AG Nuklearia/Integral Fast Reactor

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Du bist für Kernenergie, willst aber mit der Piratenpartei nichts zu tun haben? Du bist Pirat, willst aber mit Kernenergie nichts zu tun haben? Die gute Nachricht: Die Nuklearia ist jetzt ein unabhängiger Verein. Mehr dazu hier: Nuklearia e.V.. Die AG Nuklearia in der Piratenpartei bleibt bestehen. Nuklearia-Gruppen in weiteren Parteien sind angedacht.
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Der Integral Fast Reactor (IFR)

Der Integral Fast Reactor (IFR) ist ein natriumgekühlter Schneller Reaktor in Pool-Bauweise mit metallischem Kern. Als IFR-Prototyp war von 1964 bis 1994 der EBR-II sehr erfolgreich in Betrieb.

Metallkern und Pool-Kühlung mit flüssigem Natrium machen den IFR besonders sicher. Das wurde 1986 in einem Experiment nachgewiesen, bei dem man den EBR-II auf volle Leistung hochfuhr und dann die Kühlung abschaltete – eine Situation, die in Fukushima-Daiichi zur Kernschmelze führte. Im EBR-II stieg die Temperatur kurz an, um sich dann innerhalb von zehn Minuten wieder auf normalem Niveau zu stabilisieren – und das ohne Eingriff des Bedienpersonals und ohne Notfallsysteme. Mehr dazu im Artikel Passively safe reactors rely on nature to keep them cool (U.S. Department of Energy).

Der IFR eignet sich besonders gut zur Vernichtung von hochradioaktivem, langlebigem Atommüll aus bestrahlten (»abgebrannten«) Brennelementen. Der IFR kann dieses Material als Brennstoff nutzen. Die vom IFR hinterlassenen radioaktiven Abfälle zerfallen relativ schnell und sind nach nur 300 Jahren auf das Niveau von Natururanerz abgeklungen.

Der IRF enthält eine integrierte Wiederaufarbeitungsanlage. Aus dem Material gebrauchter Brennelemente trennt der Pyroprocessor durch ein elektrochemisches Verfahren alles ab, was Abfall ist. Der restliche Brennstoff wird zu frischen Brennelementen gegossen und wandert zurück in den Reaktor.

Wegen seiner besonderen Eigenschaften ist der IFR neben dem LFTR einer der beiden von der Nuklearia besonders empfohlenen Reaktortypen der Generation IV.

Kosten

Zu den Kosten eines IFR liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Es gibt Abschätzungen, nach denen diese Kosten leicht über denen eines klassischen Druckwasserreaktors liegen dürften. Die ersten IFR-Einheiten dürften allerdings teurer sein.

Blog-Artikel zum IFR

Unser Mitglied Neil Brainstrong hat im Nuklearia-Blog eine ausführliche Artikelserie Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor geschrieben:

Bücher

"Plentiful Energy"

Wer ausführlicher ins Thema einsteigen will, dem sei das Buch Plentiful Energy ans Herz gelegt. Geschrieben wurde es von Dr. Charles E. Till und Dr. Yoon Il Chang, den beiden führenden Köpfen hinter dem IFR am Argonne National Laboratory.

"Prescription for the Planet"

Aus einer anderen Sicht beleuchtet Tom Blees den Integral Fast Reactor in seinem Buch Prescription for the Planet. Dieses Buch gibt es nicht nur gedruckt, sondern auch kostenfrei zum Herunterladen:

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PRISM / Advanced Recycling Center

Der Hersteller GE Hitachi Nuclear Energy (GEH) bietet mit dem Advanced Recycling Center (ARC) eine Umsetzung der IFR-Konzepte an. Ein ARC besteht aus

  • einer elektrometallurgischen Aufbereitungsanlage (Pyroprozessor)
  • drei PRISM-Reaktorblöcken mit je zwei Reaktoren und einem Turbosatz (622 MWe)

Die elektrische Gesamtleistung der Anlage beträgt 1.866 Megawatt (MWe ). Für eine Demonstrationsanlage mit einem PRISM und dem Pyroprozessor rechnet GEH mit Kosten von 3,2 Mrd. US$ und einer Genehmigungs- und Bauzeit von 10 Jahren. Durch die Modulbauweise aus vorgefertigten Teilen sind nachfolgende Exemplare entsprechend billiger.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen

 

Die AG Nuklearia ist eine Arbeitsgruppe innerhalb der Piratenpartei Deutschland und ein Zweig des Nuklearia e.V.. Die auf dieser und den übrigen Seiten der AG Nuklearia genannten Behauptungen haben wir nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Meinungen und Bewertungen sind, soweit nicht anders erwähnt, unsere eigenen. Sie stimmen i.d.R. nicht mit denen der Piratenpartei Deutschland überein.
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