassung einer gewissen Eigenverantwortung bei der Auswahl.
  • Ich kann damit leben, wenn Land gekauft und verkauft werden kann. Ich halte es nicht für realistisch, Land zuzuweisen oder gleichmäßig aufzuteilen.
  • Meiner Meinung nach ist es durchaus bedauerlich, dass die Manipulation von Finanzmärkten stärker belohnt wird als Beteiligung an der Gesellschaft.
  • Protektionismus ist in manchen Fällen notwendig, um regionale Marktteilnehmer zu schützen. Das liegt meiner Meinung nach aber daran, dass die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Globalisierung oft nicht berücksichtigt werden. Zum Beispiel kostet die Herstellung eines Produktes im Ausland und der Transport nach Deutschland oft weniger Geld als die Herstellung in Deutschland, ist aber für uns als Gemeinschaft aller Bewohner der Erde unter dem Strich teurer.
  • Firmen sollten deutlich mehr gesellschaftliche Verpflichtungen haben als den Anteilseignern Gewinne auszuzahlen. Ohne die Gesellschaft wären diese Gewinne nämlich auch nicht möglich.
  • Die Reichen werden nicht zu hoch besteuert. Die tatsächlichen negativen Auswirkungen der Steuern auf den Lebensstil sind im Gegenteil ab einem gewissen Vermögen überhaupt nicht mehr wahrnehmbar.
  • Die medizinische Versorgung sollte unabhängig vom Einkommen für alle eine gleichermaßen hohe Qualität haben. Der Wert eines Lebens oder der Gesundheit eines Menschen hängt für mich nicht vom Einkommen ab.
  • Unternehmen, die ihre Kunden täuschen, sollten auf jeden Fall dafür bestraft werden. Lieber wäre mir allerdings, wenn diese Unternehmen von sich aus einen gewissen Respekt vor ihren Kunden hätten, ohne die sie ja vermutlich als Unternehmen überhaupt nicht existieren könnten.
  • Ein echter freier Markt bedeutet für mich, dass auch jeder die Chance hat, daran teilzunehmen. Deshalb muss auch ein freier Markt in manchen Aspekten, zum Beispiel bei der Monopolbildung, noch reguliert werden. Wenn dies nicht geschieht, läuft er Gefahr, sich selbst als freien Markt abzuschaffen.
  • Für mich führt ein freier Markt nicht automatisch dazu, dass die Menschen auch freier sind. Der freie Markt ist zwar Teil der persönlichen Freiheiten jedes Menschen, kann diese aber auch einschränken.

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  • Das Leben einer Frau kann bei einer ungewollten Schwangerschaft auch in dem Sinn bedroht sein, dass sie zwar überlebt, aber kein ihrer selbst würdiges Leben mehr führen kann. Deshalb darf Abtreibung nicht grundsätzlich illegal sein.
  • Jede Autorität soll grundsätzlich immer und möglichst oft in Frage gestellt werden. Das heißt nicht, dass Autorität per se abgelehnt werden muss. Für mich ist Autorität auch etwas, das man sich verdient.
  • Wenn mir ein Unrecht geschieht, setze ich mich deshalb nicht über meine Prinzipien hinweg und füge einem Anderen deshalb nicht das gleiche Unrecht zu. Wenn meine Prinzipien nicht allgemeingültig wären, wären sie keine Prinzipien.
  • Kultur ist es wert, gefördert zu werden. Kulturelle Einrichtungen wie Theater sind Teil der Infrastruktur unserer Gesellschaft und gehören deshalb für mich zu den Einrichtungen, die der Staat im Auftrag und Interesse der Bürger auch dort mit Steuergeldern fördern muss, wo sie sich aufgrund lokaler Bedingungen nicht aus eigener Kraft halten können.
  • Schüler, die nicht am Unterricht teilnehmen, missachten damit die Arbeit jedes Mitglieds der Gesellschaft, die diesen Unterricht möglich macht. Eine verpflichtende Teilnahme ist deshalb für mich eine gute Idee. Allerdings muss in einem solchen Fall nicht die Frage gestellt werden, wie ein unwilliger Schüler bestraft werden kann. Vielmehr muss zum einen die Attraktivität des Angebots verbessert werden und zum anderen durch geeignete Qualitätssicherungsmaßnahmen sichergestellt werden, dass es überhaupt einen realen und vom Schüler wahrnehmbaren Wert darstellt.
  • Unterschiedliche Arten von Menschen müssen nicht pauschal unter sich bleiben. Ich würde es vielmehr begrüßen, wenn in einer heterogenen Gesellschaft möglichst viel Austausch stattfindet.
  • Gute Eltern zeichnen sich auch durch eine überzeugende Vermittlung ihrer eigenen Werte an ihre Kinder aus. Kinder zu schlagen ist in meinen Augen kein geeignetes Mittel für Eltern, die meine Werte teilen.
  • Es ist normal, wenn Kinder vor ihren Eltern Geheimnisse haben, genau wie es auch normal ist, dass Erwachsene ihre Privatsphäre wahren wollen.
  • Der Besitz von Marijuana für den Eigengebrauch sollte nicht anders behandelt werden als der Besitz von anderen Drogen mit ähnlicher Charakteristik. Deshalb halte ich es derzeit nicht für vertretbar, ihn unter Strafe zu stellen. Wenn der Gesellschaft durch den Gebrauch von Drogen Kosten entstehen, können diese ohnehin anders besser ausgeglichen werden.
  • Arbeit darf nicht als einziger Zweck des Lebens verstanden werden und die Schulbildung bereitet auch nicht nur auf die Arbeit vor. Die Befähigung, informiert und engagiert an der Gesellschaft teilzuhaben, ist ebenso wichtig.
  • Menschen mit schwerer Behinderung sollen trotzdem in allen Belangen ein menschenwürdiges Leben führen können. Dazu gehört auch die Fortpflanzung, wenn der Wunsch dazu besteht.
  • Disziplin ist nützlich, aber nicht das wichtigste, das ein Kind lernen kann. Die Regeln einer Gesellschaft und der Umgang miteinander müssen ständig kritisch hinterfragt werden damit sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln kann; das ist aber nicht möglich, wenn von klein auf vermittelt wird, blind jeder Autorität zu folgen.
  • Eine Einteilung in wilde und zivilisierte Völker lehne ich ab. Es gibt unterschiedliche Kulturen und es gibt sicher auch unterschiedlich weit entwickelte Kulturen. In Hinblick auf die vielen Fehlleistungen der sogenannten zivilisierten Welt möchte ich mich bei der Einteilung nicht besonders weit aus dem Fenster lehnen.
  • Menschen, die theoretisch arbeiten könnten, Arbeit aber ablehnen, müssen trotzdem von der Gesellschaft unterstützt werden. Ich sehe nicht arbeitsunwillige Gesellschaftsmitglieder als Problem, sondern die Umstände, die sie zu dieser Haltung bewegen. Diese Umstände müssen verbessert werden, und zwar nicht auf Kosten der Würde einzelner Menschen.
  • Es ist nur begrenzt zielführend, Probleme zu verdrängen. Manchmal kann es jedoch notwendig sein, um das seelische Gleichgewicht zu wahren.
  • Auch Einwanderer in der ersten Generation können vollständig integriert werden. Im Unterschied zur Assimilation behalten bei der Integration die integrierten Individuen ihre Eigenheiten und die Gesellschaft gewöhnt sich in einem gewissen Maße daran. Dies kann zum Beispiel durch die Schaffung entsprechender Freiräume geschehen, aber auch durch die Hinterfragung der eigenen Gepflogenheiten.
  • Was für erfolgreiche Unternehmen gut ist, hat wenig damit zu tun, was für die Gesellschaft als Ganzes gut ist. Von etwas, das für die Gesellschaft als ganzes gut ist, profitieren schon per definitionem nicht nur besonders erfolgreiche Unternehmen.
  • Die öffentliche Finanzierung von Rundfunkanstalten ist für mich prinzipiell vertretbar, da ich sowohl Information als auch Zugangs zu Kultur für wichtige Aspekte halte. Allerdings sollte aus der öffentlichen Finanzierung auch folgen, dass mit diesen Mitteln produziertes Material öffentliches Gut wird. Nur so kann der öffentliche Rundfunk wirklich meinem Anspruch gerecht werden, Information und Kultur maximal zu fördern.

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  • Die Bekämpfung von Terrorismus ist meiner Meinung nach zu einem inhaltsleeren Buzzword geworden, das pauschal zur Rechtfertigung von Eingriffen in die Bürgerrechte missbraucht wird. Es ist Zeit, die Bürgerrechte wieder zu stärken, bevor es sich nicht mehr lohnt, sie vor Andersdenkenden zu verteidigen.
  • Dass ein Einparteienstaat die Verzögerungen bei der Entscheidungsfindung nicht reduzieren würde, dürfte jedem klar sein, der sich schon mal die Piratenpartei mit einer absoluten Mehrheit im Bundestag vorgestellt hat. Unabhängig davon halte ich es auch überhaupt nicht für sinnvoll, diese Verzögerungen zu verkürzen, weil sie ja nicht willkürlich geschehen, sondern mit gutem Grund - nämlich zum Zweck einer möglichst breiten und umfassenden Diskussion.
  • Nicht nur im Zeitalter der Elektronik, sondern auch früher schon, war es regelmäßig so, dass Überwachungsmaßnahmen nicht nur den eigentlichen Zielen der Maßnahmen geschadet haben, sondern auch Unbeteiligten. Deshalb muss jede Überwachungsmaßnahme besonders auch von denjenigen hinterfragt werden, die sich mit reinem Gewissen trotzdem von ihr betroffen sehen.
  • Die Todesstrafe ist abgeschafft, und zwar mit gutem Grund. Andere zu töten darf auch weiterhin nicht zu rechtfertigen sein.
  • Ich bin nicht der Meinung, dass eine zivilisierte Gesellschaft eine Befehlshierarchie braucht. Für Zivilisation eigentlich vom Begriff her untypische Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden beispielsweise besonders häufig von besonders hierarchisch aufgebauten Organisationen begangen. Das heißt nicht, dass Hierarchien nicht funktionieren können, aber sie können zumindest keine Vorbedingung für die Zivilisation sein.
  • Mein Kunstbegriff ist nicht daran aufgehängt, wie das Kunstwerk aussieht. Die Intention und die Enstehungsgeschichte sind mir ebenso wichtig. Deshalb zähle ich auch abstrakte Kunst ohne eindeutig erkennbaren Inhalt zu Kunst.
  • Als Hauptziel der Justiz sehe ich die Rehabilitierung. Ich finde es nicht richtig, Menschen aufzugeben. Ich halte auch Strafe nicht für ein besonders wirksames Mittel, wenn es um die Verbesserung der Gesellschaft als Ganzes geht.
  • Für mich gibt es auch keine Verbrecher, bei denen es sich überhaupt nicht mehr lohnt, zu versuchen, sie zu rehabilitieren. In manchen Fällen kann allerdings eine psychische Störung für das Verhalten verantwortlich gemacht werden und eine Teilnahme an der Gesellschaft im normalen Rahmen vielleicht unmöglich werden. Hier müssen dann aber bessere Integrationsmöglichkeiten geschaffen werden anstatt in die alten Begrifflichkeiten Gut und Böse zurück zu fallen.
  • Der Wert eines Menschen und Gesellschaftsmitglieds hat für mich nichts mit der Tätigkeit in der Gesellschaft zu tun. Die Gesellschaft ist vielleicht mehr, auf keinen Fall aber weniger als die Summe ihrer Teile. Aus diesem Grund ist kein Mitglied der Gesellschaft unwichtig.
  • Mütter sind Menschen, die in der Gesellschaft eine besondere Verantwortung übernehmen. Aus diesem Grund dürfen sie nicht von der Teilnahme an der Gesellschaft im Rahmen ihrer Wünsche und Möglichkeiten ausgeschlossen werden, sondern müssen vielmehr sogar besonders gefördert werden.
  • Soweit ich einen Überblick über die Sachlage habe, ist es tatsächlich der Fall, dass internationale Unternehmen die pflanzlich-genetischen Ressourcen einzelner Länder ausbeuten. Ansonsten wären internationale Verträge wie der ITPGRFA nicht notwendig.
  • Es ist mir wichtig, zu jedem Zeitpunkt die in der Gesellschaft geltenden Regeln zu hinterfragen. Sich mit ihnen zu arrangieren, ist deshalb kein Zeichen von Reife, sondern eines der Gleichgültigkeit oder Faulheit.

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  • Astrologie erklärt überhaupt nichts, sondern deutet und interpretiert.
  • Religionsgemeinschaften haben sich in der Vergangenheit vermehrt als unmoralisch gezeigt. Vordenker auf den Gebieten Moral und Ethik gehören regelmäßig keiner Religionsgemeinschaft an. Religionsgemeinschaften fördern genau dann die Moral, wenn sie moralisch richtige Werte vertreten. Durch ihre Struktur kann leider auch das Gegenteil passieren.
  • Wohltätigkeit ist eine gute Idee. Ein soziales Netz kann jedoch die Existenz von Bedürftigen besser sichern als ein grundsätzlich auf Willkür und Sympathie aufbauendes System.
  • Es kommt regelmäßig vor, dass Menschen ohne eigenes Verschulden in schlechteren Bedingungen leben müssen als Andere.
  • Wenn ich Kinder hätte, fände ich es nicht wichtig und sogar ausdrücklich nicht gut, wenn es durch die Schule religiöse Wertvorstellungen aufgedrängt bekäme. Eine moderne Gesellschaft muss sich auch nach modernen Werten richten und nicht nach denen einer tausende Jahre alten Institution, die ihre Auffassungen explizit nicht hinterfragt sehen will.

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  • Die Ehe ist in ihrer heutigen Bedeutung hauptsächlich ein Konstrukt der christlichen Kirchen. Außerehelicher Geschlechtsverkehr ist deshalb nicht unmoralisch, sondern lediglich ein Verstoß gegen ein angestaubtes System von Richtlinien, die seit mindestens fünfhundert Jahren dringend einer Überarbeitung bedürfen.
  • Kinder brauchen liebende Eltern. Deshalb sollten wir als Gesellschaft keine Chance verstreichen lassen, für elternlose Kinder ein Zuhause zu finden, in dem sie ein Teil einer Familie sein können. Dazu gehört für mich auch, den Begriff "Familie" nicht an nicht haltbaren Vorurteilen fest zu machen. Aus diesem Grund halte ich es für sinnvoll, gleichgeschlechtlichen Paaren auch die Möglichkeit zu geben, elternlosen Kindern ein Zuhause zu geben.
  • Die vom Charakter her pornographische Dokumentation eines Liebesakts, an dem Erwachsene freiwillig teilnehmen, ist eine Ausprägung des persönlichen Rechts auf Selbstverwirklichung und nicht per se verwerflich. Speziellere Sekundärprobleme können nicht durch eine Regelung des Allgemeinfalls gelöst werden, da diese Regelung die eigentlichen Probleme allerhöchstens unsichtbar machen kann, nicht aber aus der Welt räumen kann.
  • Was Erwachsene freiwillig im eigenen Schlafzimmer miteinander tun, ohne dass andere dabei zu Schaden kommen, geht auch niemand anderen etwas an. Ich möchte diesen Punkt auch gerne ausweiten und explizit die Küche, den Esstisch und die Couch mit einschließen.
  • Ich finde als Mann von Natur aus Frauen attraktiv und Männer nicht. Daraus ziehe ich nicht den Schluss, dass meine Einstellung die natürliche ist, sondern vielmehr, dass es natürlich ist, eine Präferenz zu haben. Unabhängig davon, wie die dann letztendlich ausfällt: Homosexualität ist für mich genauso natürlich wie Heterosexualität.
  • Ob der offene Umgang mit der Sexualität heutzutage zu weit geht, hängt ausschließlich davon ab, wie alt die Maßstäbe sind, die man selbst anlegt. Deshalb würde ich nicht sagen, dass wir zu weit gehen.