Seite   Diskussion   Quelltext anzeigen   Versionen/Autoren   

2008-10-19 - Referendum über biometrische Pässe in der Schweiz

Aus Piratenwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Tango-mail-reply-all.svg Diese Pressemitteilung wurde bereits versendet. Editieren im Wiki bringt also nichts mehr. Nachbearbeitungen oder Auflistungen von Leuten, die unsere PM genutzt haben, sind sehr erwünscht.
Pressemitteilung
Thema: Freiheitkampagne erfolgreich im Einsatz für ein Referendum über die Einführung erzwungener biometrischer Pässe und Identitätskarten
Ersteller: leoni, Alu,..
Status: versandt
Verantwortlicher Redakteur:
geprüft durch diese Lektoren: le
Gliederung: Bund
verschickt am 19.10.2008


Schweiz: Referendum über die Einführung biometrischer Pässe und Identitätskarten erwirkt

Schweizer Bürger haben es geschafft: Mit über 63000 Unterschriften erwirkten sie die Durchführung einer Volksabstimmung gegen die Einführung erzwungener biometrischer Pässe und Identifikationskarten.

Am 17.10.2008 kam die offizielle Bestätigung aus Bern, dass das Referendum gegen die Übernahme der Verordnung über biometrische Pässe und Reisedokumente formell zu Stande gekommen ist. Von den 64064 Unterschriften, die bei der Bundeskanzlei eingereicht wurden, sind 63733 gültig. In der Schweiz sind 50000 Unterschriften nötig, um eine Volkabstimmung über einen Bundesbeschluss herbeizuführen.

Auch Piraten waren zum Unterschriften sammeln unterwegs, um dieses demokratische Recht zu unterstützen. Dazu Arne Ludwig, Kandidat für das EU-Parlament: "In den meisten europäischen Staaten wurde der Biometriezwang per EG-Verordnung unmittelbar Gesetz. Entsprechende Änderungen der nationalen Gesetze wurden daher in den meisten Schengen-Parlamenten durchgewunken. So auch zunächst in der Schweiz. Mit diesem Referendum zeigen die Bürger der Schweiz, dass sie damit nicht einverstanden sind. Das setzt ein Signal für ganz Europa. Für den Zwang zu RFID und Biometrie in Ausweisen und Pässen gibt es keine sinnvolle Begründung."

Wie mehrere Sachverständige bei einer Anhörung im Innenausschuss des Deutschen Bundestags festgestellt haben, besteht kein Bedürfnis für die Aufnahme von Fingerabdrücken in Reisepässe, jedoch entstünden erhebliche Gefahren dadurch, dass die perfekten biometrischen Daten von ausländischen Staaten missbräuchlich genutzt werden könnten, da aus technischen Gründen das Zugangsrecht zu den Daten - wenn es einmal ausgegeben wurde - nicht mehr zurückgezogen werden kann.

Wie praktisch nachgewiesen wurde, sind die einfachen Zugangsmechanismen zum Chip nicht sicher und das Klonen der Daten ist ebenfalls möglich. Aufwendiger Mikrofonabhöranlagen, wie von einigen deutschen Parlamentariern behauptet, bedarf es dazu nicht. Eine allgegenwärtige Verfolgung der passtragenden Bevölkerung rückt damit in greifbare Nähe.

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily hatte sich zu Amtszeiten stark für die Einführung des biometrisch gesicherten Reisepasses eingesetzt, für mehr Sicherheit wie er so oft betonte - gegen die Vernunftargumente von Sachverständigen und ohne gesellschaftliche Debatte. Statt das Parlament über die Folgen für Datenschutz und Bürgerrechte entscheiden zu lassen, forcierte er eine EU-Verordnung, die unmittelbare Gesetzeswirkung in allen EU-Ländern hat. Nach seiner Amtszeit 2005 nahm er Aufsichtsratsmandate bei zwei Firmen an, die auf dem Gebiet der biometrischen Sicherheitstechnik aktiv sind.


Bundespressestelle:
Simon Lange
Telefon: 030 / 50 96 999 13
Mobil: 0163 / 949 76 84
presse@piratenpartei.de

Piratenpartei Deutschland
Pflugstraße 9a
10115 Berlin


Für Journalisten allgemein verwendbares Bildmaterial finden Sie unter:
http://www.piratenpartei.de/presse/bildmaterial


Die Piratenpartei Deutschland (PIRATEN) beschäftigt sich mit entscheidenden Themen des 21. Jahrhunderts. Das Recht auf Privatsphäre, eine transparente Verwaltung, eine Modernisierung des Urheberrechtes, freie Kultur, freies Wissen und freie Kommunikation sind die grundlegenden Ziele der PIRATEN.

Bei der Bundestagswahl im September 2009 erreichte die Piratenpartei aus dem Stand 2,0 Prozent bzw. 847.870 Stimmen. Im Vergleich zur Europawahl im Juni 2009 (0,9 Prozent, 229.464 Stimmen) konnten die Piraten die Zahl ihrer Stimmen sogar fast vervierfachen. Die Piratenpartei hat mittlerweile über 11.000 Mitglieder.


Quellen (kein Teil der Pressemitteilung)

Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge