AG Nuklearia/Atommüll
Aus Piratenwiki
Die folgende Kurzfassung enthält den Text unseres Flyers »Wohin mit dem Atommüll?«.
Die Langfassung weiter unten ist noch im Aufbau. Deutlich ausführlicher ist da unsere Vortragspräsentation »Wohin mit dem Atommüll?«.
Hingewiesen sei auf die Links unten auf dieser Seite mit zahlreichen weiterführenden Informationen.
Auch nach Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke am 31. Dezember 2022 werden wir auf einem Berg von Atommüll sitzen. Der verschwindet ja nicht einfach so. Im Gegenteil: In den nächsten Jahren wird noch einiges an abgebrannten Brennelementen aus den heute verwendeten Leichtwasserreaktoren hinzukommen. Das Problem ist da und lässt sich nicht wegzaubern – auch nicht durch den Atomausstieg.
Was können wir tun? Es gibt drei Möglichkeiten: zwei schlechte und eine gute.
Endlagerung: 300.000 Jahre Sicherheit?
Die deutsche Politik ist derzeit auf der Suche nach einem Endlager, in dem sich der Atommüll für mindestens die nächsten 300.000 Jahre sicher aufbewahren lässt.
Kernkraftgegner lehnen den Salzstock Gorleben und natürlich die Asse als ungeeignet ab. Wir, die Nuklearia, gehen sogar noch einen Schritt weiter: Wir wollen überhaupt kein Endlager für hochradioaktive Abfälle! Für 300.000 Jahre kann niemand ein vernünftiges Maß an Sicherheit garantieren. Zum Glück lässt sich das Atommüllproblem aber auch anders lösen. Dazu gleich mehr.
Plutonium-Recycling: kompliziert, unwirtschaftlich, ineffektiv
Die abgebrannten Brennelemente enthalten rund ein Prozent Plutonium. In einigen Staaten mischen Wiederaufarbeitungsanlagen dieses Plutonium neuen Brennelementen bei. Das Ergebnis sind sogenannte MOX-Brennelemente mit viel Uran und ein wenig Plutonium.
Der Aufarbeitungsprozess ist außerordentlich komplex, die Kosten für Anlagen und Betrieb sind hoch – so hoch, dass sich MOX-Brennelemente nicht wirtschaftlich herstellen lassen. Sie sind viel zu teuer, um am Markt neben reinen Uran-Brennelementen bestehen zu können, und sie lassen sich nur mit Verlust verkaufen.
Selbst wenn wir auf diese Weise einen Teil des Plutoniums aus den abgebrannten Brennelementen loswerden könnten: Alles Übrige müssten wir dennoch endlagern – und das ist fast alles.
Das Verfahren ist nicht einmal effektiv: Nach drei Jahren im üblichen Leichtwasserreaktor ist zwar ein Teil des Plutoniums aus den MOX-Brennelementen verbraucht, andererseits ist neues entstanden. Damit sind wir fast wieder dort, wo wir angefangen haben!
MOX-Brennelemente: eine teure Nicht-Lösung.
Atommüll: Energie für Jahrhunderte
Wir machen uns für die dritte Möglichkeit stark: Atommüll als Energiequelle nutzen! Denn dieser sogenannte »Müll« ist eigentlich gar keiner. Was aus einem unserer heutigen Leichtwasserreaktoren wieder herauskommt, ist zu 97 Prozent Kernbrennstoff. Herkömmliche Reaktoren können diese Art Brennstoff allerdings nicht nutzen, und man erklärt ihn daher einfach zu Müll.
So eine Verschwendung! Eine Scheibe Brot essen wir doch auch ganz auf! Wir beißen nicht nur ein klein wenig ab, werfen den Rest in den Abfall und machen dasselbe mit der nächsten Scheibe!
In dem, was wir heute noch »Atommüll« nennen, steckt solch eine Fülle von Energie, dass wir den Bedarf Deutschlands für einige hundert Jahre damit decken können.
Sogenannte Schnelle Reaktoren können den Atommüll in spaltbares Material umwandeln und daraus Energie gewinnen. Das gilt auch für die hochaktiven, langlebigen Bestandteile wie etwa Plutonium. Auch dieses Material wird zur Energieerzeugung genutzt und stellt danach keine Bedrohung mehr dar. So lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
- Der Atommüll wird vernichtet. Von den entstehenden Spaltprodukten sind vier Fünftel nach einigen Jahrzehnten unschädlich, der Rest nach rund 300 Jahren. Das ist immer noch lang, aber technisch machbar. Wir brauchen kein Endlager mehr.
- Wir gewinnen Energie für Jahrhunderte und das bei einer vielfach besseren Energieausbeute als in den heutigen Leichtwasserreaktoren – sauber, klimafreundlich und ohne weiteren Uranabbau.
Geeignete Schnelle Reaktortypen wie IFR oder PRISM, die Atommüll als Brennstoff verarbeiten können, sind fertig entwickelt und warten nur noch auf ein politisches Signal.
Großbritannien prüft derzeit ein Angebot von GE Hitachi: Der Hersteller will zwei PRISM-Reaktoren bauen und damit Großbritanniens Plutoniumvorräte entsorgen.
Russland will 34 Tonnen Plutonium aus Kernwaffen vernichten. Dazu ist der erste Schnelle Reaktor des Typs BN-800 zur Zeit im Bau. Er soll 2014 in Betrieb gehen.
Ausführliche Infos im Web: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia/Atommuell
Präsentation »Wohin mit dem Atommüll?«
Wer mehr wissen will als die oben nur kurz angerissenen Punkte, sollte unsere
mit vielen weiteren Details herunterladen.
Die in der Präsentation enthaltenen Informationen wollen wir später auch noch an dieser Stelle darstellen. Das hat aber keine Priorität, weil es ja die Präsentation gibt. – Im folgenden eine Mischung aus Ausgearbeitetem und Stichpunkten – weitere Stichpunkte und tätige Mithilfe sind sehr willkommen!
Was ist Atommüll?
Wenn wir auf dieser Seite von »Atommüll« reden und davon, ihn in Schnellen Reaktoren zu vernichten, dann ist das eigentlich nicht ganz richtig. Denn was wir damit meinen, sind die bestrahlten Brennelemente. Sie zählen zu den hochradioaktiven Abfälle, die 98 Prozent der Radiotoxizität des gesamten Atommülls darstellen.
Es gibt auch weitere Arten von Atommüll. In Deutschland klassifiziert man radioaktive Abfälle wie folgt:
- Schwachradioaktive Abfälle (SAW)
- Mittelradioaktive Abfälle (MAW)
- Hochradioaktive Abfälle (HAW)
- Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung
- Wärmeentwickelnde Abfälle
Welche Stoffe in welche Kategorie fallen und wie die rechtliche Lage zum Atommüll in Deutschland derzeit aussieht, haben wir auf einer eigenen Seite beschrieben:
Schwach- und mittelaktive Abfälle werden dort besprochen. Hier jedoch meinen wir mit dem Wort »Atommüll« – wenn nicht anders erwähnt – hochaktiven Abfall aus bestrahlten Brennelementen.
Wie setzt sich Atommüll zusammen?
Infografik Spent Nuclear Fuel, Quelle: Science Council for Global Initiatives
Nach etwa dreijähriger Nutzung in einem herkömmlichen Leichtwasserreaktor ist ein Brennelement »Atommüll« und hat in etwa folgende Zusammensetzung:
| 0,76 % | Uran-235 |
| 0,44 % | Uran-236 |
| 3,5 % | Spaltprodukte (leichtere Kerne) – anfangs stark strahlend, aber rasch abklingend |
| 1,0 % | Transurane (Plutonium, Neptunium, Americium, Curium und andere schwere Kerne) – Das ist der »garstige«, weil langlebige Anteil des Abfalls. Er kann in Schnellen Reaktoren unter Energiegewinn zerstört werden. |
| 94,3 % | Uran-238 – Brutstoff (potentieller Kernbrennstoff), den Schnelle Reaktoren als gigantische Energieressource nutzen können. |
Ein verbrauchtes Brennelement enthält zum einen noch spaltbares Uran-235, zum anderen besteht es zum größten Teil aus wertvollem, fertilem Uran-238. Das können Brüter in Spaltmaterial umwandeln und effizient nutzen! Früher hat man den Brennstoff aufbereitet, also Spaltprodukte und Transurane abgetrennt. Heute ist es eher üblich, die genutzten Brennelemente als Ganzes zu entsorgen.
Genaueres zu Leichtwasserreaktor-Abfällen: LWR-Abfall von HubertusP.
Die Spaltprodukte sind zwar anfangs stark radioaktiv, aber verhältnismäßig kurzlebig. Die Strahlung nimmt im Lauf einiger Jahrzehnte oder maximal Jahrhunderte stark ab. Die schweren Transurane strahlen jedoch jahr(zehn)tausendelang, was vielen Menschen Sorgen bereitet, da das Material solange sicher eingelagert werden muss.
Zerstörung der Transurane durch Transmutation
Eine Endlagerung ist jedoch unnötig. In einem harten Neutronenspektrum, wie es in einem Schnellen Reaktor erzeugt wird, werden alle Transurane unter Energiefreisetzung spaltbar bzw. gespalten (Transmutation). Sie können durch spezielle Verfahren (z. B. dem sogenannten Pyroprocessing) aus dem Abfall abgeschieden und zurück in den Reaktor geschickt werden, bis sie völlig verbraucht sind. Als endgültiges Abfallprodukt bleiben dadurch fast nur kurzlebige Spaltprodukte übrig, welche nach maximal wenigen hundert Jahren schwächer strahlen als Uranerz und somit harmlos sind. Der schon vorhandene Atommüll kann so nutzbar gemacht und zerstört werden: Die langlebigen Transurane mit ungerader Massenzahl werden gespalten, das Uran-238 und die Transurane mit gerader Massenzahl dienen als Brutstoff.
Eine weitere Möglichkeit der Transmutation, also dem Abbau der Transurane, sind beschleunigergetriebene, subkritische Anlagen, wie sie z. B. zur Zeit im europäischen Projekt Myrrha im belgischen Mol entsteht. Die schnellen Neutronen zum Spalten bzw. Brüten entstammen hier keiner Kettenreaktion im Reaktor, sondern einer externen Neutronenquelle. Der Reaktor selbst bleibt stets unterkritisch. Die technischen Vorteile gegenüber einem Schnellen Reaktor bestehen zum einen in der optimalen Neutronenökonomie (d.h. pro Spaltprozess stehen besonders viele Neutronen zur Verfügung da diese ja von außen nachgeliefert werden), was einen sehr effizienten Transuran-Abbrand ermöglicht, wenn der Hauptzweck der Anlage die Vernichtung von Atommüll ist - zum anderen kann das ganze Aggregat ausschließlich elektrisch, durch die Veränderung von Spannungen, gesteuert werden, ohne das irgendwelche mechanischen Komponenten, Steuerstäbe oder Reflektoren, bewegt werden müssen. Elektrische Steuerungen sind mechanischen stets überlegen, da keine Materialabnutzung auftritt. Ferner dürfte die Subkritikalität der Anordnung gewisse psychologische Vorteile gegenüber einem »richtigen« Kernreaktor mit sich bringen, was die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen könnte. Der Beschleuniger nimmt rund 20 MW Leistung auf, die vom Ertrag der Anlage abzuziehen ist. Dennoch produziert ein solches System deutlich mehr Energie als es selbst verbraucht.
Atommüll ist keine finstere Bedrohung der Zivilisation, sondern eine wichtige und nützliche Energiequelle für die Zukunft, die für viele Jahrhunderte (!) Energie bereitstellen kann.
Siehe auch: »Kernkraftwerke von morgen und übermorgen«
Brennstoff-Recycling durch Pyroprocessing
Kernreaktoren spalten ihren Brennstoff und setzen dabei Energie frei. Die bei der Spaltung entstehenden Spaltprodukte lassen sich im Reaktor nicht weiter verwenden und müssen abgetrennt werden, während Uran und Transurane als Brennstoff für Schnellen Reaktoren dienen können. Für die Trennung von Spaltprodukten einerseits und Uran und Transuranen andererseits wurde am Argonne National Laboratory (USA) im Rahmen des IFR-Projekts ein spezielles elektrochemisches Verfahren entwickelt: das Pyroprocessing.
Wie das Recycling von Kernbrennstoff funktioniert und was beim Pyroprocessing passiert, erklärt das Argonne National Laboratory in diesem Vier-Minuten-Video:
Wer mehr wissen will, sollte diesen Artikel in unserem Blog lesen:
Plutonium aus Nuklearwaffen
Eine besondere Art von Atommüll stellt das Plutonium-239 aus Nuklearwaffen dar – natürlich nicht in physikalischer Hinsicht, aber wegen seiner Herkunft. Die USA und Russland haben sich gegenseitig dazu verpflichtet, jeweils 34 Tonnen Plutonium zu vernichten.
Die USA bauen zu diesem Zweck in Savannah River, South Carolina, eine Wiederaufarbeitungsanlage. Sie soll aus dem Plutonium und abgereichertem Uran MOX-Brennelemente herstellen, die dann in Leichtwasserreaktoren zum Einsatz kommen.
Russland hingegen will sein Plutonium in Schnellen Reaktoren vernichten und daraus Energie gewinnen. Im Kernkraftwerk Beloyarsk ist dazu ein Schneller Reaktor vom Typ BN-800 im Bau, der 2014 in Betrieb gehen soll. Der BN-800 beruht auf Erfahrungen mit dem Vorläufer BN-600, der seit 1980 in Betrieb ist.
Siehe auch:
- Disposition of Excess Weapon Grade Plutonium – Problems and Perspectives, Vladimir Rybachenkov, Center for Arms Control, Energy and Environmental Studies, 2012-01-17
- Construction of the BN-800 power unit, Rosatom, 2012
- U.S. Pledges Cuts in Plutonium Stockpile, Miles A. Pomper, Arms Control Association, 2007
Positionen der Piratenpartei Deutschland
Zu machen Aussagen der Nuklearia gibt es lautstarke Kritik aus Teilen der Piratenpartei. Einige meinen, unser Flyer »Wohin mit dem Atommüll?« suggeriere, es handle sich um eine offizielle Aussage der Piratenpartei – trotz entsprechender graphischer Gestaltung und einer ausdrücklichen Distanzierung. Manche wollen uns gar ein Rede- oder Publikationsverbot aufdrücken.
Kritiker meinen, sich dabei auf die Haltung der Piratenpartei zur Kernenergie berufen zu können. Von der Piratenpartei Deutschland gibt es zu den Themen Atommüll und Kernenergie jedoch lediglich zwei kurze und inhaltlich dürftige Positionspapiere. Positionspapiere sind in der Regel Aussagen, die von Bundesparteitagen mit einfacher Mehrheit verabschiedet wurden, die aber eine Zweidrittelmehrheit zur Aufnahme ins Grundsatzprogramm verfehlten. Aber egal, wie gut oder wie schlecht Positionspapiere oder Grundsatzprogrammforderungen sind: Sie geben stets nur eine Momentaufnahme der politischen Willensbildung wieder.
Niemals sind programmatische Positionen in Beton gegossen! Niemals sind sie für alle Zeiten festgeschrieben! Niemals dürfen sie weiteres Nachdenken und Diskutieren verhindern! Niemals dürfen sie ihre eigene inhaltliche Weiterentwicklung boykottieren, auch nicht wesentliche Veränderungen oder gar ihre Streichung!
- Positionspapier »Atomausstieg/Sicherheit kerntechnischer Anlagen«
- Positionspapier »Umgang mit Nuklear-Müll«
Ach ja: Kein einziger Kritiker konnte uns bis jetzt eine bessere Lösung des Atommüllproblems nennen – oder auch nur irgendeine andere Lösung.
Stichpunkte für die weitere Ausarbeitung
- Was ist Atommüll?
- Wie entsteht Atommüll?
- Was ist so gefährlich am Atommüll?
- Proliferationssicherheit
- Wieviel Atommüll lagert in Deutschland bzw. wird bis Ende 2022 anfallen?
- http://www.endlagerung.de/language=de/7392/abfallkategorien-und-volumen spricht von 10.000 t Schwermetall aus abgebrannten Brennelementen.
- Laut http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/71469.html?p=2&eid=67825 werden es in Deutschland Ende 2022 18.000 Tonnen sein, weltweit ca. 450.000 Tonnen.
- Schneller Reaktor
- ...
Allgemeines
- 10 Cool things about Nuclear Waste, Things Worse Than Nuclear Power, 2013-05-23
- Transmutation of high-level radioactive waste – Basics, Methods, Perspectives, A. R. Junghans, Institut für Strahlenphysik, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
- Neuartiger Reaktortyp verspricht Lösung des Atommüll-Problems, Johannes Gräßler, Gizmodo, 2013-03-16
- The Future of Nuclear Power Runs on the Waste of Our Nuclear Past, Andrew Tarantola, Gizmodo, 2013-03-14
- The 500MW molten salt nuclear reactor: Safe, half the price of light water, and shipped to order, Graham Templeton, Extreme Tech, 2013-03-13
- China, Russia and India are pushing forward with fast neutron nuclear reactors, Brian Wang, Next Big Future, 2013-03-13
- Atommüll soll durch Neutronenbeschuss ungefährlicher werden, Hubert Schölnast, Gizmondo, 2013-01-28
- Ein Lichtblick im Dunkel der Endlagerung?, Wolfgang Eberhardt, Spektrum, 2013-01-21
- Transmutation: Physiker im Kampf gegen Atommüll – Brauchen wir bald keine Endlager mehr?, Ann-Christin von Kieter, Unicum, 2012-12-11
- Nuclear energy: Radical reactors, M. Mitchell Waldrop, Nature, 2012-12-05 – For decades, one design has dominated nuclear reactors while potentially better options were left by the wayside. Now, the alternatives might finally have their day.
- Transmutation von radioaktivem Abfall, Deutsche Physikalische Gesellschaft, 2012-11-28 – Die Deutsche Physikalische Gesellschaft gibt ein Faktenblatt heraus, das das Prinzip der Transmutation radioaktiver Abfälle aus Brennelementen kurz darstellt. Im Unterschied zur Nuklearia setzt die DPG jedoch auf subkritische Transmutationsanlagen statt auf Schnelle Reaktoren.
- Russia speeds up nuclear investment, World Nuclear News, 2012-11-22 – Rußlands Nuklearstrategie bis 2050 sieht die Umstellung auf inhärent sichere Kernkraftwerke mit Schnellen Reaktoren und einem geschlossenen Brennstoffkreislauf mit MOX-Brennelementen vor. Ab 2016 soll mit dem BREST-300 ein bleigekühlter Schneller Reaktor als Pilotanlage gebaut werden. Der BREST-300 soll 300 MW elektrischer Leistung liefern und Vorläufer einer landesweiten Flotte von 1.200-MW-Reaktoren sein.
- «Atommüll» - die wertvolle Ressource, Nuklearforum Schweiz, Hans Peter Arnold, 2012-11-19
- China makes nuclear power development, Xinhua, 2012-10-31 – Der von China selbstentwickelte Schnelle Reaktor (CEFR, China Experimental Fast Reactor) besteht die offiziellen Tests.
- Transmuting Waste and Worries Away, Wavewatching, Henning Dekant, 2012-09-23
- Endlagerung von Atommüll, Pressemitteilung der FDP-Landtagsfraktion Hessen, 2012-09-24 – Diese Pressemitteilung ist insofern bemerkenswert, als die FDP hier Transmutation auf politischer Ebene ins Spiel bringt. Zitat: »Dieser Ansatz [der Transmutation] könne ganz entscheidend zur Entschärfung des Problems der Lagerung atomaren Abfalls beitragen, weil so nicht nur das Volumen sondern, auch die Halbwertszeit des Abfalls auf wenige hundert Jahre verringert werden, so Sürmann.«
- Weg! Weg!! Weg!!!, Manfred Kriener, Zeit online, 2012-09-19 – Geschichte der Atommüllentsorgung, vor allem in Deutschland. Leider kein einziges Wort über Transmutation, weder in Schnellen Reaktoren noch in beschleunigergetriebenen Anlagen!
- Are fast-breeder reactors the answer to our nuclear waste nightmare? – The battle is intensifying on a decision over a major fast-breeder reactor to deal with the plutonium waste at Sellafield, Fred Pearce, The Guardian, 2012-07-30
- Richard Branson urges Obama to back next-generation nuclear technology – Billionaire pushes for the technology in a letter to White House that says integral fast reactors are clean, inexpensive and safe, Mark Halper, The Guardian, 2012-07-20
- A Waste of Waste, George Monbiot, 2011-12-05
- Disposal of UK plutonium stocks with a climate change focus, Barry Brook, 2011-06-04
- The Future of the Nuclear Fuel Cycle, MIT-Studie, 2010
- Critique of MIT Nuclear Fuel Cycle Report, Dan Yurman, The Energy Collective, 2011-06-01
- Atomgesetz (AtG) – Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren
- Smarter Use of Nuclear Waste – von Hannum, Marsh und Stanford in Scientific American (2005)
- New generation of nuclear reactors could consume radioactive waste as fuel – Duncan Clark in Guardian (2011)
- A Matter of Waste – Artikel auf dem Blog Decarbonise South Australia (Februar 2012)
- Fast-neutron Reactor, Artikel in der englischen Wikipedia
- Treatment of Wastes in the IFR Fuel Cycle, J.P. Ackerman, T.R. Johnson, L.S.H. Chow, E.L. Carls, W.H. Hannum, J.J. Laidler, Argonne National Laboratory Chemical Technology Division, Progress in Nuclear Energy, 1997
- Application of the pyrochemical process to recycle of actinides from LWR spent fuel – McPheeters et al. (1997), Progress in Nuclear Energy.
- Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Stand: März 2012
- Passively safe reactors rely on nature to keep them cool – Liquid sodium coolant, pool-type cooling system, and metal alloy fuel enable success, U.S. Department of Energy, 2002
- Operating and Test Experience for the Experimental Breeder Reactor II (EBR-II), Science Council for Global Initiatives, Dr. John Sackett
- Nuclear Fusion-Fission Hybrid Could Destroy Nuclear Waste and Contribute to Carbon-Free Energy Future, The University of Texas at Austin, 2009-01-27
- Albtraum Atommüll, Arte France, Bonne pioche, in Zusammenarbeit mit Sundance, Frankreich 2009 (97 Min.) – Der Film behandelt in den ersten zwei Dritteln die radioaktiven Hinterlassenschaften militärischer Nuklearanlagen in den USA und in der UdSSR/Russland, wobei in typischer Manier dieser Art Dokumentarfilme immer alles »stark kontaminiert« ist, konkrete Messwerte aber selten sind. Und kommen doch welche vor, werden offentlich hohe und offensichtlich niedrige Werte in einem Atemzug genannt. Da man konkrete Zahlen scheut, wird nicht ansatzweise versucht, dem Zuschauer ein Gefühlt dafür zu vermitteln, welche Werte hoch oder niedrig sind und wie er das mit bekannten Größen aus seinem Alttag vergleichen kann. – Der zweite Teil des Films ist interessanter, weil er sich mit der Gegenwart (von 2009) beschäftigt und man z.B. einen Blick in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague werden kann. Am Beispiel der sibirischen Stadt Tomsk kann man erahnen, welche Mengen abgereicherten Urans weltweit irgendwo lagern. Auch das Probleme einer Endlagerung von mehreren 100.000 Jahren wird deutlich. Sogar das Stichwort Transmutation wird genannt, beschränkt sich aber leider auf einen einzigen Satz, der diese Lösung für 2050 in Aussicht stellt. Erklärt wird Transmutation nicht. Und es wird auch nicht erwähnt, dass sie die Lösung für das abgereicherte Uran darstellt. – Fazit: Trotz eklatanter Schwächen sollte man den Film gesehen haben. (Rainer Klute)
- Die Hexer von Mol, Technology Review, 2012-09-12 – nur leicht hysterischer Artikel zum Atommüllabbau mittels beschleunigergetriebener Transmutation
- Transmutation of Nuclear Waste and the future MYRRHA Demonstrator, Alex C. Mueller, 2012-10-16
- Science and Technology for Americium Transmutation, Milan Tesinsky, Doctoral Thesis, Stockholm, Sweden 2012
PRISM
- S-PRISM, Wikipedia
- Study finds waste-fuelled nuclear reactor "feasible" for UK, Business Green, 2012-07-10
- World’s first nuclear waste-burning PRISM reactor moves a step closer in the UK, Mark Lynas, 2012-07-09
- University to advise on Prism technology, World Nuclear News, 2012-05-30
- Push for Prism, World Nuclear News, 2012-04-04
- Prism proposed for UK plutonium disposal, World Nuclear News, 2011-12-01
- Mülltrennung für Reaktoren, Kevin Bullis, Technology Review, 2010-02-19

